Raveschburg

e Stadt im siidlicha Oberschwoba


Raveschburg (Swg-oberschwäbisch-Raveschburg.ogg [ˈʁaːv̊əʃb̥ʊʁg̊]; hochdeitsch: Ravensburg) isch a Middelschtadt ond Große Kroisschtadt. S isch d grescht Schtadt vom Landkrois Raveschburg im siidlicha Oberschwabe. S isch im Schussadaal in dr Näh vom Bodasee. Seid am 1. April 1956 isch Raveschburg Große Kroisschtadt und hot heit iibr 50.000 Aiwohner. Zua Raveschburg hot mer friher au s "Schwäbisch Nirnberg" gsait.

Wappa Deitschlandkart
Wappa vo de Stadt Raveschburg
Ravensburg
Deutschlandkarte, Position vo de Stadt Raveschburg hervorghobe
Koordinate: 47° 47′ N, 9° 37′ O
Basisdata
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Schwäbisch
(friher Niideralemannisch)
Regionalvariante: Oberschwäbisch
Bundesland: Bade-Wirttebärg
Regierongsbezirk: Dibinga
Landkroes: Raveschburg
Heh: 450 m i. NHN
Fläch: 92 km²
Eiwohner:

51.482 (31. Dez. 2022)[1]

Bevelkerongsdicht: 559 Eiwohner je km²
Boschtloetzahle: 88212–88214
Vorwahl: 0751
Kfz-Kennzoeche: RV
Gmoedsschlissel: 08 4 36 064
Stadtgliderong: Kernstadt on Ortschafte
Eschach, Schmolegg,
Daaldorf
Adress vo dr
Stadtverwaltong:
Marieplatz 26
88212 Raveschburg
Webpräsenz: www.ravensburg.de
Schultes: Dr. Daniel Rapp (CDU)
Lag im Krois
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Karte
Dialäkt: Oberschwäbisch (Raveschburg)

Geografi

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Asicht vu Weschda am Daag ...
 
... ond i dr Nacht
 
d Veitsburg

D Veitsburg (des isch die Burg oberhalb vo dr Altschtadt vo Raveschburg) isch aufam Höaricka, wo des Schussadaal-Becka vom Oschda her iberblickt. S Daal isch it durch d Schussa bildet worra, sondern scho en dr Eiszeit, wo an Gletscher vonde Alpa ra iber da Bodasee komma isch. Bei Raveschburg wird des Daal nach enger, aber wennd weiter nach Norda luagsch, wirds bei Waigardta wieder a weng weider. Weider oba fangt denn dr engre Schussadobel a. Uf dr andra Seitd vo dr Burg kommt dr Fläppe odr Flappach durch a engs Dobel ins Daal rab. Do gohts zwar recht schteil nauf, abr wemma ins Allgai will, no isch des emmer no oiner vo de beschde Weg, wo mer friher sogar mim Rosskarra hot nuff fahra könna. Desalb isch des domols au a wichtiga Handelsschtroß gwäa (abr dettana hond d'Leit dohanna au no gsi gsait).

D Schtadt Raveschburg isch no uf dr halba Höh vo dr Veitsburg baut worra, a dem Hang, wo zur Schussa nabfallt, und dr Flappach isch als Schtadtbach zom Doil durch d Schtadt, zom andra Doil durch da Schtadtgroaba uf dr Nordseitde vo dr Schtadt gfeiert worra. Vor dr Maur hots im Flappachdaal d Mühlevorschtadt gäba und untda auf dr andra Seitd vo dr Schtadt, wo d Flappach wieder zur Schtadt naus ganga isch, hent d'Gerber und d'Färber ihre Heiser ghett, des isch dr Pfanneschtiel gwäa.
Im Weschda, uf dr antdra Seitd vo dr Schussa, wo s no da Berg wieder nauf goht, dett isch em Middlalder d Galgahalde gwäa, wo se d'Leit ghenkt hond, und a Schtdick weider Richtung Berg s Sennerbad. Obe drieber hond se en der Mitte vom 20. Jahrhundert d „Weschdschtadt“ baut.

