S Tempo in dr Muusig

S Tempo (ital. „Zit“; Plural: Tempi /'tɛmpi/; von lat. tempus; dütsch au Zitmaass) git in dr Muusig aa, wie schnäll mä e Stück söll spiile. Vili Tempobezäichnige si gliichzitig au Usdrucksbezäichnige, wo Uskumft gääbe über dr beabsichtigti Charakter vom ene Muusigstück.

Dr daatsächligi Tempoiidruck vom ene Muusikstück isch aber e Fenomeen, wo witer goot as die räini Schlagzaal bro Zitäihäit und wo vo andere musikalische und nidmusikalische Parameter mitbestimmt wird, bsundrigs vo de Rhüthme, wo vorchömme, dr Dichdi vom musikalische Satz, aber au vo de Rüümligkäite und dr Daagesform vo de Musiker und vom Publikum.

D Tempi

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(öbbe noch waggsender Gschwindigkäit aagordnet)

italiänischi Bezäichnig Bedütig
Langsami Tempi
Larghissimo seer bräit
Grave schweer
Largo bräit
Larghetto e chli bräit (schnäller as Largo)
Lento langsam
Adagio langsam, ruejig
Adagietto zimlig ruejig, zimlig langsam
Middleri Tempi
Andante im Schritt
Andantino e chli schnäller as Andante
Moderato mäössig
Allegretto e chli langsamer as Allegro
Schnälli Tempi
Allegro schnäll, urspr. fröölig
Vivace, vivo lääbhaft
Vivacissimo seer lääbhaft
Presto seer schnäll
Prestissimo üsserst schnäll

Drzue chömme no die Usdrück:


  • assai = seer
  • amoroso = lieblig, liebivoll, mit Liideschaft, mit Liebi, amourös
  • cantabile = gsanglig
  • con brio = mit Schwung (vilmol au as "mit Füür" übersetzt)
  • con dolore = mit Schmärz
  • con espressione = mit Usdruck
  • con fuoco = mit Füür
  • con moto = mit Beweegig
  • con spirito / spiritoso = gäistvoll
  • espressivo = usdrucksvoll
  • giocoso = fröidig, verspiilt
  • giusto = aagmässe
  • grazioso = graziös, mit Grazie
  • impensierito = noochdängglig
  • lesto = flink
  • lugubre = druurig
  • maestoso = majestäätisch
  • ma non tanto = aber nit seer
  • ma non troppo = aber nit allzu seer
  • marcato = markant
  • meno mosso = weniger bewegt
  • moderato = gmäässigt
  • molto = vil, seer
  • morendo = stärbend
  • mosso = bewegt
  • non tanto = nit seer
  • non troppo = nit allzu seer
  • più = mee
  • poco = e chli, e bitz
  • quasi = gliichsam
  • risoluto = entschlosse
  • scherzando = häiter
  • sostenuto = noochdrücklig
  • teneramente = zart, zärtlig
  • tempo giusto = im üüblige Zitmaass
  • tranquillo = ruejig
  • un poco = e chli

Metronomaagaabe

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Zuè de gnaue Fixyrung vo de Tempi hät de Johann Nepomuk Mälzel 1814/16 s Metronom erfunde, mit wellem mò de Grundschlag lose un sää cha. D Metronomzaal (abkürzt mit M. M. = Mälzels Metronom) git aa, wi vill Schlääg pro Minute de Grundpuls hät.

Devor hät au schu de Frédéric Thiémé[1] un C. Mason[2] übber gnaui, uff die italienische Bezeichnunge bezogeni, Tempoaagaabe unter Gebruuch von em Pendel, wôrend de Johann Joachim Quantz 1752 an em Pulsschlag vo 80 Schlääg pro Minute orientyrti metrischi Aagaabe gmacht ghaa hät.[3][4]

I de Regle sin uff de Skala vo em Metronom Tempobezeichnunge aagää, die nem beschtimmte Berych zuegordnet sin. Die Zueordnung isch nu uugfäär blatzyrt, abber nit durch bschtimmti Wärt eidütig feschtglait. D Wärteberych sin unterschydlich, abhängig vom Zitaalter, èm Kulturchrais un èm Fabrikat definyrt. Sèlbscht d Temposchtaffelig wycht vonènand ab, wiè d Bosition vom „Larghetto“ zeigè duèt. Alli Berych sin dõhèr ehnder als Hywyys, abber nit als vobindlichi, starri Reglè aazluege.

D Tabelle zeigt vo links nõch rächts die Wärt uff de Skale vo de abbildete Metronom.

 
Nikko, 21. Jh.
 
Taktell, 20. Jh.
 
