Text:Meinrad Lienert/D'Muettersprouch

D’Muettersprouch, dichtet vum Meinrad Lienert (1865-1933), stammt us em Schwäbelpfyffli, sym dritte Band mit Mundartgedicht.

D’MuettersprouchBearbeite

Vergouh muess üs’ri Muettersprouch!
Mer fönd si a verlüre,
Si chunnt wie’s Ähnimuetters Tracht,
Z’letzt hinder d’Chastetüre.
Glych, d’Sprouch, die hemmer länger trait,
Und ’s wurd au mit ’re meh abgleit.

Si hät halt nüd blöiss ussevür,
Äs wie ä alte Tschouppe.
Si hät au nüd blöiss ob dr Tür,
Wie ’s Ähnis Heldewoppe.
Wurd einist üs’ri Sprouch ustou,
Müesst us em Härz mängs Würzli nou.

Mängs Würzli wou drus ’s Schwyzergmüet
Ist chou wie ’s Bluest dur d’ Alpe,
Die sältstne Blueme zerrt me us,
Strählt d’Weide allethalbe.
Fyfälterli, beit nu ä Rungg,
Gohst z’letzt fürsust nou ihrem Hung.

LiteraturBearbeite

  • Meinrad Lienert: ’s Schwäbelpfyffli, Bd. III, Verlag Sauerländer & Co., Aarau 1920, S. 205.