Zur gleicha Zeit isch d Schtadt aber au nach Norda und Süda zuagwachsa, und jetzt hemmr a durchgehends Siedlungsband uf dr Oschdseide vom Daal, wo vo Boindt im Norda iber Boiafutt, Waigartda ond Raveschburg bis Eschach im Sida roicht.

D Nachbargmoinda

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A gmoinsam Grenz mit Raveschburg hond:

Horgazell im Weschtda, Waigartda im Norda, Schlier, Griekraut und Burneck im Oschtda (alle Landkrois Raveschburg), und drzuana Tettnang, Megkabeira, Hafe und Oberdeiringa im Süda (alle Bodaseekrois).

Dr Schtadt ihre Doilort

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dr Marieplatz isch heit autofrei
 
dr Blaserturm in dr Altschtadt
 
Mariedaal

S Gebiet vo dr Schtadt Raveschburg bschtoht us dr Kernschtadt (mitra hischtorischa Altschtadt, nuiere Schtadtvirtel em Norda, Sida ond Oschtda ond der no ganz nuie Weschdschtadt), außerdem dene Gmoinda, wo bei dr Gmoindreform in de 1970er-Johr aigliedert worra sind. Des sind Adelsroid em Sidweschtda, Eschach em Sida, Schmolegg em Weschtda und Daaldorf im Sidweschtda. Zu jederer vo dera Gmoinda hend domols scho mehrere Ort gheert.

Heit sind se alle (außer Adelsroid, was zu Daaldorf gheert) Ortschafte noch dr bade-wirtabergischa Gmoindsordnung. Deswega habet se je an oigena Ortschaftsrat mitma Ortsvorschtäher vornedra, wo bei dr Gmoindewahl nach immer mitgwählt wird.

Zu de Doilort und Schtadtdoil gheeret no n haufa oinzelne Wohnplätz. Manche von dene hend bloß a Handvoll Oinwohner, andere sind au rea grauß. Drzu gheeret:

  • en dr Inneschtadt: Albertshofa, Allewinde, Bibaloch, Brielheisle, Biichel, Burach, Doisefang, Ergatshof, Fels, Friedberg, Hoimbrand, Hinzisdobel, Hochberg, Hochweier, Hell, Hub, Ittabeira, Karmeliterhof, Knollegraba, Krebserguet, Krebseresch, Langguet, Locherhof, Lumper, Molldiete, Nuibau, Pelzmiehle, St. Chrischdina, Schmalzgrueb, Schtraube, Ummawinkel, Veitsburg, Vogelheisle
  • zu Eschach: Aich, Baure, Benzehof, Bloser, Bottareide, Brugger, Fidazhofa, Fildemoos, Furt, Gornhofa, Gutafurt, Hellholz, Hittaberg, Karrer, Kemmerlang, Kegel, Lache, Mariedaal, Nuiaberg, Obreschach, Obrhofa, Obrsulga, Obrdennemoos, Rahle, Raschthalde, Schwärzach, Sickeried, Schtrietach, Dennemoos, Deiringer, Torkaweiler, Ondreschach, Vordersolbach, Woidehofa, Weiersdobel, Waigartshof, Weißenau
  • zu Schmalegg: Aich, Aulwanga, Bäche, Bernhofa, Briel, Brielheisle, Bronnetsholz, Burgmiehle, Buttemiehle, Eschau, Funkehause, Ganter, Geratsberg, Greckehof, Grienge, Hagebach, Hasewinkel, Hindrweißaried, Hochschtätt, Hibscher, Jägerhaus, Krähehof, Kiibler, Luß, Mocke, Miehlschtoig, Nessebach, Neschtbiehl, Nuiaulwanga, Nuihagebach, Obrhagebach, Obrmeckehof, Okatreite, Schlegel, Schmucker, Schwarzeschteg, Trutzeweiler, Ondrmeckehof, Ondrwaldhausa, Ondrwolfsberg, Vorderweißeried, Wippereite, Wolfsberg, Zinsländer
  • zu Taldorf: Adelsreite, Albersfeld, Alberskirch, Bandeleshus, Bavadorf, Bergle, Bonhausa, Dirnaschd, Eggatskirch, Erbeweiler, Ettmannsschmid, Georgshof, Herrgottsfeld, Hell, Hotterloch, Hitta, Metzisweiler, Obrklecke, Obrweiler, Obrzell, Rappehushof, Raschthalde, Renauer, Reite bei Obrzell, Reite bei Taldorf, Riesehof, Schufel, Schuhmacher, Sederlitz, Segner, Undrklecke, Vogler, Woidhalde, Weirhofbaur, Wernsreite.

