Hauptmenü ufmache
Am untere Rand sind d Vers 19-21 vom Muspilli anegschribe worde

Muspilli isch e althochtütsches Gidicht, wo s Schicksal vo de Seel nochem Tood und s Jüngsti Gricht bischribt. Es isch i Stabraim dichtet wore, allerdings het de Poet die Technik nüme ganz biherrscht und drum würkt s Gidicht zum Tail holperig. De Tielekt vom Gidicht isch Altbayrisch.

Inhaltsverzeichnis

GschichtBearbeite

De Erzbischof Adelram vo Salzburg († 836) het em Ludwig em Tütsche († 876), woner no en Bueb gsii isch, e theologisches Büechli gschenkt. Spööter, im uusgente 9. Joorhundert, het en uugüebte Schriiber uf die leere Blätter und Stele i dem Buech d Vers vomene apokalyptische Gidicht gschribe. S Gidicht selber isch im iigeente 9. Joorhundert dichtet worde vo näbertem, wo sich offesichtlich i theologische und juristische Sache uskennt het.

S Buech isch denn in Bsitz vom bayrische Chloster St. Emmeran choo und spöter mit anderne Büecher zämebunde worde, wobii de Aafang und s End vom Gidicht, wo offesichtlich ufem Iiband gstande sind, verlore ggange sind, doch cha sichs nume um jewils wenigi Zile handle. De Band stoot hüt under de Sigle Clm 14098 i de Bayrische Staatsbibliothek Münche. D Tail vom Muspilli stönd uf de Siite 61a, 119b, 120ab und 121ab.

Ane 1817 isch mer uf da Gidicht ufmerksam woore und 1832 hets de Johann Andreas Schmeller zerschtmol underem Name Muspilli veröffetlicht.

MuspilliBearbeite

Binennt isch s Gidicht nochem Wort muspille (Dat.Sg.), wo im Vers 57 vorchunnt. Da Wort kennt me sus numeno us de altsächsische Bibeldichtig Heliand (Hel. 2591; 4358) und de altisländische Edda. Es werd nume im Zämehang mitem Weltuntergang bruucht. Und zwor weret i de Edda, bim Beschrib vom Weltuntergang di Verwandte vom Füürriis Surtr Muspellz synir (Söö vom Muspell) gnennt und di füürigi Flammehaimet vom Surtr, wo im Süüde lit, haisst Muspellsheimr. D Etymologi vom Wort isch völlig unklar, kai Erchlärig isch bis jetz au nu e bitz anerchennt worde.

InhaltBearbeite

S Muspilli cha i drai Tail glideret werde.

Im erste Tail (Vers 1-30) verzellt de Dichter sehr bildhaft, wie nochem Tod vomene Mensch d Engle vode Himmelssterne und d Tüüfle vo de Pechhell chömet und um d Seel kämpfet und wie die liide werdi, wenn si vos Satans Gsindel gholt werdi. Degege werd si im Himmelriich froidvoll ooni Sorge lebe. De Dichter empfelt drum e gottgfäligs Lebe.

Im zwaite Tail (Vers 37-72) werd de Kampf vom Elias und em Antichrist bischribe und denn de Weltuntergang:

Transliteration

sô daz Eliases pluot    in erda kitriufit,
sô inprinnant die perga,    poum ni kistentit,
einîhc in erdu,    ahâ artruknênt,
muor varswilhit sih,    swilizot lougiu der himil,
mâno vallit,    prinnit mittilagart,
stên ni kistentit,    verit denne stûatago in lant,
verit mit diu vuiru    viriho wîsôn.
dâr ni mac denne mâk andremo    helfan vora demo muspille.
denne daz preita wasal    allaz varprinnit
enti vuir enti luft    iz allaz arfurpit,

Öbersetzig

wenn s Eliase Bluet uf d Erde tröpflet,
fömd d Berge a brene, kann Bomm stoot mee,
nöd an anzig uf de Erde, d Gwässer vertröchnet,
s Moor verschlingt sich, mit Gluese glüet de de Himmel,
de Moo ghait abe und Mittilgart brennt,
kan Stai blibt stoo, und de Grichtstag faart is Land,
faart mit Füür um d Mensche zrechtwiise.
Do vermag de Verwandti em andere nöd helfe, vorem Muspilli,   
wenn di braiti Fluur ganz verbrennt
und Füür und Luft ales wegförbet.

De Dichter frögt denn rhetorisch, wo denn jetzt da Land sai, womer so heftig drum kämpft hebi.

Im dritte Tail (Vers 31-36 & 73-103) werd denn s Jüngsti Gricht bischribe. S himmlische Heer ladet ali Seele, di Lebige wie di Tote vor s Gricht, wo niemert au nu s chlinnst Vergee verhaimliche cha, denn do "werd d Hand rede, de Chopf sege, und alli Glider bis zum chlinste Finger". Wer sini Sünde dur Almose und Faste abtrait het und schuldlos isch, cha sorgefrai sii. Im End werd s Chrütz vom Hailige Christ anetrait, denn brecht s Gidicht ab; offesichtlich feelt de Schluss.

DüütigBearbeite

Obwoll de Inhalt vom Gidicht rain christlich isch und und d Idee vom Weltuntergang sich au i de Bible (Matth. 24-25; Offenb. 20 u. a.) findet, werd wegem Wort Muspilli zum Tail au vermuetet, ass de Tail vom Weltuntergang no alti haidnische Vorstellige enthalte chönnt, ähnlich a dene, wie si i de nordische Völuspa (Vsp. 47; 50-52; 57) beschribe werdet.

Lueg auBearbeite

BüecherBearbeite


LinkBearbeite


  De Artikel gits au as Audiodatei
:
abelade | Informatione


Meh Informatione zum WikiProjekt Gsprocheni Wikipedia
.