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dr Johann Jacob Spreng (um 1740/45),
es Bild vom Johann Rudolf Huber i dr Uni Basel

Dr Johann Jacob Spreng (* 31. Dezämber 1699 z Basel; † 24. Mai 1768 au dört) isch e Schwiizer Theoloog un Profässor a dr Uni Basel gsii. Vo ihm isch die erschti grossi Wörtersamlig von ere schwiizerdüütsche Mundart und eini vo de erschte vo dr Düütsche Sprooch, und do drmit het dr Spreng as erschte Germanischt a dere Uni gwürkt.

s LäbeBearbeite

Dr Spreng het d Theology studiert und isch dänn Huuslehrer bin ere Adelsfamilie im Würtebärgische worde. Är isch 1724 z Wien as Dichter am Hof erfolgrych gsi, und spöter het er as Pfaarer i dr Nööchi vo Stuttgart und sid 1737 im Saarland gschaffet. Ane 1740 isch er uf Basel zrugg, won er d Kunscht vom Dichte glehrt und en Sproochgselschaft gründet het. Er isch Pfaarer vom Basler Waisehuus gsi, me het en z Basel as «Stadtpoet» gschetzt, und vo ihm sind e bar Chilelieder und es nöis Basler Chilegsangbuech. A dr Uni Basel isch er 1761 Profässer für Griechisch worde.

Vom Spreng sind es bar Wärch im Truk usecho, und ane 1752 het er em Petermann Etterlin sini Äiggnössischi Chronik nöi useggää. Är het au Sache us em Latynische und em Änglische is Düütsch übersetzt.

dr SproochforscherBearbeite

Em Johann Jacob Spreng sis grosse Läbenswärch isch es gsi, Wörter vo dr düütsche Sprooch und dänn psunders au vom Baseldüütsch ufzschrybe. Die grossi Samlig vo Mundartwörter isch die eerschti sistematischi Dokumäntazioon von ere Düütschschwiizer Mundart; dr Basler Düütschprofässer und Dialäktoloog Adolf Socin het es bar Sache drvo i dr Zytschrift Alemannia publiziert. Süscht isch das Wärch denn doch nie ganz as trukts Buech usecho, bis es dr Germanischt Heinrich Löffler ane 2014 äntlech useggää het. D Handschrifte vo dene Arbete sind sid ane 1812 i dr Basler Unibiblioteek, wo s d Signatur «AA I 3» het.[1][2]

Die Materialsamlig het dr Gustav Adolf Seiler für sys Wärch über s Baseldüütsch bruucht.[3]

Em Spreng sis Baselische Wörterbuch isch es puntnigs Buech, wo drin d Wörterzedel ykläpt sind. Dr Wortforscher het’s ofebar so gmacht, ass er nodisno zu de Wörter, won er i dr Stadt Basel und au uf em Land und sälte au us anderne Gägende im grössere alemannischen Umland gfunde het, uf de einzelne Zedel als ufgschribe het, wo nötig isch. Zu teil Mundartwörter het dr Spreng gschribe, wohär as si sprochgschichtlech chöme; es isch also es früechs etimologischs Wärch. Und drno het er als i dr richtige Reie i das Buech lo ychläbe; das wär s Manuskript gsi füre Truker; aber so wyt isches dänn gr nid cho. Jetz isch das Wärch sozägen es Bischpiil für d Arbet bi dr Trukvorstuefe dozmol.

Für sini zwöiti Wörtersamlig het dr Spreng ane 1759 z Fryburg im Brysgau e churzi Choschtproob lo truke; es wär es grosses Wörtebuech vo dr düütsche Sprooch worde, mit öpe 93000 Artikel. Au dört drzue lyt s ganze Material i dr UB Basel bim Spreng sim Nachlass.

WärchBearbeite

  • Über die Beschaffenheit und Säuberung der schweizerischen Schreibart. Basel 1724.
  • Neue Kirchengesänge auf die Geburt des Herrn und Auf das Neue Jahr. Basel 1741.
  • Auserlesene, geistreiche Kirchen- und Haus-Gesänge. Teils verbessert, teils neu verfertigt von J. J. Spreng. Basel 1741.
  • Geistliche und weltliche Gedichte. Basel 1748.
  • Grundliche Vorweisung der Anfänge üblichster Schrift-Arten. Geschrieben und verlegt von M. Joh. Jacob Spreng als Schreibmeistern im Gymnasio Basiliensi.
  • Abhandlungen von dem Ursprunge und Altertum der mehrern und mindern Stadt Basel, wie auch der raurachischen und baselischen Kirche. Basel 1756.
  • Der Sintemal. eine eidgenössische Wochenschrift auf das Jahr 1759. Basel 1759.
  • Idioticon Rauracum oder Baseldeutsches Wörterbuch von 1768. Edition der Handschrift AA I 3 der Universitätsbibliothek Basel. Useggää vom Heinrich Löffler. Basel 2014.

LiteraturBearbeite

  • Barbara Schmid: Spreng, Johann Jacob. In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.
  • Adolf SocinSpreng, Johann Jacob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 35, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 291–293.
  • Adolf Socin: Johann Jakob Spreng. Ein baslerischer Gelehrter und Dichter aus dem 18. Jahrhundert. In: Basler Stadtbuch, 1893, S. 227–250.
  • Heinrich Löffler: Das Idiotikon Rauracum von Johann Jakob Spreng – Zur Edition des ersten baseldeutschen Wörterbuchs. In: Schweizerisches Idiotikon. Jahresbericht 2015. Zürich 2016, S. 18–38.
  • Heinrich Löffler: Sprachbewusstsein und Sprachgebrauch im 18. Jahrhundert – am Beispiel von Johann Jakob Sprengs «Idioticon Rauracum». In: Regula Schmidlin, Heike Behrens, Hans Bickel (Hrsg.): Sprachgebrauch und Sprachbewusstsein. Implikationen für die Sprachtheorie. Berlin 2015, S. 103–116.
  • Abrasham Schuler: Über Johann Jakob Spreng, weiland Professor der griechischen Sprache, der Dichtkunst und vaterländischen Geschichte, dem Übersetzer der Psalmen und Sänger des Messias. eine Schulrede. Basel 1818.

WeblinkBearbeite

FuessnooteBearbeite

  1. Lena Stallmach: Es wäre das grösste deutsche Wörterbuch seiner Zeit gewesen. uf: nzz.ch, 9. Mai 2018.
  2. Heinrich Löffler: Mangels Interesse ungedruckt: Grösstes deutsches Wörterbuch des 18. Jahrhunderts in Basel, Uni Basel, 9. Mai 2018
  3. Gustav Adolf Seiler: Die Basler Mundart. Ein grammatisch-lexikalischer Beitrag zum schweizerischen Idiotikon. Basel 1879.