Text:Jacob Burckhardt/E Hämpfeli Lieder/Vorgsicht

Vorgsicht.

Es gitt en Ahnung, und sie nimmt mengmol
E sichri Gstalt a und erschynt, me mag
Sie wölle-n-oder nit. I weiß dervo.

Emole-n-amme heisse Summertag
Do sim mer unser drei wyt über d'Berg
Und z'Obe-n-in der Dämmrung heim dur 's Oehrli.
Vo früeh vor Tag fast bständi uf de Beine,
Sind alli müed und händ scho halber gschlofe
N-im Goh. – Do gseh-n-i, nit wyt vor em Brückli,
Drei Männer stoh, die uf is gwartet händ.
I bschau sie recht, und 's kunnt mer vor, sie gsäche
N'uns selber zglych, nur noch emol so alt,
Wie ältri Brüeder us 're-n-erste-n-Eh.

Der Eint von uns foht mit sym Ebebild
A z'rede: Sag, was trybsch? – und 's Ebebild,
E starke blühende Ma mit heitrem Aug,
Gitt Antwort. »Gschäft und Müeh Johr us Johr y,
»Und doch goht Alles guet; e lustig Huus,
»E liebi Frau und liebi gsundi Kinder.«

Dem Zweite von uns stoht sy Ebebild
Wie imme wysse Mantel gegenüber,
Mit blassem Gsicht, und doch voll Rueh und Friede.
Und ungfrogt seit's: »Gsehsch au das stilli Land
»Voll Morgeroth? Me goht mit lychtem Schritt,
»Ganz lys, es isch aß ob eim d'Blueme treite,
»Und alsfurt gege Sunnenufgang hi.
»Wottsch wisse was i mit mer trag? nur 's Liebst,
»Die schönste Stunde-n-us der schöne Juged.«

Und endli kunnt's an mi. I ha nit gwogt
My Ebebild recht z'bschaue; wie-n-e Schleier
Isch's übrem gsi, doch ha-n-i d'Stimm erkennt
Und ghör sie noch: –»O glaub's, heig d'Mensche gern!
»'S isch 's einzig Glück! und was di jetz bigeistret,
»Sygs Liebi, Fründschaft, Heimeth, Poesie,
»Gib's nit lycht uf! S'ka mengs e Täuschung sy,
»Und enneweg e gheime Sege druf!«

I ghör noch rede, doch sind alli Drei
Verschwunde. I verwach wie us em Traum
Und seh die beide Fründ scho vor mer ane;
Sie gehnd aß wenn nyt gsi wär, – wie-n-i afang
Vo dem was gscheh isch, luege sie mi a
Zerst wie nit gscheit und föhnd derno a z'lache.
»Es heig mer traumt.« – Mira, so blyb's derby.