Raumordnung

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Raveschburg isch zsamma mit Waigartda und em Hafe s Oberzentrum vo dr Region Bodasee-Oberschwaba. Nach dr Raumplanung vo Bade-Wirtaberg hots fier de Oizugsbraich Raveschburg/Waigartda au d Funktion vomma Mittelzentrum. D'zu gheeret di sidliche Gmoinda vom Landkrois, des sind also di Schtädt ond Gmoinda Boiafurt, Boindt, Berg, Burneck, Fronreite, Griekraut, Horgazell, Schlier, Vogt, Waldburg, Waigardta, Wilhelmsdorf, Wolfegg und Wolpertschwende.

Weil Raveschburg imma Daalbecka isch, was zum Bodasee rab weitder wird, hott dr Bodasee große Oinfluss ufs Wetdr und s Klima. En de moischde Johr sorgt dr See, wo jo meh als 250 Meter dief isch, fir a ziemlich usgliches Klima. Im Wintdr geit er Wärme ab, im Summer nimmt er d Hitz auf. Deswega isch dr Froschtd im Wintder moischtadoils schwächer als anderschwo. Wenn dr See imma bsunders kalte Windter aber mol ganz zuafriert, no hoißt des au, dass d Wintder in dr Gegend länger adauret. Z'letscht isch des 1963 gwäa. Was d'Leit do dra it so frait, sind die Nebel vom Bodasee, wo im Herbschdt und Wintder heifig vom See nauf ziehet. Nadierlich hots wie iberall im alemannische Gebiet au in Raveschburg heifig en Föhn, wenn d'warme Luft vom Mitdlmär über'd Alpa ziat, nach ins Rhaidaal rabfällt und ibern Bodasee ins Oberland kommt. Des kann no so richtig schtirmisch werra.

Weils in dr Gegend so warm isch, hot der Waibau iber Johrhunderte in dr Gegend überleba kenna, und des, obwohl Raveschburg zwischa 450 ond 500m iberm Meer isch. Im 19. Jhdt. ischs Klima aber a Zeit lang kälter ond nässer worra, und no hot sich der Waibau nemme rentdiert.

D Gschicht

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Grindung

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Raveschburg isch 1088 zum erschta Mol inra Urkund erwähnt worra. Vo 1278 bis 1803 isch s nach a Freie Reichsschtadt gwäa. Soweit mr heit woiß, isch dr Kern vo dr heitige Schtadt as a Burgsasse-Dorf entschtanda. S leit nämlich under dr mächtiga Schtammburg vo de Welfe, wo uf dr Höha zwischem Flappach- (manche saget au Fläppe) und em Schussedaal schtoht.

Di erscht Burg vo dena Welfa isch no in Altdorf gwäa. Dr Ort isch schpäter nach Waigartda ghoißa worra, noch'm Kloschtder, des wo die Welfa dett grindet hend, wo se wegzoga sind. Gega 1050 hend se nemlich a nuie, größre Burg bauet. Des isch di "Ravensburg" gwäa, wo heit aber Veitsburg ghoißa wird, wega dera Schlosskapell, wo em hoiliga Sankt Veit gweit gwäa isch.

Vor a baar Johr hot mr do abr graba und no hot mer drbei feschdgschtellt, dass d Höha wohl schon vo de Kelta oigebnet und zurra Fluchtburg ausbauet worra isch. Die Welfa hend fier ihre Burg nur da hintere Doil von dem Schtick braucht. Zwischa dr Burg und em Graba, wo se vom Rescht vo dr Höha abtrennt, hend se no en Turnierplatz oigrichtet.

