Marseillaise

d Nationalhymne vo de Französische Republik

D Marseillaise isch d Nationalhymne vo de Französische Republik.

La Marseillaise (1907).
Marche des Marseillois chantée sur diferans theatres. Früehne Druck vo de Marseillaise us em Jahr 1792.

GschichtBearbeite

Dr Ursprung vo de MarseillaiseBearbeite

 
Rouget de Lisle chantant la Marseillaise: Das im 19. Jahrhundert entstandene Gmäld vom französische Maler Isidore Pils zeigt de Verfasser vo de Marseillaise im Salon vom Strossburger Bürgermeister Philippe-Frédéric de Dietrich.

D Marseillaise isch vom Claude Joseph Rouget de Lisle i de Nacht uf de 26. April 1792 währed de Chriegserklärig a Öschtriich im elsässische Strossburi verfasst worde. Si het zerst de Titel Chant de guerre pour l’armée du Rhin, d. h. „Kriegslied für die Rheinarmee“, träit. Si isch Grafen Luckner, em Oberbefählshaber und Gouverneur vo Straßburg, gwidmet gsi. Er isch im Jahr vorhär zum Marschall vo Frankriich ernännt worde. Zu syne Ehre wird d Marseillaise no hüt täglich z Mittag um füüf nach zwölfi vom Gloggespil uf em Määrtplatz z Cham i dr Oberpfalz, em Geburtsort vom Graf, gspilt.

Scho am Ändi vom 18. Jahrhunderts isch aazwyflet worde, dass de Rouget de Lisle de Urheber vo de Marseillaise sig. I de Mitti vom 19. Jahrhunderts und nomal 1915, wo syni Gebei i Invalidedom z Paris überfüehrt worde sind, hend Zytigs- und Zytschriftenartikel brichtet, dass d Melody usgrächnet vomene dütsche Komponist, eme gwüsse Organist Holtzmann vo Meerschburg, stammi. Jedefalls chönni mer si ufene alti dütschi Melody zruggfüehre. Die Behauptig taucht immer wider uuf, meistens anekdotisch oder im Zämehang mit ere Polemik gäge französischi Staatssymbol, obwohl si spötistens syt 1922 als überzüügend widerläit gälte cha.[1]

Als Komponist vo de Marseillaise wird mängmal au de Jean-Baptiste Lucien Grisons (1746–1815) erwähnt, en ehnder unbekannte Kapellmeister und Organist z Saint-Omer. I sym Oratorium Esther, wo 1787 entstande sy söll, chunnt d Arie „Stances sur la Calomnie“ vor. D Yyleitig vo deren Arie hebi e starchi Ähnlichkeit mit de spötere Nationalhymne, wird behauptet.[2][3] Usserdäm isch vermuetet worde, dass d Melody vo de Marseillaise vom langi Zyt z Paris würkende Cembalist und Komponist Jean-Frédéric Edelmann (1749–1794) stammen chönnti. Er het sich ab 1789 und au no zur Zyt vo dr Entstehig vom Lied z Strossburi ufghalte.[4]
I dem Zämehang isch au d Ähnlichkeit vom Anfang vo de Melody mit em erste Satz vom Flötequintett in C-Dur G. 420[5] vom Luigi Boccherini us em Jahr 1773 z erwähne. E wytere mögliche Vorgänger vom Motiv chönnti au s 2. Thema vom 1. Satz im Klavierkonzert KV 503 vom Mozarts us em Jahr 1786 sy. Es het aber nume e sehr entfärnti Verwandtschaft mit em Chopfmotiv vo de Marseillaise. De Rouget de Lisle cha das nid kännt ha. Bis zum Zytpunkt vo dr Entstehig vo de Marseillaise isch es nämli nume vom Mozart sälber z Wien ufgfüehrt und erst spöter veröffentlicht worde.[6]

D Nationalhymne vo FrankreichBearbeite

S Lied het de Name Marseillaise drum übercho, wil s vo Soldate us Marseille am 30. Juli 1792 bim Yyzug z Paris, churz vor em Sturm uf d Tuilerie, gsunge worden isch.[7] D Hymne isch scho bald bekannt und beliebt worde. Me het si uf allne grössere Bürgerfäscht vo de junge Republik gsunge. 1793 het de Nationalkonvänt verfüegt, dass d Marseillaise uf allne öffentliche Veraastaltige gsunge wärde söll. Uf Aatrag vom Abgordnete Jean de Bry het de Nationalkonvänt am 14. Juli 1795 (em 26. messidor III) d Marseillaise per Dekret zum „französische Nationalgsang“ (chant national) gmacht. D Marseillaise het sich deby vor allem gäge Le Chant du Départ, es anders bekannts Revolutionslied duregsetzt.[8]

Nach em Staatsstreich vom Napoleon Bonaparte 1799 het d Marseillaise als zu jakobinisch ggulte und isch am 14. Juli 1800 zum letschte Mal bimene offiziellen Aalass gsunge worde. Zur Zyt vom napoleonische Kaiserriich (1804 bis 1814) isch s Lied sogar verbotte gsi und di inoffizielli Hymne vom Kaiserreichs isch Veillons au salut de l'Empire gsi. S Verbot hets au währed de bourbonische Restauration (1815 bis 1830) no gäh. Zur Zyt vo de Julimonarchy und em Zweite Kaiserriich vom Napoleon III. isch d Marseillaise zwar nümme verbotte gsi, me het si aber bi offiziellen Aaläss nid gsunge und si het als ufrüehrerischs Lied vo de Opposition ggulte.[8] D Hymne vo de Julimonarchy isch La Parisienne gsi und währed em Zweite Kaiserriich isch Partant pour la Syrie als Nationalhymne gsunge worde. Le Chant des Girondins isch denn vo 1848 bis 1851 d Nationalhymne vo de churze Zweite Französische Republik gsi.

