Hans-Jochen Vogel

ditsche Bolitiker

Dr Hans-Jochen Vogel (* 3. Februar 1926 z Göttingen; † 26. Juli 2020 z München) isch e dytsche Bolitiker (SPD) gsii.

dr Hans-Jochen Vogel (2015)

LääbeBearbeite

Dr Hans-Jochen Vogel isch e Suhn vum Agrarwisseschaftler Hermann Vogel un däm syre Frau Caroline, geb. Brinz gsii. Sy jingere Brueder Bernhard (* 1932) isch CDU-Mitgliid un isch vyyl Joor Minischterbresidänt vu Rhyyland-Pfalz un Diiringe gsii.

Dr Hans-Jochen isch zeerscht uf s Max-Planck-Gimnasium z Göttingen gange un vu 1935 bis 1943 uf s Landgraf-Ludwig-Gimnasium z Gießen. Im Meerz 1943 het er dert s Abituur gmacht.

Im Summersemeschter 1943 het er an dr an der Ludwig-Maximilians-Universität München aafange Räächtswisseschafte studiere un het si derno im Juli 1943 freiwillig zue dr Wehrmacht gmäldet[1], go em intensive Wäärbe vu dr Waffe-SS z entgoo.

Zum Wintersemeschter 1946/47 het er s Studium vu dr Räächtswissenschaft an dr Universiteet Marburg fuurtgsetzt un anne 1948 s eerscht Staatsexaame gmacht. 1950 isch er an dr Universitet Marburg mit dr Aarbet „Der Irrtum des Täters über die Rechtmäßigkeit der Amtsausübung in § 113 StGB und die Zuständigkeit der Behörde in § 156 StGB“ zum Dr. jur. promoviert woore. 1951 het er s zwait juristisch Staatsexaame absolviert.

Anne 1952 isch er Assessor im Bayrische Staatsminischterium vu dr Juschtiz woore. 1954 isch er zum Amtsgriichtsroot z Traunstein ernännt woore. Vu 1955 bis 1958 het er as Juschtizbeamte in dr Bayrische Staatskanzlei gschafft un isch derno bis zue syre Pensionierig anne 1991 as bayrischer Juschtizbeamte beurlaubt gsii.

Anne 1950 isch er in d SPD yydrätte.

Dr Vogel isch vu 1960 bis 1972 Ooberbuurgermaischter vu München gsii. Vu 1972 bis 1981 un wiider vu 1983 bis 1994 isch er Mitgliid vum Dytsche Bundesdaag gsii. Är isch vu 1972 bis 1974 Bundesminischter fir Ruumoornig, Böuwääse un Stedteböu gsii, derno bis 1981 Bundesminischter vu dr Juschtiz. Z Wescht-Berlin isch er vu Jänner bis Juni 1981 Regierede Buurgermaischter un bis 1983 Mitgliid vum Abgoordnetehuus.

Noch em Änd vu dr Chanzlerschaft vum Helmut Schmidt isch er Chanzlerkandidaat vu dr SPD bi dr Bundesdaagswahl 1983 gsii, het aber gege di nei Koalizioon us CDU/CSU un FDP unter em Helnmut Kohl verloore. Vu 1983 bis 1991 isch er Voorsitzer vu dr SPD-Bundesdaagsfrakzioon gsii un vu 1987 bis 1991 Barteivoorsitzer vu dr SPD.

Dr Hans-Jochen Vogel isch zwaimool ghyroote gsii, d Ee mit syre eerschte Frau Ilse isch anne 1972 no 22 Joor gschiide woore. Us dr Ee sin drei Chinder fiirigange. Syter anne 1972 isch er mit dr Lieselotte, geb. Biersack, gsch. Sonnenholzner ghyroote gsii.

SchrifteBearbeite

  • Städte im Wandel (1971)
  • Die Amtskette. Meine zwölf Münchner Jahre; ein Erlebnisbericht. Süddeutscher Verlag, München 1972, ISBN 3-7991-5685-2.
  • Reale Reformen. Beiträge zu einer Gesellschaftspolitik der neuen Mitte. Piper, München 1973, ISBN 3-492-00360-5.
  • Handbuch des Verfassungsrechts der Bundesrepublik Deutschland. (Mitherausgeber und Verfasser des Beitrages Die bundesstaatliche Ordnung des Grundgesetzes), 2. Uflaag (1994)
  • Nachsichten. Meine Bonner und Berliner Jahre. Piper, München 1996, ISBN 3-492-03828-X.
  • Hans-Jochen Vogel; Klaus Schönhoven (Hrsg.): Frühe Warnungen vor dem Nationalsozialismus. Ein historisches Lesebuch. Mit einem Geleitwort von Rita Süssmuth. Dietz Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-8012-0262-3.
  • Demokratie lebt auch vom Widerspruch. Pendo, Zürich/München 2001, ISBN 3-85842-393-9.
  • Politik und Anstand – Warum wir ohne Werte nicht leben können. Herder, Freiburg 2005, ISBN 3-451-28608-4.
  • mit Bernhard Vogel: Deutschland aus der Vogelperspektive. Eine kleine Geschichte der Bundesrepublik. Verlag Herder, Freiburg 2007, ISBN 3-451-29280-7.
  • Maß und Mitte bewahren. Reden des Münchner Oberbürgermeisters 1960–1972. Herbert Utz Verlag, München 2010, ISBN 978-3-8316-0979-6
  • mit Sandra Maischberger: Wie wollen wir leben? Was unser Land in Zukunft zusammenhält. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-991-2.
  • mit Erhard Eppler und Wolfgang Thierse: Was zusammengehört. Die SPD und die deutsche Einheit 1989/90. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2014, ISBN 978-3-451-33381-1.
  • Von rohen Sitten und hohlen Köpfen. Kuriose königlich bayerische Rechtsvorschriften. Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 2016, ISBN 978-3-475-54517-7.
  • Es gilt das gesprochene Wort. Reden, Grundwerte, Würdigungen. Herder, Freiburg im Breisgau 2016, ISBN 978-3-451-34895-2.
  • Mehr Gerechtigkeit! Wir brauchen eine neue Bodenordnung – nur dann wird auch Wohnen wieder bezahlbar. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2019, ISBN 978-3-451-07216-1.

LiteratuurBearbeite

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 377 f.
  • Max Reinhardt: V. Hans-Jochen Vogel. In: Max Reinhardt: Aufstieg und Krise der SPD. Flügel und Repräsentanten einer pluralistischen Volkspartei. Nomos, Baden-Baden, S. 203–232, ISBN 978-3-8329-6575-4.
  • Friedrich H. Hettler, Achim Sing (Hrsg.): Die Münchner Oberbürgermeister. 200 Jahre gelebte Stadtgeschichte. Volk Verlag, München 2008, ISBN 978-3-937200-42-2.
  • Christoph Amend: Hier sind wir die Jugend. In: Die Zeit, Nr. 13/2006.

WeblinkBearbeite

  Commons: Hans-Jochen Vogel – Sammlig vo Multimediadateie

FueßnoteBearbeite

  1. Bernhard Vogel, Hans-Jochen Vogel: Deutschland aus der Vogelperspektive. Freiburg 2007, S. 14/15.