Richterschwiil (au Richti, veraltet Richtischwiil, amtlich: Richterswil) isch ä politischi Gmäind im Bezirk Horge vom Kanton Züri.

Richterswil
Wappe vo Richterswil
Wappe vo Richterswil
Basisdate
Staat: Schwiiz
Kanton: Züri (ZH)
Bezirk: Horgew
BFS-Nr.: 0138i1f3f4
Poschtleitzahl: 8805
UN/LOCODE: CH RIC
Koordinate: 696001 / 229373Koordinate: 47° 12′ 30″ N, 8° 42′ 21″ O; CH1903: 696001 / 229373
Höchi: 408 m ü. M.
Flächi: 7.54 km²
Iiwohner: i13'987 (31. Dezämber 2022)[1]
Website: www.richterswil.ch
Uussicht vo Feusisberg uf Richterschwiil, im Hintergrund Horge und d Halbinsle Au
Uussicht vo Feusisberg uf Richterschwiil,
im Hintergrund Horge und d Halbinsle Au

Uussicht vo Feusisberg uf Richterschwiil,
im Hintergrund Horge und d Halbinsle Au

Charte
Charte vo RichterswilUfenauLützelauZüriseeGriifeseeSihlseeTeufenbachweiherHorgnerbergweiherAusee ZHTürlerseeZugerseeKanton SchwyzKanton SanggaleKanton ZugBezirk AffoltereBezirk DietikeBezirk HiwiilBezirk MäileBezirk UsterBezirk ZüriAdlischwiilHorgeChilchbärgLangnau am AlbisOberriedeRichterschwiilRüeschlikeThalwilWädischwiil
Charte vo Richterswil
w

S Bild ufem Wappe vo Richterschwil het «En roote Pfoschte uf Guld».

Geografii

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D Gmäind liit am lingge Züriseeufer, a d Gränze vom Kanton Schwyz, öppe 25 Kilometer wäg vo Züri. Sie beschtaat us de Ortsteil Richterswil, Burghalde und Samschtagere. Schön sind d Uferaalaage mit dr Halbinsle Horn und dr Züriseeinsle „Schönenwirt“ und d Moränelandschaft im Richterswiler Berg.

D Nachbergmäinde vo Richterswil sind Wädischwiil, Wollerau und au no Schtääfa

Gschicht

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Richterswil im Jaar 1794, uf emä Schtich vom Heinrich Brupbacher

Zwüsched 700 und 900 n. Chr. hät sich de Allemann Richtilo uf em hüttige Gemeindegebiet vo Richterswil niederglaa. Erschtmals urkundlich erwähnt isch Richtliswile im Jahr 1265.

Am Ändi vom 18. Jahrhundert händ berühmti Persönlichkeite wiä dr Goethe und dr Lavater bim Richterswiler Arzt Dr. Johannes Hotze gwohnt.

Usserdem hätt Richterswil Uusischtspünkt mit Uusblick uf de Zürisee, d Insle Ufenau, Lützelau und Schönewirt und uf d Vorläufer vo dä Glarner- und Appizälleralpe. De bekanntischti Uussischtsplatz hät de Name vo sim Verehrer: Gottfrief Keller.

Im Jahr 1848 hätt Richterswil für 100 Franke d Insle Schönewirt i de Bucht zwüsched Richterswil und Bäch (die chlinschti vo de drüü Züriseeinsle Ufenau, Lützelau und Schönenwirt) vom Kloster Eisiidle gchauft. De historischi Kaufbrief wird im Gemeindearchiv uufbewahrt. Wäge ihrer Ufernöchi erräicht me si i wenige Minute per Boot oder schwümmend.

1873 hätt de Rudolf Zinggeler-Syfrig (1819-1897, Siidefabrikant) d Nutzigsrächt vom Mülibach für dä Aatrieb vo sine Zwirneräimaschine. Über Richterswil isch dur Uufschtauig dä Schtärnewäier entschtande. Ä zwäi Kilometer langi Druckleitig hätt s Wasser bis zum Zürisee abgfüehrt, wo em Zinggeler sini Wasserturbine aatriibe het. Als Symbol vo dä Induschtrialisierig isch dä Springbrunne a Fäschttäg, wie em 1. August, gloffe. Di höchschti Fontäne vom Kontinänt mit 80-85 Meter Höchi isch entschtande. 1972 Hätt me die Aalag usser Betriib gsetzt.

D Reaktivierig vö dä Fontäne isch 2007 realisiert worde. Di erschti Wiiderinbetriibnahm isch am 8./9. Dezember 2007 gsii.[2]

1893 isch s Paracelsus-Spital Richterswil erbout worde, wo siit 1994 als anthroposophischi Klinik gefüert wird. 1905 wird di nöi reformiert Chile, 1914 di katholischi Chile iigwéiht. 1975 wird de historische Dorfkern vo Richterswil als schützenswert erchlärt.