Dr letscht Welf uf d Raveschburg isch Welf VI., d Herzog vo Spoleto gwäa. Nachdem sai Sohn in Italie gschtorba isch, hottr s Schussagai mit Raveschburg und Altdorf an soin Neffa, dr Schtaufer Friedrich I. Barbarossa, überschrieba. Des hot dem Welf VI. soin ander Neff, d Hairich dr Lewe, d Herzog vo Boira und Sachsa gärgert - immerhin isch dr sell 1129 uf dr Raveschburg boora worra. Vo detna hott Raveschburg zum Hausbsitz vo de Schtaufer gheert. S'hoißt, dass d letschdt Schtaufer, d Konradin, vo dohana zu saim Zuag ge Italia aufbrocha isch, dr ihn no s Leba koschtet hot.

Freie Reichsschtadt

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Mitm Untrgang von de Schtaufer hot des Herzogtum Schwaben koi Regierung meh ghett und bald druf ufgheret, a politsche Oihoit zom sai. Viele vo d Schtädt in Schwaba habet sich von det a selber regiert, des hot au fier Raveschburg golta. D welfisch-schtaufische Burg allerdings isch ans Reich gfalla und Sitz vomma Reichsvogt worra, d koiserliche Landvogt vo dr Reichslandvogtei Schwaba.

1278 hett denn dr Habsburger Koiser Rudolf I. die Privilegia b'urkundet, wo Raveschburg als Reichsschtadt ghett hett. Om zu seha, was dett obe in dr Reichsburg bassiert, hent di Raveschburger denn a dr hechschta Schtell vo dr Schtadt glei bei dr Burg an meh als 50 Meter hoha Turm bauet, da runda Turm vo Sankt Michel odr au Sankt-Michels-Turm. Der hot so ghoißa, weilr a di eldescht Kille in dr Schtadt, d Michelskapell, abauet gwäa isch. D Leit hend aber bald nur no Mehlsack gsait - des hot so ähnlich klunga wie dr richtige Nom, bloß halt anderschrum, weshalbs au sai ka, dass dr Nom in dr Fasnet enschtanda isch (di isch aber schpäter denn mol abgschafft gwäa). D Ibernom hot sich abr au uf die mehlweißa Farb vo dem Turm bzoga. Heit isch "Mehlsack" au d offizielle Nom vo dem Turm, wo d oinzig Rundturm i dr Schtadtbefeschdigung blieba isch.

Große Raveschburger Handelsgsellschaft ond Schtadterweiderunga

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Während em schpäta Mittelalter isch Raveschburg d Sitz vo dr Großa Raveschburger Handelsgsellschaft gwäa, wo i ganz Eiropa Niederlassunga ghett hot. Weil di moischte Regenta vo dera Gsellschaft us dr Humpis-Familie komma send, hot mr se au Humpisgsellschaft ghoißa. D Humpis hent zu de Raveschburger Patrizier gheert, au viele Birgermoischder send vo de Humpis gwäa. Gsellschafter vo dera Gsellschaft send aber it nur vo Raveschburg komma, sundern vo dr ganze Gegend zwischa Konschtanz, Biberach, Lindau ond Wange.

Ghandlet hot di Gsellschaft am Ofang vor ällem mit "Gschpinschtware" - heit dät mr "Tuch" oder "Textilie" sai. Raveschburg hot drfier zom Beischpiel des domols bekannte "Raveschburger Laina" beigschteiert. Vo 1336 send Prozessakte voma Schtreit zwischa Trick Holboi ond m Hans Holboi iberliefert, wo s ume "Schtampfmiehl" ging - des isch wahrschailich oine vo de erschte Bapiermiehla nerdlich vo de Alpa gwäa. Des isch zwar no it ganz sicher, aber a anders Dokument vo 1427 schpricht scho oideitig vo dr Babiermacherei a Raveschburg. Bis ens 20. Jahrhundert send Textil- und Bapierherschtellung wichtige Induschtriezweig blieba.

