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D Silja Walter (* als Cécile Walter am 23. April 1919 z Rickebach; † 31. Jänner 2011 im Chlooschter Fahr bi Züri) isch e Schwiizer Chlooschterfrau und Schriftstellere gsi.

Als Chlooschterfrau het si dr Name «Schwöschter Hedwig (OSB)» gha.

ires LäbeBearbeite

D Silja Walter isch e Dochter gsi vom Verleeger und Schriftsteller Otto Walter. Si het d Primarschuel z Rickebach, d Bezirksschuel z Hägedorf und dän s Lehrerinneseminar z Mänzinge psuecht und derno a dr Universität Friburg und a dr Uni Basel s Fach Literatur studiert. E Zyt lang hät si uf der Zäntrale vo der Schwiizerische Blauring-Organisazioon gschaffet.

Ane 1948 isch si is Chlooschter Fahr a dr Limet yträtte. Wo si am 11. Oktober 1949 d Ordesglüpd abgläit het, isch ere dr Name Schwester Maria Hedwig ggä worde. Aafangs 2011 isch si im Alter vo 91 Joor im Chlooschter gstorbe, si isch mee als sächzg Joor lang im Chlooschter Fahr gsi.[1][2][3]

s WärchBearbeite

In irem Läbe het d Silja Walter Gedicht, lengeri Wärch, Oratoorie, Gibät und öpe sibezg Theaterstuck und au no Höörspiil gschribe. Agfange Schryybe het si scho bevor si ins Chlooschter ggangen isch. Do het si denn imene Värs d Uufgabe vo dem Chlooschter churz beschribe: «Kloster Fahr / am Rand der Stadt, / an der Lände einer eingegangenen Fähre, / was es war / und sein zu hat, / seinem Sinn, dem Evangelium / nach, wäre: […] / Welt, in der sich Erd und Himmel / stets begegnen / […] Ort für Gott, die Menschheit immer / neu zu segnen.»

Es git mee as sächzg Wärch und en Autobiografy vo dr Dichtere. Si hät i dr Literaturkommission für liturgeschi Tegscht mitgschaffet. D Gedicht vo de Silja Walter sind vom Publikum guet uufgnoo worde. Grad au d Wort vo irem berüemte «Gibät vom Chlooschter am Rand vo dr Stadt», wo s drin häisst (id Mundart überträit): «öpper mues deheime sy, Herr, wänn du chunsch», hend vilne Lüüt blibende Ydruck gmacht, und es isch vilmol wyterggä worde.[4][5][6]

S Archiv vo dr Silja Walter wird im Schwiizerische Literaturarchyv z Bärn uufbewahrt.[7]

S Chlooschter Fahr het ane 2016 eis vo syne Zimmer i dr Probschtei als «Silja-Walter-Ruum» ygrichtet. Me chan sech drin mit Tegscht, Bilder und Tondokumänt as Wèèrch vo de Schriftstelleri erinnere.[8]

Bi de Arbete vo dr Silja Walter hets au es baar Stück, wo i dr alemannische Mundart, also im Schwiizerdüütsch gschribe sind. Für d Lüüt im Rhywald im Bündnerland hät si ane 1984 im Walser Tieläkt s Fäschtspiil «’s Walserschiff» gschribe. I dèm Wärch wird verzellt, wie d Lüüt vo Schpliigä s Land für nes ryysigs Chraftwärchprojäkt söddeet verchaufe. Eine vo dene Puure erinneret im Spiil an d Gschicht und mäindt, er müsst für d Walser es Schiff baue wie d Aarchä vom Noa, wen dr Stausee chèèm:[9] S Chraftwärch im Daal isch dän wäge starchem Widerstand doch nid bout worde.[10][11]

Schi chommä!
Di eerschtä Walser chommä!
Ueber da Pänädiiner!
Us em Wallis! Ins Riiwaald!
Gchöörscht duu, Urschla, gchöörscht duu, schi chommä!
[…]
«Rächt hescht, Walter!
Nuu witer, Männer!
Sibähundert Jaahr het nisch dr Bodä
ernäärt,
ünsch, ds Walservolch im Riiwald!»[12]

EerigeBearbeite

D Silja Walter het für ires Wärch verschideni Uszäichinge übercho. D Stadt Züri het ere de Literaturpryys und Kulturpryys ggää, di Schwiizerisch Schillerstiftig het ere zwöimol ggeert, und vom Kanton Soledurn het si dr Kunschtpryys gha.