Bevölkerig

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Jahr 1634 1850 1920 1940 1970 1990 2005 2010
Iiwohnerzahl 893 3203 4527 4554 7380 9882 11'359 12'336

Iiwohner i de beide Dörfer Ändi 2006
Richterswil: 9031
Samstagern: 2384

De Uusländeraateil liit bi 18,8 % (Stand 2011).[3]

Religion

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36,1% vo de Iiwooner sind evangelisch-reformiert, 32,0% sind römisch-katholisch (Stand 2011).[3]

Politik

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Dr Gmäindspresidänt isch de Marcel Tanner (Stand 2018).

Dä Gmäindraat setzt sich zäme us de Renate Büchi (SP), Marlies Desarzens (SP), Magnus Frei (SVP), Thomas Ghisletti (FDP), Hans Jörg Huber (FDP), Ruedi Reichmuth (parteilos), Peter Theiler (CVP) und Jürg Trachsel (SVP).

Bi de Kantonsraatswaale 2011 hät s das Ergebnis ggee:[3] BDP 3,0 %, CVP 6,8 %, EDU 1,8 %, EVP 4,3 %, FDP 12,5 %. GLP 9,7 %, GP 8,8 %, SP 20,1 %, SVP 31,6 %, Suschtigi 1,3 %.

Wirtschaft und Infraschtruktur

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Die Gmäinde isch mit zwei Bahnlinie vo de SBB und SOB, de Autobahn A3 und änere Schiffalegischtell vo de ZSG vercheertechnisch aagschlosse.

1992 hätt de Bahnhof Richterswil de "Brunel Award" i de Kategorii For outstanding visual design in public railway transport überchoo.

Kunscht und Kultur

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Richti hätt en guet erhaltene, malerische Dorfchern mit ville Fachwärchhüüser.

Höhepünkt im Dorfläbe sind d Chilbi und die Räbechilbi im Nofämber. Nöd z'vergässe isch'd «Haggeri» z Samschtagere. Debii werde di böse Geischter mit em "Haaggeri", äme gschnitzte Rosschopf, vertriibe.

Übernachtigsmöglichkeite büütet u. a. d'Jugendherberg im Horn, und de Gaschthof "Drei Könige", wovo de früehner grosse Bedüütig vo Richterswil als Pilgerdurchgangsort (Wallfahrte nach Eisiidle) züügt.

Tieläkt

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De züritüütsch Tieläkt vo Richterschwiil ghört zue de Seemundarte.

Pärsöndlichkeite

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Literatur

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  • Heinrich Peter, Peter Ziegler: Richterswil. In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943.
  • Heinrich Peter: Von den Anfängen bis zur Reformation. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 1). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1975.
  • Heinrich Peter: Zweieinhalb Jahrhunderte unter der Herrschaft der Stadt Zürich: die Landvogteizeit 1550–1798. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 2). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1975.
  • Heinrich Peter: Die Franzosenzeit (Helvetik und Mediation). (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 3). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1980.
  • Heinrich Peter: Der eigene Weg zur Freiheit (Restauration – Regeneration – Sonderbundkrieg). (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 4). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1983.
  • Heinrich Peter: Politische, wirtschaftliche und bauliche Geschichte der Gemeinde. Das Dorf als Kulturzentrum. (= Aus der Ortsgeschichte von Richterswil. Band 5). Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1985.
  • Heinrich Peter: Geschichte der Gemeinde Richterswil: von den Anfängen bis zum Jahr 1918 und mit einem kurzen Überblick bis 1985. Sonderaufl. Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1986.
  • Kurt Wild: Alt-Richterswil: ein kulturgeschichtlicher Bilderbogen. Verlag Buchdruckerei Richterswil, Richterswil 1992.
  • Nicole Billeter, Hans Peter Treichler: Zwischen See und Berg. Chronik der Gemeinde Richterswil. bm Druck, Winkel 2015.
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  Commons: Richterschwiil – Sammlig vo Multimediadateie

Fuessnote

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  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2022. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2022 zusammengefasst. Abruf am 5. September 2023
  2. Gesellschaft historischer Springbrunnen Richterswil: . Archiviert vom Original am 25. Oktober 2008; abgruefen am 24. Dezember 2008.
  3. 3,0 3,1 3,2 Bundesamt für Statistik: Regionalporträts 2012: Kennzahlen aller Gemeinden (Site cha nüme abgrüeft wärde; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.bfs.admin.ch, Mai 2012



  Dä Artikel basiert uff ere fräie Übersetzig vum Artikel „Richterswil“ vu de dütsche Wikipedia. E Liste vu de Autore un Versione isch do z finde.