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Fürstenau GR

a politeschi Gmaind im Bündnerland
S GR im Lemma isch s offiziell Chürzel vom Kanton Graubünde und wird bruucht, zum Verwächslige mit Yträäg vom Name Fürstenau vermyde, wo öppis anders meined.

Fürstenau (rätoromanisch Farschno) isch e politischi Gmeind i de Region Viamala vum Kanton Graubünde.

Fürstenau
Wappe vo Fürstenau
Basisdate
Staat: Schwiiz
Kanton: Graubünde (GR)
Region: Region Viamalaw
BFS-Nr.: 3633i1f3f4
Poschtleitzahl: 7414
Koordinate: 752495 / 17587846.7166619.433336650Koordinaten: 46° 43′ 0″ N, 9° 26′ 0″ O; CH1903: 752495 / 175878
Höchi: 650 m ü. M.
Flächi: 1,32 km²
Iiwohner: 349 (31. Dezämber 2017)[1]
Website: fuerstenau.ch
Fürstenau

Fürstenau

Charte
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Iber des Bild
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De Ort bestoot uss em Städtli Fürstenau sälber, un em Ortsteil Fürstenaubruck (romanisch La Pùnt), wo am Zämmefluss vum Hinterrhy mit de Albula lait. Fürstenau isch im Inventar vo de schützenswerte Ortsbilder vo de Schwiiz yytrait.

Inhaltsverzeichnis

GschichtBearbeite

Zum erschte Mool erwäänt wird Fürstenau in de erschti Hälft vum 12. Joorhundert als Mairaus. De Name Fürstenau isch ussem Joor 1257 als Fúrstenowo zum erschte Mool überliiferet. De Ort isch langi Zit de wichtigscht strategisch Punkt im Domleschg gsi, un isch s Verwaltigszentrum vo de Bischöf vo Chur im Domleschg un am Heinzeberg gsi. D Grossburg isch in de zweiti Hälfti vum 13. Joorhundert baut worde. Im Joor 1354 isch Fürstenau vum Kaiser Karl IV. sogar d Stadträcht verliehe worde. De Usschauf vo de letschte bischöfliche Herrschaftsrächt het 1527 stattgfunde. Zämme mit Ortestein het Fürstenau als Grichtsgmeind bis 1851 s Hochgricht Ortestein bildet. Vor 1530 isch Fürstenau zum reformierte Glaube überträtte. S bischöflichi Schloss isch aber ersch 1876 vum Bistum verchauft worde. Deno isch dört vo 1878–95 e Spital unterbrocht gsi. Mit em Bau vo de Fahrstrooss im Joor 1823 het d Brugg vo Fürstenau ihri Bedütig verlore. Hüt spiilt d Landwirtschaft praktisch kei Roll mee.

BevölcherigBearbeite

Bevölcherigsentwigglig
Joor 1850 1860 1888 1930 1950 1980 2005 2010
Yywohner 304 244 316 200 253 198 329 350

Ursprüngli isch z Fürstenau Sutsilvanisch, e rätoromanischi Mundart gschwätzt worde. De Ort isch aber scho frie zum Dütsche übergange. Scho im Joor 1742 berichtet de Nicolin Sererhard:

In dieser [Kirche] wird alternative vom Pfarrer zu Scharanß ein Sontag teutsch, den anderen rumansch geprediget, masen an diesem Durch Paß beide Sprachen üblich, da sonsten im ganzen Tamleschg nur rumansch oder wie es einige aussprechen romansch id est quasi romanisch reden.[2]

Nicolin Sererhard - 1742

Wie lang gno z Fürstenau no vo Yyheimische Romanisch gschwätzt worde isch, weiss mer nit gnau. Möglich isch dass des no bis zum Änd vum 18. Joorhundert de Fall gsi isch. Bi de Volchszäälig vo 1880 sin es chnapp über 20 %, wo Romanisch als Muettersprooch aagee hen, un au in de näggschte Volchszäälige schwankt de Aateil zwüsche 15–20 %. De Mathias Kundert vermuetet, dass des vorallem durch Zuezügler uss andri Gmeinde z erkläre isch. Im Joor 1900 schrybt de August Sartorius sogar vum „von alters her deutschen Fürstenau“, was en Hyywys druff isch, dass Fürstenau dertemool scho lang nümm als e romanischi Gmeind golte het.

LiteraturBearbeite

  • Mathias Kundert: Der Sprachwechsel im Domleschg und am Heinzenberg (19./20. Jahrhundert). Kommissionsverlag Desertina, Chur 2007, ISBN 978-3-85637-340-5.
  • Markus Rischgasser: Fürstenau – Stadt im Kleinstformat (= Schweizerische Kunstführer, Nr. 697, Serie 70). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2001, ISBN 3-85782-697-5.
  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin (= Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940.
  • Jürg Simonett: Fürstenau. In: Historisches Lexikon vo dr Schwiiz.

WeblinkBearbeite

FuessnoteBearbeite

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 2018-08-31. Abgrüeft am 2018-09-30.
  2. in Kundert 2007, pp. 56