I de Dritte Französische Republik isch d Marseillaise dur e Beschluss vo de Abgordnetechammere vom 14. Februar 1879 wider zur offizielle Nationalhymne (hymne national) vo Frankriich worde. Das isch si au i de Vierte und Fünfte Französische Republik blibe.[8] Zur Zyt vom Vichy-Regime (1940 bis 1945) het s Lied Maréchal, nous voilà en ähnliche Stellewärt wie d Marseillaise gha.

Anderi Fassige vo de MarseillaiseBearbeite

Es git no anderi Fassige vo de Marseillaise: 1792 het de dütschi Jakobiner Friedrich Lehne (1771–1836) e Fassig für d Mainzer Republik dichtet: „Lied der freyen Wöllsteiner“. 1871 het de Jules Faure d „Marseillaise vo de Kommune“ verfasst, wo vo de Pariser Kommune als Hymne bruucht worden isch. 1892, nach em Dütsch-Französische Chrieg, hend d Schüeler vonere französische Primarschuel e „Fridens-Marseillaise“ verfasst.

Im 19. Jahrhundert isch d Marseillaise d Hymne vo vilne Fryyheitsbewegige und au vo dr Arbeiterbewegig gsi. Es het zum Byspil e Dütschi Arbeiter-Marseillaise vom Allgemeine Dütsche Arbeiterverein (ADAV) gäh. Wo d Marseillaise zur Nationalhymne worden isch, isch d Internationale s nüüe Lied vo dr Arbeiterbewegig worde.

1914 isch, zum Uusbruch vom Erste Wältchrieg, en explizit gäge Dütschland ggrichteti Fassig vo de Hymne usechoo.

Vom Februar bis zum Novämber 1917 isch d Marseillaise währed der Zyt vo de Provisorische Regierig vo de Februarrevolution 1917 au di russische Nationalhymne gsi.

Es git au e pazifistische Fassung, (franzöösisch La Marseillaise pour le désarmément); e Text für d Bewohner vo de ehemalige Kolonie, (franzöösisch La Marseillaise des Citoyens de couleur); e Marseillaise „für alli, wo s Läbe liebed“ (La Marseillaise Bacchique) und e Version vo 1973 vom Serge Gainsbourg, Aux armes et caetera.[9] 2005 hend de Graeme Allwright und d Sylvie Dien e Fassig als Protestsong gäge de Bildigsminister François Fillon verfasst. De Fillon het nämli gforderet, dass jedes Chind z Frankriich d Nationalhymne usswändig lehre söll.[10][11]

TriviaBearbeite

Das isch di einzigi bekannti Ufnahm vo de Stimm vom Bismarck us em Jahr 1889.
  • Im Film Casablanca ordnet de Victor László i de Ricks Bar aa, d Marseillaise z spile, um dütschi Soldate z übertöne, wo Die Wacht am Rhein singed.
  • Im einzige erhaltene Tondokumänt vom Riichskanzler Otto von Bismarck deklamiert der 74-Jährigi 1889 au us de Marseillaise.

Lueg auBearbeite

LiteraturBearbeite

  • Frédéric Robert: La Marseillaise. Nouvelles Éditions du Pavillon, Paris 1989, ISBN 2-11-081031-9.
  • Michel Vovelle: Die Marseillaise. Krieg oder Frieden. In: Pierre Nora (Hrsg.): Erinnerungsorte Frankreichs. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52207-6.
  • Stefan Zweig: Das Genie einer Nacht. Die Marseillaise, 25. April 1792. In: Sternstunden der Menschheit. 12 historische Miniaturen (= Fischer-Bücherei). Band 595. Fischer, Frankfurt am Main u. a. 1964 (E-Text).

WeblinkBearbeite

  Commons: La Marseillaise – Album mit Multimediadateie

EinzelnachwysBearbeite

  1. Edgar Istel: Is the Marseillaise a German Composition? (The History of a Hoax). In: The Musical Quarterly. Jg. 8 (1922), S. 213–226, ISSN 0027-4631.
  2. La Marseillaise, ce symbole de l'identité nationale... née á Saint-Omer“, in: Dailynord, 3. Dezember 2009 (französisch; abgerufen am 28. Juni 2019)
  3. Ausschnitt aus Grisons' Esther, gespielt von François Bocquelet auf der Orgel der Kathedrale von Saint-Omer, auf Youtube (abgerufen am 28. Juni 2019)
  4. Jean-Marc Warszawski:„Jean-Frédéric Edelmann“, 27. Februar 2009 (französisch; abgerufen am 28. Juni 2019)
  5. Vgl. Flute Quintet II auf IMSLP
  6. Zu Mozarts Lebzeiten, also bis Ende 1791, erschienen nur folgende Konzerte im Druck: KV 175 + KV 382, KV 413–415, KV 453 und KV 595. Siehe: H.C. Robbins Landon (Hrsg.): Das Mozart-Kompendium, Droemer Knaur, München 1991, S. 495–496.
  7. Ministère der Armées: Gedenkstätte der Marseillaise
  8. 8,0 8,1 8,2 La Marseillaise : hymne national. Webseite der französischen Nationalversammlung, abgruefen am 14. Juli 2020 (französisch).
  9. dailymotion.com
  10. Deutschlandfunk, Radionacht, Folk- und Lied-Geschichte(n), Clarisse Cossais: Magier des Chansons - Graeme Allwright. Ein französischer Protest-Sänger mit neuseeländischen Wurzeln
  11. La Marseillaise de Graeme Allwright. mga.asso.fr
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