Da Armand-Jean I. du Plessis de Richelieu (* 9. Septemba 1585 ufm Schloss Richelieu, Indre-et-Loire; † 4. Dezemba 1642 in Paris), Marquis du Chillou, Bischof vo Luçon (1608), Kardinal (1622), 1. Herzog vo Richelieu (1631) und 1. Herzog vo Fronsac (1634), Generalabt vo Cluny, Cîteaux und Prémontré. Schpitznama „rote Eminenz“; wichtigschta Berata vom Ludwig XIII; hot us Frankreich an absolutistischa Staat gmacht und d’Vormacht vo da Habsburga in Europa brocha.

Dialäkt: Vorarlbärgisch

Sine Afäng

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Da Armand du Plessis isches vierte vo füf Kind vo François du Plessis, nam Soldat, Höfling und Großpropst vo Frankreich, und Susanne de La Porte, Tochta vo nam berühmta Jurischta. Mit nü Joahr hot ma n zum Philosophii schtudiera nach Paris (Collège de Navarre) gschickt. Danoch hot a ins Militär wella, wia sin Vata.
Da König Heinrich III. hot sinam Vata dia Diözese vo Luçon zuagschprocha ket, wo sinara Familie da gröschte Toal vo ihram Geald brocht het. Wil sin ältara Bruada is Kloschta ganga isch, heat da Armand-Jean du Plessis dean Bischofssitz übaneah müssa, zum s Geald sichara. Uf des ane hot a s’Militär gschmissa und agfanga Theologii zum schtudiera. 1607 isch a zum Bischof gweiht wora, glei druf hot a promoviert und isch erflogreich dra ganga, in sinara Diözese ufzrumma. Als erschta Bischof vo Frankreich hot a die Beschlüss vom Konzil vo Trient umgsetzt.

Er isch bi da Generalständeversammlung 1614 als Vatreata vom Klerus dabei gsi und isch scho döt als brillianta Redna ufgfalla. D'Maria von Medici hot, wia se als Muatta für Ludwig XIII regiert hot, ean 1616 als Staatssekretär für Ußapolitik und Kriag an Hof gholt. Wia da König sine Muatta ins Exil gschickt hot, isch da Richelieu zitwis in Ungnade gfalla. 1619 hot ers denn aba gschafft, da Ludwig und sina Muatta mitanand uszumsöhna, und hot sich damit die Gunscht vom König zruckgholt.

Sin politischa Ifluss

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Wia da erschte Minischta vom Ludwig XIV., da Charles de Luynes, an Gegna vom Richelieu, wo uf oamol gschtorba isch, isch am Richelieu sina Zit ku. 1622 isch a Kardinal wora, 1624 isch a in Minischtarot ku und isch denn bald da wichtigscht Berata vom König und bald druf Prinzipalminischta gsi.

Da Richelieu hot durch sinen Ifluss ufn König Frankreich noch sina Vorschtellunga umgschtaltet. Er hot d'Vawaltung reformiert, dm Amtsadel eam sine Macht gno, a Netz vo Spiona ufbaut, dm Adel sine Rechte und sin Ifluss beschnitta und die militärische Machto vo da Hugenotten vanichtet. Er hot o wöchentlich a Zitung „La Gazette“ ussagea lo, wo nebs Nochrichta vom Hof alle Gesetze, Edikte, Ordonnanzen und Berichte vo eam und m König vaöffentlicht hot, und so uf die Meinung vo Militär, Klerus, Glehrten und Beamten igwirkt.

Innapolitisch hot da Richelieu d'Hugenotta, wo damols an Schtaat im Schtaat khet hon, als zwoate Macht im Schtaat usgschalta. A lange Serie vo Feldzüg, Belagerunga und Schlachta hots brucht, bis 1628 dia hugenottische Stadt La Rochelle nach mehr als oanam Jahr Belagerung bedingungslos kapituliert hot.

Ußapolitisch hot a da Drißgjöhrige Kriag für sis Ziel die Schpania zruckzdränga gnutzt. Er hot die protestantischa Fürschta zersch mit Geald vasorgt, damit se Schpanien amol zamürben und isch denn 1635 an da Sita vo Schweden in dean Kriag itreata.