WärchBearbeite

Gedicht, Romään und anderi Tegscht (en Uuswahl)Bearbeite

  • Die ersten Gedichte, 1944
  • Gedichte, 1950
  • Gesammelte Gedichte, 1972
  • Es singt die heil’ge Mitternacht, 1956
  • Die hereinbrechende Auferstehung, 1960
  • Beors Bileams Weihnacht, 1961
  • Eine grosse Stadt entsteht, es Chilelied
  • Sie warten auf die Stadt. Eine Pfingsterzählung, 1963
  • Der Fisch und Bar Abbas, 1967
  • Der Tanz des Gehorsams oder die Strohmatte, 1970
  • Die Schleuse oder Abteien aus Glas. Ein Roman, 1972
  • Ruf und Regel. Erfahrungen des Glaubens im benediktinischen Kloster, 1980
  • La benedicziun empermessa (is Rätoromanisch überträit vo de Florentina Camartin und de Marianna Spescha)
  • Eine Insel finden. Gespräch mit Otto F. Walter, 1983
  • Die Feuertaube. Neue Gedichte. Für meinen Bruder, 1985
  • Dein Geheimnis will ich von den Dächern singen. Meditationen, 1985
  • Churer Marienbuch, 1988
  • Voll singenden Feuers. Eine Auswahl aus ihren Werken, Redakzion: Elisabeth Antkowiak, 1990
  • Der Wolkenbaum. Meine Kindheit im alten Haus. 1991
  • Die Beichte im Zeichen des Fisches. Ein geistliches Tagebuch, 1999
  • Die Fähre legt sich hin am Strand. Ein Lesebuch, 1999
  • Ich habe meine Insel gefunden. Geheimnis im Alltag, 2006
  • Er pflückte sie vom Lebensbaum. Ein benediktinisches Tagebuch, 2008
  • Das dreifarbene Meer. Meine Heilsgeschichte – eine Biographie, 2009 (en Autobiografy)
  • Der Kamm der Queen. Kleiner Roman, 2011
  • Tanzen heisst auferstehen. Letztes Tagebuch, 2011

Theaterstuck (en Uuswahl)Bearbeite

  • Das Spiel, 1938
  • Der Rosenstrauch, 1938
  • Maria und ihr Gärtnersmann, 1938
  • Blauring-Spiel, 1939
  • Kleines Weihnachtsspiel für die Kinder der Fryburger Altstadt, 1939
  • Ruth
  • Nofretete
  • Frauenschuh
  • Dornröschen, ein Spiel von Kranz und Krone
  • s feuf-Mägdli-Spiel
  • Die Krone Unserer Lieben Frau im Stein
  • Würenloser Chronikspiel, 1970
  • Das Walserschiff – ein Freilichtspiel im Rheinwald, 1974
  • Frau mit Rose, es Myschteriespiil
  • Wettinger Sternsingerspiel, 1954[13]
  • Weihnachtsoratorium
  • Wettinger Klosterspiel, 1976 (uf hochdüütsch)
  • Jan, der Verrückte. Ein Spiel, 1978
  • Die Jahrhunderttreppe, 1981 (Feschtspiil für d Fyyr vo 150 Joor nach em Bytritt vom Stand Soledurn zu de Äidgnosseschaft ane 1481)
  • Haus der neuen Schöpfung, es Feschtspiil zum 150-Jahr-Jubiläum vom Chlooschter Ingebohl
  • Stadt ohne Tod, für’s „Theater 58“ z Züri[14]
  • Feuerturm, 1987
  • Das Bremgarter Umesinge-Weihnachtsspiel, 1990[15]
  • Der Engel, 1993
  • Die Schöpfungswoche des Paracelsus oder Himmel und Erde sind als Ganzes gedacht, 1993
  • Festpiel Beromünster, öpe ane 1995 ( ane 2014 nöi uufgfüert inere Fassig vo dr Regisseurin Sonja Killias, wo dr ursprünglech hochdüütsch Tegscht vo dr Silja Walter id Mundart überträit het )[16]

GsamtuusgobBearbeite

D Gsamtusgaab vo dr Silja Walter irem Wärch het d Ulrike Wolitz füre Paulusverlag z Friburg gmacht. Die zää Bänd sind vo 1999 bis 2005 erschine:

  • Band 1: Frühe Gedichte, Texte, Erzählungen und Spiele, 1999
  • Band 2: Monastisches Werk, 2000
  • Band 3: Dramatik I. Schauspiele, Hörspiele, Monodrama, 2000
  • Band 4: Dramatik II. Mysterienspiele, Teil 1, 2001
  • Band 5: Dramatik III. Mysterienspiele, Teil 2, 2002
  • Band 6: Prosa I, 2001
  • Band 7: Prosa II, 2006
  • Band 8: Lyrik, 2003
  • Band 9: Spiritualität I, 2004
  • Band 10: Spiritualität II, 2005

LiteraturBearbeite

  • Eve Pormeister: Grenzgängerinnen. Gertrud Leutenegger und die schreibende Nonne Silja Walter aus der Schweiz. Berlin 2010, ISBN 978-3-939060-26-0
  • Ulrike Wolitz: Der neue Mensch. Theologische Grundlinien im Werk Silja Walters. Fribourg 1998, ISBN 3-7278-1182-X.
  • Leo Villiger: Zu einigen Gedichten von Silja Walter. In: Badener Neujahrsblätter, 31, 1956, S. 9–12.
  • Ulrike Wolitz: Ozean Licht: Festgabe für Silja Walter zum 90. Geburtstag. Fryburg 2009.

WeblinkBearbeite

FuessnooteBearbeite