Text:Volkslieder/Niene geit´s so schön u lustig

Niene geit´s so schön u lustig

  • anonym
  • Erschine am 1. Oktober 1847 im «Emmenthaler Blatt», orthographisch liecht verbesseret vom Hans Sommer in «Volk und Dichtung des Emmentals»

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Niene geit´s so schön u lustig
Wie daheim im Ämmetal
Dert ischs allergattig Rustig
Dass eim schwär wird d Uswahl:
Manne het es ehrefesti
Wyber brav u hübscher Art
Meitschi - we d´se gsehst so hest di
Dry verliebt - so schön u zart.

Da ist nüt vo Kumplimänte,
Allem seit me nume «Du»,
Sig's der Milchbueb mit der Bränte
Oder trag er Ratsherre-Schue;
D'Städter fryli cheu's nit lyde,
Bsunders d' Herre ohni Gäld! -
Doch i mein, dä sig nit gschyde,
Wo si für so Sache quält.

Räbe wachse fryli keiner,
Doch kei Hauptsach ist der Wy:
Milch u Chäs ist üsereiner
Ordinäri längste gsy;
Wär si nit so dry will schicke,
Cha, wenn är's grad sauft vermaa -
Vo de Wältsche Wy la bschicke
Oder - cha is Wirtshus ga.

So wie d'Chüejer uf de Bärge
Mache d'Bure Chäs im Tal,
U das de nit chlyni Zwärge
U nit weni a der Zahl.
Holz u Lade fergge d' Flöösser,
D'Ammen ab - uf Basel zue;
Chunnt im Früelig ds Wasser grösser,
Hei si bis es flotscht kei Rueh.

D'Chleider het me nume simpel
So vo älbem Halblyn gmacht;
Herrschelige Narregrümpel
Ghört gar nit zu üser Tracht.
Rosshaarspitzli treit no ds Müeti,
Plötzlighose no der Alt, -
D'Meitschi schöni Schwäbelhüetli,
Chöpfli drunder grad wie gmaltl

Chunnt de albe Angiländer -
U süst Herrschaft au dahär,
Tragi d' Fräuli goldni Bänder
U derglyche Zierat mehr;
Hei si Diener - hei si Wächter -
Sy si hübsch u rych drby,
Müeßt en Ammetaler Tächter
Mir doch gäng no lieber sy.

Die meu de der Pantsch erlyde,
We's scho an es Ärstha geit;
Arme hei si wyss wie Chryde,
Bei - i hätt bal öppis gseit - :
Bäckli hei si - früsch wie Rose,
Auge wie der Morgestärn;
Und jetz wärdet ihr erst lose -
Sie hei d' Buebe grüsli gärn.