Metronome Maëlzel, 19. Jh.
21. Jh., japanisch 20. Jh., dütsch 19. Jh., französisch
Grave 040–44
Largo 044–48 Largo 040–60 Largo 042–70
Lento 048–54
Adagio 054–58
Larghetto 058–63 Larghetto 060–66
Adagietto 063–69 Adagio 066–76
Andante 069–76 Larghetto 070–98
Andantino 076–84 Andante 076–108
Maestoso 084–92
Moderato 092–104 Adagio 098–124
Allegretto 104–116 Moderato 108–120
Animato 116–126
Allegro 126–138 Allegro 120–168 Andante 124–152
Assai 138–152
Vivace 152–176 Presto 168–200 Allegro 152–180
Presto 176–200 Presto 180–208
Prestissimo ≥ 208 Prestissimo 200–208

Beats per minute

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Bi moderni Pop-Stüggle, abber auch im Berych vo de elegtronische Musig wörd s Tempo übber Bpm (= Beats per minute) definyrt. Selli Aagaab erlychteret Broduzänte s Erschtelle vo Remix, DJs s Inenandermischle von e baar Lieder un Rapper s Yschpille von e wittere Tonschpur zum aktuelle Beat.

Tempo-Interpretation un Ufffüürungsbraxis

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Lueg au Historischi Ufffüürungsbraxis: Tempi

„[Tempo isch] das notwendigste und härteste und die hauptsache in der Musique.“

Wolfgang Amadeus Mozart: in em Brief vom 24. Oktober 1777

Litratuur

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  • Carl Philipp Emanuel Bach, Versuch über die wahre Art, das Klavier zu spielen, Berlin 1753; Nachdruck Kassel 2003.
  • Johann Mattheson, Der vollkommene Capellmeister, Hamburg 1739; Nachdruck Kassel 1954.
  • Johann Joachim Quantz, Versuch einer Anweisung, die Flöte traversiere zu spielen; Breslau 1752/1789; Nachdruck Kassel 1964.
  • Leopold Mozart, Versuch einer gründlichen Violinschule, Augsburg 1756; Faksimile-Nachdruck Frankfurt/Main 1956.
  • Friedrich Wilhelm Marpurg, Anleitung zum Clavierspielen der schönern Ausübung der heutigen Zeit gemäß, 2. verbesserte Auflage, Berlin 1765.
  • Friedrich Wilhelm Marpurg, Die Kunst das Clavier zu spielen, Berlin 1762; Nachdruck Hildesheim 1969.
  • Johann Friedrich Agricola, Anleitung zur Singkunst (zämme mit em italiänische Original vom Pier Francesco Tosi Opinioni de’cantori antichi e moderni ..), Berlin 1757; Nachdruck Celle 1966.
  • Johann Philipp Kirnberger, Die Kunst des reinen Satzes in der Musik, Berlin 1776; Nachdruck Hildesheim 1968.
  • Johann Georg Sulzer, Allgemeine Theorie der Schönen Künste, Band 1–4, Leipzig 1720–79, Nachdruck Hildesheim 1970.
  • Daniel Gottlob Türk, Klavierschule, Leipzig und Halle 1789; Nachdruck Kassel 1962.
  • Heinrich Christoph Koch, Musikalisches Lexikon, Frankfurt 1802; Nachdruck Hildesheim 1964.
  • Carl Czerny, Vollständige, theoretisch-practische Pianoforte-Schule … in 4 Theilen, op. 500, London o. J.
  • Carl Czerny, Von dem Vortrage (1839), Dritter Teil aus „Vollständige theoretisch-practische Pianoforte-Schule“, op. 500, Faksimile-Nachdruck Wiesbaden 1991.
  • Dom F. Bedos de Celles, L’Art du Facteur d’Orgues, Paris 1766–1778; Die Kunst des Orgelbauers, Laufen 1977.

Fuessnote

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  1. Frédéric Thiémé: Novelle théorie sur les différens mouvements des airs fondée sur la pratique de la musique moderne, avec le projet d’un nouveau chronomètre. Paris 1801; Nõchdrugg Minkoff, Genève 1972.
  2. C. Mason: Rules on the times, metres, phrases accent of composition. London, öppe 1806.
  3. Friedrich Gersmann: Klassisches Tempo für klassische Musik. Teil 2. In: Gitarre & Laute. 7, 1985, Heft 5, S. 61–66; dõ: S. 64–66.
  4. Friedrich Gersmann: Klassisches Tempo für klassische Musik. Deil 3. I de: Gitarre & Laute. 8, 1986, Heft 3, S. 14–18; dõ: S. 15.
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