Drneba hot di Gsellschaft aber au mit behmischem Erz, orientalische Gwirz, schpanischem Wai ond vielem meh ghandlet, vo Prag bis Valencia, Genua und Lyon. Die Schtadt isch dodurre schnell reich worra ond gwachsa. Deshalb isch denn au s Schtadtgebiet mehrmols erweidert worra. D greescht vo dene Erweiderunga isch die nui Mauer um d Untrschtadt gwäa und d Abriss vo dr alta Mauer zwischa Oberer ond Unterer Schtadt (1330–1370). D alt Schtadtgraba isch drbei zugschitt worra. Dodurre isch n großr Platz i dr Mitt vo de Schtadt entschtanda, wo vom sidlicha bis zom nerdlicha Schtadtdor roicht. Deen Platz hoißt mr heit Mariaplatz. Des sidliche Dor isch im 19. Jahrhundert abgrissa worra ond hot Käschtlinsdor ghoißa, s nerdliche isch s Frauedor, wo no schtoht. Do drneba hets no des Oberdor ins Allgai nauf ond s Underdor noch Weschta.

D Große Raveschburger Handelsgsellschaft isch denn aber umma 1530 ufglest worra. Zom oina hent die Nachfahra von de Handelsherra sich noch scho älle scheene Landgider ond Adelstitel kauft ghett, zom andra hent die domolige "Regenta" vo dera Handelsgsellschaft wohl it rechtzeidig mitkriegt, dass durch die schpanisch Eroberung von Amerika sich d Handelsweg gendert ghett hent - jedefalls send d Profit i da Keller nab. D domolig Goldinflation ka drbei nadierli au a Roll gschpielt hon.

Schtädtebind ond Schwabakrieg

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Raveschburg isch zsamma mit Konschtanz, Ibrlinga, Sankt Galla, Pfulladorf, Zirich ond Lindau Mitglied vo dr "Konschtanzer Gsellschaft" gwäa ond do drmit au vom 1331 grindeta Schwäbischa Schtädtebund.

1376 isch dorus dr Große Schwäbische Schtädtebund worra, wo gega di Territorialaschprich vo Koiser, Wirtaberg ond Boira Krieg gfihret hett, 1377 bei Reitlinga gwunna hett, noch enorm Zulauf ghett hot, abr denn 1388 a Schlacht gega Wirttaberg verlora hot ond 1389 ufgleest worra isch.

Drnoch hot sich Raveschburg aber um 1390 mit Konschtanz, Ibrlinga, Sankt Galle, Lindau, Wanga (Allgai) und Buchhorn (d Altschtadt vom Hafe) zom Bodaseebund zsamma gschlossa.

1488 isch Raveschburg denn zsamma mit de moischte andre Reichsschtädt en Oberschwoba am Schwäbischa Bund beitreta, wo dr Koiser Friedrich III. zamma brocht hot, om de boirische Expansionsgelischte a Riegel vorzuschieba. Bald druf hent sech undr Maximilian I. abr d Konflikt mit dr bnachbarta Schweizer Eidgnossaschaft verschtärkt, was denn 1499 zom Schwabekrieg oder Schweizerkrieg gfihrt hot. Di schlecht gfihrte ond ausbildete Bundestruppe send dene Schweizer Haufa, wo scho en ganz Eiropa as Seldner Erfahrung gsammelt ghett hent, aber it gwachsa send. Fascht älle greeßere Schlachta hend se verlora. So hot bei Hard, wo dr Rhai en da Bodasee mindet, a aageblich iber 10.000 Maa schtarks schwäbisches Heer gega a zahlamäßig onderlägans Schweizer Heer vrlora, des do drbei au Raveschburger Fahna erbeitet hett.

Ende 1499 isch dr Krieg denn z End gwäa; s Ergebnis isch gwäa, das zwar Schaffhuse en dr Eidgnossaschaft blieba isch, dass aber drnoch koine andre Schtädt meh hont zur Eidgnossaschaft beitreta kenna. Ohne den Krieg dät zom Beischpiel Konschtanz heit wahrschailich au zur Schweiz gheera.

Dr Schwäbisch Bund hot denn schpäter no bei dr Niederschlagung der ufschtändische Baura im Baurakrieg 1525 a wichtig, aus heitiger Sicht aber eher orihmliche Roll gschpielt.

Reformation ond Parität

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Mit dr Reformatio send viele, aber it älle Raveschburger evangelisch worra. Wega dr katholischa Gegereformatio ond weil s Umland moischtadoils zu katholische Herrschafta gheert hot, send manche schpäter au wieder katholisch worra, vor allem aber sin halt viele vo dene Handwerker gwäa, wo noch dr Reformatio no nui zuzoga send, katholisch.