Da Richelieu isch nia zimpalich gsi – politische Gegna hot a rücksichtslos usgschalta, Bündnisse hot a mit allem und jedem gschlossa, solang se eam was brocht hon. Als katholischa Kardinal hot a im drissgjöhriga Kriag mit da Proteschtanta paktiert. Sine Polititk isch uf große Widaschtänd gschtossa, bi Adel un Klerus, aba o innapolitisch. Es hot hufawis Vaschwörunga gea zum ean umbringa, aba sis riesige Schpionagenetz hot se alle reachtzitig ufdeckt.

Da Richelieu isch am 4. Dezember 1642 gschtorba. Sine Gsundheit isch nia bsundas guat gsi, und er hot o nia uf sich ufpasst. Sit m 18. November isch a ufm Sterbebett gleaga, hot aba döt all no in da Politik mitgmischt und zwoa Täg vor sinam Tod no mit m König konferiert. Begraba wora isch a – wia na sichs gwünscht hot – in da Kapelle vo da Sorbonne, wo a renoviera lo hot.

Schrifte

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  • Armand du Plessis: Testament politique de Richelieu. hrsg. von Françoise Hildesheimer, Société de l’histoire de France, Librairie H. Champion, Paris 1995, ISBN 2-85203-438-7
  • Armand du Plessis: Emblema animae or morrall discourses. Translated by I. M., Printet by N. Okes, London 1635.
  • Armand du Plessis: The principall points of the faith of the Catholic Church defended. Translated by M. C., Paris 1635.

Literatur

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Neueri dütschi Werk

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  • Dickmann, Fritz, Rechtsgedanke und Machtpolitik bei Richelieu. Studien an neuentdeckten Quellen, in: HZ 196 (1963) S. 265-319.
  • Philippe Erlanger, Richelieu Der Ehrgeizige, der Revolutionär, der Diktator. Aus dem Frz. übertr. v. Ulla Leippe, Frankfurt/M. 1975; ISBN 3-7973-0273-8
  • Joerg Wollenberg, Richelieu Staatsraison und Kircheninteresse. Zur Legitimation der Politik des Kardinalpremier, Bielefeld 1977; ISBN 3-88024-020-5
  • Daniel P. O'Connell, Richelieu: Kardinal, Staatsmann, Revolutionär. Dt. Übers. von Holger Fliessbach, München: Heyne, 1978; ISBN 3-453-55046-3
  • Philippe Erlanger, Richelieu, Lübbe, Berg.-Gladb. 1980; ISBN 3-404-61054-7
  • Bruno Gloger, Richelieu, die Karriere eines Staatskanzlers. Biogr., Berlin 1989, 1990; ISBN 3-355-00820-6
  • Jean Meyer, Fkr. im Zeitalter des Absolutismus, 1515-1789. Aus dem Frz. übertr. v. Friedrich Weinert (Gesch. Fkr.s 3), Stuttgart 1990; ISBN 3-421-06453-9
  • Markus C. Kerber, Richelieu oder Die Macht des Vorzimmers, Berlin: verbum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2004; ISBN 3-928918-23-0
  • Burckhardt, C. J., Richelieu, Der Aufstieg zur Macht - Behauptung der Macht und kalter Krieg - Großmachtpolitik und Tod des Kardinals, Ausgabe in einem Band, Verlag Callwey, München, 18. Auflage 1984, ISBN 3-7667-0727-2
  • Klaus-Gunther Wesseling: Armand Jean du Plessis (Herzog von Richelieu). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 8, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0, Sp. 226–235.

Wichtigi französischi Werk

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  • François Bluche, Richelieu, Perrin, 2003, ISBN 2-262-01718-2 (vom Richelieu-Spezialisten)
  • Françoise Hildesheimer, Richelieu. Une certaine idée d'Etat, Paris, 1985
  • Françoise Hildesheimer, Relectures de Richelieu, Paris, 2000

Neueri englischi Werk

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  • Richard Bonney, Political Change in France under Richelieu and Mazarin, 1624-1661, Oxford/London/Glasgow 1978;
  • Robert J. Knecht, Richelieu, London/New York 1991; ISBN 0-582-55710-0
  • Joseph Bergin, The Rise of Richelieu, New Haven/London 1991; ISBN 0-300-04992-7
  • Joseph Bergin, Richelieu and his age, Oxford: Clarendon Press, 1992; ISBN 0-19-820231-8
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