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Dialäkt: Oberallgairisch
Dr 3. Kreizzug, dr Dood vom Barbarossa
D „Siebe Schwobe“, Trommgesellenzunft Mondergenge, Fasnacht 2006
Stuttgart 21, Protest

Unter em Schwobastroich verstoht ma im Schwäbische a bsonders kuraschierde, intelligänte Handlung mid em moischt guade Usgang.[1] In dr dytsche Sproch dagege a tollpatschige, lächerliche und grotesk dumme Handlung.[2] A nuie, neitrale Konnotation isch in Verbindung mid Stuttgart 21 entstande, a Schwobastroich als Usdrugg vo Protest.[3]

KonnotationBearbeite

Ursprung isch d Gschicht D Siebe Schwobe, wo scho in em Moischterliad vom Hans Sachs erschtmols niedergschriebe isch (als 9 Schwobe). D Schwobe als Ziil vo Spässle und Spott vo andre Landsmannschafte, als tollpatschig und grotesk dumm bschriebe.[4]

Intressant isch, dass dr urspringliche Spott z Schwobe positiv umbewerded wore isch: D siebe Schwobe Spottfigure als Identifikationssymbol und Marke.[5] Beispiil: Sieben-Schwaben-Preis z Augschburg, Sieben-Schwaben-Karnevalsvereinigung z Ulm, Die 7 Schwaben Theater z Kornweschte, Theatergruppe Schwobastroich z Messenga.

In dr Ballade Schwäbische Kunde vo Ludwig Uhland gohts um a Heldegschicht im 3. Kreizzug vom Kaiser Barbarossa (1189–1190).[6] Es isch a makabr Gschicht, wo a Schwob umzingld isch, an Tiake zwoidoilt und so d Tiake in d Flucht schlogt und dafir vom Uhland d Usdrugg Schwabenstreich verwend wore isch.[7]

Uf d Frog vom Kaiser, wo er sodde Stroich glernt häd, sogt dr Schwob in dr Ballad:

„Die Streiche sind bei uns im Schwang;
Sie sind bekannt im ganzen Reiche,
Man nennt sie halt nur Schwabenstreiche."

D Gschicht isch au vom Brediger Abraham a Sancta Clara 1683 in „Auff, auff, ihr Christen!“ ufgschriibe wore.

Im Zämehang mid em Brojäkt Stuttgart 21 isch dr Schwobastroich als Form vo Protest und als Birgerbewegung aagseh wore. Im Spezielle isch a Vrknipfung vo Schwobastroich mid Zopfastroich entstande: protestiere zue e bstimmte Uhrzeit mid viil schreie un lärme.[8]

LitradurBearbeite

  • Anonymus: Die Schwaben in Der Geschichte Des Volkshumors, vor 1923, neu herausgegeben von Albrecht Keller, NABU Press, 2010. ISBN 978-1148644004.

WeblinkBearbeite

BelegBearbeite

  1. Ein Schwabenstreich ist kein Schildbürgerstreich (Memento vom 16. Oktober 2017 im Internet Archive) (uf stuttgarter-zeitung.de)
  2. Schwabenstreich (Memento vom 5. April 2016 im Internet Archive) (uf duden.de)
  3. Der Schwabenstreich als Ausdruck des Protestes (uf stuttarter-nachrichten.de)
  4. Klaus Graf: Sieben Schwaben. In: Enzyklopädie des Märchens 12 (2007), Sp. 649–654 online (Memento vom 15. Jänner 2018 im Internet Archive). Ausgebaut in dem Aufsatz: Klaus Graf: Über den Ursprung der Sieben Schwaben aus dem landsmannschaftlichen Spott. In: Die sieben Schwaben. Stereotypen, Ludwig Aurbacher und die Popularisierung eines Schwanks. Hrsg. von Dorothee Pesch/Elisabeth Plößl/Beate Spiegel [Begleitheft zur Ausstellung „Die sieben Schwaben – vom Schwank zur Marke“ im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld vom 17. März bis 6. Oktober 2013] (Schriftenreihe der Museen des Bezirks Schwaben Bd. 48), Oberschönenfeld 2013: Schwäbisches Volkskundemuseum, S. 15–17, 20–23, 27–31, doi:10.5281/zenodo.32427.
  5. Hermann Scholz: Wenn Spott zur Marke wird (Video nicht mehr verfügbar). Archiviert vom Original am 9. April 2013; abgerufen am 5. Juli 2017.
  6. Ludwig Uhland: Schwäbische Kunde (Memento vom 6. Juni 2017 im Internet Archive) (uf zeno.org)
  7. Schwabenstreich (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (sagen.at)
  8. Täglich einen Schwabenstreich (uf taz.de)