Doraus hett sich mit dr Zeit denn a so gnannt "paritätische" Schtadtregierung entwickelt, wo denn nochm Dreißgjähriga Krieg em Weschtfälischa Frieda 1648 fescht gschrieba worra isch, ond zwar fier di vier "Paritätische Reichsschtädt" Augschburg, Biberach, Dinkelsbihl und Raveschburg. In dera Verfassung isch bschtimmt worra, dass Evangelische ond Katholische gleiche Recht hent ond dass älle schtädtische Ämter zom gleicha Doil an katholische und evangelische z'gange hent. Des hott denn au ghoißa, dass es in Raveschburg a Zeit lang zwoi Birgermoischder ghett hett.

D Schtadt isch scho vor m Dreißgjähriga Krieg wirtschaftlich gschwächt gwäa. Nochdem d moischte vo de alte Kaufleitsfamilie sich Landsitz kauft ghett hent, hent sich au d Handelsweg meh ond meh Richtung Augschburg verlageret. Vor ällem d Bapiermiehla hend aber zerscht weiter gnueg Geld ind Schtadt brocht.

Während m Dreißgjähriga Krieg hetts denn aber Hunger- ond Seichazeita gea. Dodurch sen viele Aiwohner umkomma, ond s hott lang duret, bis d Schtadt wieder so groß gwäa isch wie drvor. Bis in d Nuizeit isch s des derwega zu koine Erweiderunga vo dr Schtadt meh kumma, ond s Schtadtbild isch bis ins 19. Jahrhundert fascht uverändret blieba.

 
d Veitsburg (links obbe), s Obertor (Mitte) und de Mehlsack (rechts)

Gega End vom Dreißgjähriga Krieg hent denn no d Schweda d alt Burg oba iber d Schtadt gschloift ghett; detamols hot mr scho Veitsburg drzu gsait, om se vo d Schtadt Raveschburg z unterschoida. Nur a baar Ekonomiebauta send schtanda blieba, ond dr Landvogt vo Schwoba hot sain Sitz denn 1647 noch Altdorf/Waigarda verlegt. Ogfähr hondert Johr schpäter isch s d Schtadt aber denn schon wieder so guet ganga, dass dr Schtadtroot d Ruine vom Reich hat kaufa kenna; se hond sech do oba denn vom Deitschorda-Bumoischder Bagnato, der nach Raveschburg naigheiratet ghett hot, a Schlessle baua lossa, des heit no schtoht.

S End vo dr reichsschtädtischa Selbschtändikoit

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1803 isch durch n Reichsdeputationshauptschluss d Reichsomiddlbarkoit vo fascht älle Reichsschtädt ufghoba worra (Mediatisierung). Gleichzeidig isch send au fascht älle kirchliche Bsitzunga, wo bis do na reichsunmittelbar gwäa send - also quasi da Schtatus vo oigene Bundesländer ghett hont - a adlige Grundherra vertoilt worra (Säkularisierung). Dodrmit hent zerscht die Firschda, wo links vom Rhai a da Napoleon Land verlora ghett hent, entschädigt werra solla, schpäter hend denn aber vor ällem andere Landesherre dovo profitiert.

Raveschburg isch zerscht a Boira geba worra. D bnachbarte Reichskleschder Waigarda ond Weißenau send zerscht a andre Reichsfirschta ganga, aber denn a Wirtaberg komma. Raveschburg isch denn also ringsum vo Landesgrenza umgeba gwäa, fier die nu nimme d oigene, sondern d boirische ond wirtabergische Zollgsetz golta hent. Fier d Wirtschaft isch des ziemlich ruines gwäa. 1810 isch denn aber Raveschburg au zu Wirtaberg komma - Boira het Raveschburg o andre Reichsschtädt entlang d Grenz gega a Korridor im Allgai zom Bodesee ond Lindau dauscht. Detmols isch den au d Hafe us d friher Reichsschtadt Buchhorn und ema z Waigarda gheerige Nonnakloschder grindet worra; des Kloschder isch heit no als Schloss wirtabergische Privatbsitz. Dr Wiener Kongress hot 1815 di Regelung bschtätigt.

