d Anna Sutter (1894)
Dialäkt: Schwäbisch
d Anna Sutter en spädre Johr uff-ma Gemälde vom Paul Bollmann

.

D Anna Sutter (* 26. November 1871 z Wil em Kanton Sanggale, † 29. Juni 1910 z Stuegert) ischt a Schweizer Opernsengere gwäa, wo sowohl als Sopranischdin wia au als Subredde am wirdabergischa keniglicha Hoftheader z Stuegert ihre greeschde Erfolg gfeiret hot ond als Opfer vo-ra Eifersuchts-Trageede hot sterba miaßa.

Inhaltsverzeichnis

Aus ihrem LeabaBearbeite

D Anna Sutter kommt am 26. November 1871 em schweizerischa Wil uff d Welt. Noch ihrer Schuelausbildong studiirt-se Klaviir ond Gsang, zerscht z Bern ond nochher noh z Mincha. Wia-se do drmit ferdich ischt, kriagt-se vo 1891 bis 1892 a Engagement en Mincha, hendrher bis bis 1893 z Augschburg ond schließlich em Alder vo 22 Johr am Stuegerter Hoftheader. S dauret et lang, ond dui jonga Frau wird en sellra Stadt zom Publikumsliableng, et bloß weaga ihrer Sangeskunscht[1], sondern au weaga ihrer graußa erodischa Ausstrahlong. Ihre Vorehrer hoißet-se bloß liabevoll uff guat Schwäbisch s Sudderle. An bsondra Glanz vorleiht-se de Rolla vom Georges Bizet seira Carmen, vom Carl Maria von Weber seira Agathe em Freischütz, vom Jacques Offenbach seira Giulietta en Hoffmanns Erzehlonga ond vom Franz Lehár seira Hanna Glawari en dr Luschdiga Witwe. Des Sudderle gilt als oina vo de erschde Sengerenna, wo da Tanz der sieben Schleier em Richard Strauss seira Opr Salome selbr danzt.[2]

Em Lauf vo dr Sutter ihrer Stuegerter Zeit wechslet dui scheena Frau oft ihre Liabhaber. Dr zwoitledschde vo deane isch dr keeniglich wirdabergische Hofkapellmoischtr Aloys Obrist (1867–1910). S dauret grad amol zwoi Johr, bis d Anna Sutter em sella da Laufpass geit. Mr schreibt da 29. Juni 1910. Am späda Vormiddag schellt’s an dr Glasdiir vor dr Sutter ihrer Wohnong em erschda Stock en dr Schubartstroß 8. Dr Obrist koo’s et vorwenda, dass-en sei Oogebeddada zruckgwiisa hot. Rasend vor Eifersucht tobt’r vor dr Diir. S Objekt vo seira Begirde leit noh em Bedd mit ihrem neia Liabhaber, em Opernsenger Albin Swoboda junior (1883–1970). Wia s Dinschtmädle da Obrist en d Wohnong reikomma loot, vorsteckt sich dr Swoboda uff Geheiß vo dr Anna Sutter e-ma Wandschrank. Dr Obrist stirzt ens Schlofzemmer ond schreit sei Vorflossena frogend oo, ob-se datsächlich nix meh vo-nem wissa will. Kaum hot’r dr Anna ihr Ablehnong vornomma, ziagt’r a Pischdol ond druckt ab. Sei erschder Schuss stroift d Anna bloß, abr dr zwoide trifft-se middla ens Herz. Do druff fellt nomol a Schuss. Mit deam setzt dr Obrist seim oigena Leaba a End. Glei am andra Dag kommt z Stuegert a Extrabladd raus mit de Schlagzeila: „Anna Sutter ermordet! Von Aloys Obrist erschossen! Selbstmord des Mörders!“[3]

Ihr ledschda Ruah fendet d Anna Sutter uff-em Stuegerter Pragfriidhof. An dr Beerdigong nemmet rond 10.000 Leit teil. Grad amol 38 Johr send dera Frau zom Leaba vorgennt gwäa.

FamiliäresBearbeite

Wia oba ausgfihrt worra ischt, ischt d Anna Sutter z Stuegert en vorschiidene Liibesaffära vorwicklet gwäa. Aus zwoi vo deane Bezihonga send Kender hervorganga: 1900 ischt ihr Dechterle Mathilde uff d Welt komma ond 1902 ihr Soh Felix. Dr Mathilde ihr Vadder isch Hans Freiherr von Entress-Fürsteneck gwäa ond dr Vadder vom Felix dr Stuegerter Hofkapellmoischtr Hugo Reichenberger.

EhrongaBearbeite

1906 isch d Anna Sutter z Stuegert zor Kammersengere mit-ma Engagement uff Lebenszeit ernannt worra.