Nuizeitliche Entwicklung

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19. Jahrhundert: Nuie Wirtschaft und nuie Schproch

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Nochdem Raveschburg Doil vom Kenigreich Wirtaberg worra isch, hot sich d Wirtschaft allmählich erhola kenna. D induschtrielle Entwicklung hot sich domols vor ällem uf die lang Traditio bei dr Nutzung vo dr Wasserkraft schtitza kenna. Mit Miehla hot mr immr en Raveschburg scho di unterschiedlichschte Werk betrieba ghett, net nur zom Korn mahla, sondern zom Beischpiel au zom Babierbrei schtampfa. Do draus isch em Lauf vom 19. Johrhundert denn a usdehnt Maschinebauinduschtrie entschtanda.

1847 hent di Wirtaberger denn d Bahschtreck von Schtueget iber Ulm bis zom Hafe baut, di berihmde "Schwäbsche Eisebah", wo au en Raveschburg a Bahhof baut worra isch. D Wirtaberger hent d Hafe ziemli gfeerdert, worum schpäter denn au d Zeppelin soine Olaga dett baut hot. D Deerfer siedlich vo Raveschburg, wo en oigene Haltpunkt a dera Bah ghett hont, wi zom Beischpiel Oberzell bei Weißenau send denn schtark gwachsa, weil sich viele Arboiter dett agsiedlet hent, wo em Hafe gschafft hent. Weißenau selbsch isch zor "Irreaschtalt" gmacht worra, wi viele andre große Kleschder au zu der Zeit, wo a Wirtaberg gfalla sen. Heit isch Weißenau en Schtadtdoil vo Raveschburg.

Alt-Wirtaberg hot jo in de moischte Gegenda d Erbtoilung ghett. Des hoißt, wenn a Bauer mehrere Sehn ghett hot, no hot jeder a Schtickle kriegt. Des hot mr en Oberschwaba so net kennt, nur gelegentlich d Abtrennung voma Pfrindnerguet, wenn d Altbaur sain Hof iberschrieba hot ond mit d overheiratet Dechter ufs Pfrindnertoil zoga isch. Deshalb send d Hef hier moischtetoils greßer gwäa. En Wirtaberg send etz Schtiftunga grindet worra, wo evangelische Baura us Alt-Wirtaberg ginschtige Kredit ond Zuschiss geba hent, um Hef em katholischa Oberschwaba z kaufa. So send mit der Zeit ganze Derfer evangelisch worra. Ond di Zuzogene hent ihr oigene Mundart mitbracht, a Schwäbisch, wie mers bei Schtueget schwätzt. Deshalb hot mr uf m Land au gsait: "Der schwätzt evangelisch", wenn oinr en Schtuegerter Dialekt ghett hot.

Aber au in d Schtadt selbsch hot sich d Schproch arg veränderet. S sind wirtabergische Beamte aigsetzt worra, wo it vom Oberland komma sind, sondern vo Wirtaberg, ond d Honoratiora vo dr Schtadt hent sich bmieht, so z schwätza wie die hohe Herre vo z Schtuegett. So isch des alte Niederalemannisch-Oberschwäbische allmählich vo ma Mischdialekt aus Honoratioraschwäbisch und Reschte vom Niederalemannischa verdrängt worra. D Wisseschaftler nennet d Mundart, wo in Raveschburg gschwätzt wird, s Bodeseealemannisch im Niederalemannische Sprochgebiet.

Veranstaltunge

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Ruetefescht

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De Höhepunkt vum Ruertefescht, wo alle Johr im Juli gfeiert wird, isch de große Umzug. Des isch en Brauch, wo an ständische Unterschied in de Gschichte vu Raveschburg erinneret. Zscherscht stellet die Schuelklasse unterschiedliche Beruefe und Zümfte vor. Den kommet ville Kutsche. D Fanfarezüeg werret begleitet vu Trommler, wo no de mittelalterliche, dumpfe Rythmus beherrschet. Historische Bsuecher und Herrscher us em Mittelalter werret nochgstellt. An es Bündnis vu de freie Reichstätte wird usdrücklich erinneret. Denn passieret Hellebardeträger und au Landsknecht im Kettehemd und mit Helme. De Uffritt vu Majestäte hoch zu Ross mit em Hofstaat wird nochgstellt. Aber es wird au aa d Schwabe- und Hüetekinder us de Schwyz, Öschtreich und Tirol erinneret.