S Oodenka an d Anna SutterBearbeite

S GrabBearbeite

Dr Anna Sutter ihr Grab uff-em Stuegerter Pragfriedhof ko-mr heit noh ogucka.[4] Bis gega End vo de 1960er Johr hot mr uff sellem Grab fascht jeda Dag a frischs Streißle gfonda, vo-ma „obekannda Vorehrer“, wia’s emmer ghoißa hot. De meischde Stuegerter Stadtfihrer send sich abr einich en dr Moinong, dass viil drfir spricht, dass der Obekannde dr Anna Sutter ihr ledschder Liebhaber, ihr Kollege Albin Swoboda, gwäa ischt ond dass sich dr sell sei ganz Leaba lang et hot drmit abfenda kenna, dass’r sich em Schrank vorsteckt ond drom des Vorbrecha et hot vorhendre kenna.[5]

Dr SchicksalsbronnaBearbeite

 
Dr Schicksalsbronna zom Oodenka an d Anna Sutter

Viir Johr noch dr Anna Sutter ihrem Ableaba isch direkt vor-em Kinschtlereigang zom Stuegerter Opernhaus dr so genannde Schicksaalsbronna eigweiht worra, gschaffa vom Bildhauer Karl Donndorf. Seller Moo ischt em gleicha Alder wia dui Sengere ond au mit dera befreindet gwäa. Des Kunschtwerk ischt em Jugendstil ond zeigt zwoi Liibespaar. S oine vo deane simbolisiirt d Freid am Leaba ond s andre s Loid. Dui Figur en dr Midde stellt d Schicksalsgeddin dar. Der Bronna hot folgenda Inschrift:

Aus des Schicksals dunkler Quelle
rinnt das wechselvolle Los.
Heute stehst Du fest und groß,
morgen wankst Du auf der Welle.

[6]

En spädre Johr isch der Bronna vorsetzt worra. Heit stoht'r em Obra Schlossgarda ganz en dr Nähe vom Theader.

KriminalstickBearbeite

Us-em Olass vo dr Anna Sutter ihrem hondertschda Todestag hot d Akademie der bildenden Künste Stuttgart zamma mit dr Filmakademie Ludwigsburg vom dridda bis zom neinda Juli 2010 em Haus vom Alten Landtag en dr Stuegerter Heusteigstroß a Kriminalstick mit-em Titel Projektion Carmen – Der Fall Anna Sutter uff d Bihne brocht, a Mischong aus Film ond Theader.

UffnahmaBearbeite

Vo dr Anna Sutter ihrer Sangeskunscht geit’s au a baar Uffnahma, wo zwoi Johr vor ihrem Ableaba z Stuegert uff Schallbladda bannt worra send. Dobei handlet sichs om Liader ond Aria vo de Kombonischda Georges Bizet (aus Carmen), Carl Millöcker (aus Gasparone), Hervé (aus Mam’zelle Nitouche) ond vo andre, heitzodag weniger bekannde Musikschepfer. Enzwischa send selle alde Uffnahma uff CD omgschbiilt worra, wo da Titl tregt: Anna Sutter. Sämtliche Aufnahmen (Stuttgart 1908), erschiina send-se ondrem Läbl «Truesound Transfers» mit dr Nommer «TT-7021».

QuellaBearbeite

  • Markus Heffner: Mitten ins Herz, Artikl en dr Stuegerter Zeidong vom 29. Juni 2010, S. 30 (Olass isch dr 100. Todesdag vo sellra Frau gwäa).
  • Lueg d Litradur ond Weblink

LitradurBearbeite

WeblinkBearbeite

FuaßnodaBearbeite

  1. Laut-em Hischdoriker Otto Borst hot dui Frau koi bsonders scheena Stemm ghet. Virduos sollet bloß ihre schauspiilerische Leischdonga gwäa sei. (Otto Borst: Stuttgart – Die Geschichte der Stadt, Konrad Theiss Verlag Stuttgart und Aalen, 1973, S. 332, ISBN 3-8062-0114-5)
  2. Em Reglfall händ sich dia Sengerenna vo-ra Tänzere dubla lassa.
  3. Hermann Freudenberger: Mord aus Eifersucht, Kapidl 64 em Buach Typisch Stuttgart, Verlagshaus Würzig GmbH & Co. KG, Würzburg, 2001, S. 90 bis 91, ISBN 3-88189-412-8.
  4. Ardikl en dr Stuegerter Zeidong vom 21. März 2012
  5. Stuegerter Zeidong, Quellaogab Nr. 1
  6. A greßers Bildle vom Schicksalsbronna mit-ra Beschreibong