Ergäbnis vo de Landdagswahla seid 2006:[2]

Johr CDU Greane SPD FDP Lenke1 AfD Sonschtiche
2016 28,2 % 35,7 % 9,2 % 9,9 % 2,8 % 10,6 % 3,5 %
2011 39,4 % 29,8 % 18,3 % 4,6 % 2,4 % 5,4 %
2006 45,2 % 16,2 % 20 % 9,5 % 2,8 % 6,3 %

1 2006: WASG, seid 2011: Die Linke

Eppes aazluege

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Ottmar Hörl: Es Blaue Haus
 
Skulptur vum Peter Lenk, wo vu de Schweizer Bergbaurekinder verzellt: „Schwabbekinder“

Kunschtwerk dusse uf de Stroß

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Es Denkmal vu 2002 vum Peter Lenk isch zur Erinnerung aan de „Hütekindermarkt“ in Ravensburg uffgstellt worre. Dees isch annere Eck vun em Haus in de Bachstroß grad wo de erschte Stock aafängt. Det kaa mer a Schwabbekind (Schwabenkind) sähe, des uf sinne Schultere en Knecht sitze hot, weller uf sinne Schultere no en Klerikale bherbergt. Dees isch die Gschicht vu de arme Bergbaurekinder us Tirol, Vorarlberg und Graubünde, wo bis in de März 1914 jeds Johr in de Saison hond uf de Baurehöf in Oberschwabbe und im Allgäu schaffe dirfe end misse.

Biecher

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  • Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1961
  • Johann Georg Eben: Versuch einer Geschichte der Stadt Ravensburg von Anbeginn bis auf die heutigen Tage. 2 Bände. Gradmann, Ravensburg 1835 (Nachdruck: Genth, Oggelshausen 1987)
  • Tobias Hafner: Geschichte der Stadt Ravensburg. Dorn, Ravensburg 1887
  • Aloys Schulte: Geschichte der grossen Ravensburger Handelsgesellschaft. 3 Bände. Stuttgart und Berlin 1923 (Nachdruck: Steiner, Wiesbaden 1964)
  • Alfons Dreher: Geschichte der Reichsstadt Ravensburg und ihrer Landschaft von den Anfängen bis zur Mediatisierung 1802. 2 Bände. Dorn, Ravensburg 1972 ISBN 3-87437-084-4 (Band 1) und ISBN 3-87437-085-2 (Band 2)
  • Rudi Holzberger: Ravensburg. Ansichten und Profile. Oberschwäbische Verlagsanstalt, Ravensburg 1987 ISBN 3-926891-00-9
  • Alfred Lutz: Ravensburg. Porträt einer ehemaligen Freien Reichsstadt. 2. Auflage, Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 1991 ISBN 3-924489-37-8
  • Helmut Binder, Alfred Lutz, Markus Glonegger: Das Ravensburger Rutenfest in Geschichte und Gegenwart. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 1997 ISBN 3-924489-87-4
  • Peter Eitel (Hrsg.): Ravensburg im Dritten Reich. Beiträge zur Geschichte der Stadt. Oberschwäbische Verlagsanstalt, Ravensburg 1997 ISBN 3-926891-19-X
  • Albert Schmid (Hrsg.): Fasnacht in Ravensburg. Ein Streifzug von 1353 bis heute. Oberschwäbische Verlagsanstalt, Ravensburg 2000 ISBN 3-926891-25-4
  • Peter Eitel: Ravensburg im 19. und 20. Jahrhundert: Politik, Wirtschaft, Bevölkerung, Kirche, Kultur, Alltag. Thorbecke, Ostfildern 2004 ISBN 3-7995-0138-X
  • Alfred Lutz: Zwischen Beharrung und Aufbruch. Ravensburg in den Jahren 1810 bis 1847. (Zugleich Dissertation der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 1999). Aschendorff, Münster 2005 ISBN 3-402-05912-6
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  Commons: Ravensburg – Sammlig vo Multimediadateie

Fueßnote

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  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2022 (CSV-Datei).
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Landtagswahl (Memento vom 7. Juli 2019 im Internet Archive)