Siidwalserisch

di högschdalemannische Dialäkt, wo i de Walsergmainde z Italie und im Tessin gschwäzd wärded

S Siidwalserisch isch e Uusdrùg fir di hegschdalemanische Dialäkt, wù in dr Walsergmaine z Italie ùn im Tessin gschwäzd wääre. Die siidlichi Schbroochfamilie vùm Walserdytsch hed verschiideni Oordsdialäkt.

Chaarde vù 1881 mid dr italienische Walsergmaine. Salei, Aager ùn s schwyzerisch Gurin sin nid yyzaichnet.
Dänggmool fir dr Heinrich Welf ùf Greschoneititsch an dr Chilchemuure vù Greschunei Oberteil (La-Trinité)
zwaischbroochigi Oordsnaamedaafele
E zwaischbroochige Wäägwyyser z Im Land
es Walserhuus z Im Land – „Wïtte mu hed aswenn glebed im Land“
zwaischbroochigi Schrifde im Walserhuus z Im Land

wù s Siidwalserisch voorchùndBearbeite

Im Piemont
Im Augschtal (dt. Aostatal)
Im Tessin

Uusgschdoorbe sin midlerwyyli d Walserdialäkt vù:

  • Arimmu (ital. Rima): syd dr 1970er Joor nùme no im Sùmer bewoond
  • Salei (ital. Salecchio): vù dr ledschde Yywooner ane 1964 verloo
  • Urnafaasch un Migiandone

Weenig wais mer iber d Walserdialäkt vù

  • Aager (ital. Agaro): ane 1937 im Schdausee (Lago di Agaro) versùngge.
  • Goabi (ital. Gaby): Bis ane 1950 hed s im Ordsdail Niel no Lyd gee, wù Walsertitsch hän chene.
  • Urnafasch (ital. Ornavasso): 1963 isch dr ledschd Walsertitsch-Schbrächer gschdoorbe; d Gmeind pflägt no d Erinnerig a d Walser Vorfahre.

Uuser e baar Fluurnäme isch nyd me iibrig bliibe vù dr Walserdialäkt vù:

  • Opsu (ital. Ausone): nimi bewoond
  • Rifu (ital. Riva Valdobbia): romanisierd

FoorschigsgschiichdBearbeite

Fir d Aafäng vù dr Foorschig iiber s Siidwalserisch isch em Albert Schott syy Aarbed vù 1842 inträssant: Die deutschen Colonien in Piemont. Ihr Land, ihre Mundart und Herkunft. Ein Beitrag zur Geschichte der Alpen. Är hed au scho ne grooses Kabidl iiber d Dialägd vù Arrimmu, Eischeme, Greschonei, Im Land, Makanaa ùn Remmalju gschriibe ùn au s Glyychnis vùm verloorene Sùùn in die Mundaarde iiberdraage loo.

Vum Karl Bohnenberger isch s Buech Die Mundart der deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten, wu bim Huber z Frauefeld ane 1913 usecho isch.

Fir s Phonogramm-Archiv vù dr Universität Züri hed dr Wilhelm Doegen im Oktober ane 1929 Toonbandùfnaame vù verschiidene Siidwalser Dialäkt gmachd. Die Ùfnaame sin voorberaided woore vùm Fritz Gysling ùn em Rudolf Hotzenköcherle ùn sin vùn ene ane 1952 verefendligd woore.

Vù dr Siidwalser Gmaine, wù in dr 50er Joor no ne lääbige Dialäkt ghaa hän, hän dr Fritz Gysling ùn dr Rudolf Hotzenköcherle zwische 1951 ùn 1955 Ùfnaame fir dr Schwyzer Schbroochatlas gmachd (Arrimmu: IT 5. Eischeme: IT 1. Greschonei: IT 2. Gurin: TI 1. Im Land: IT 3. Makanaa: IT 4. Pumatt: IT 8. Remmalju: IT 6. Salei: IT 7). Vù Aager ùn vù Niel (Goabi) sin kaini me gmachd woore.

Monografyye zù ainzelne Ortsmundaarte gid s vù der Angela Bacher fir Pumatt, vùm Marco Bauen ùn dr Maria Concetta Di Paolo fir Remmalju, vù dr Gertrud Frei fir Salei, vù dr Emily Gerstner-Hirzel ùn vùm Charles V. J. Russ fir Gurin, vùm Giovanni Giordani fir Im Land, vùm Max Waibel fir Makanaa und vùm Peter Zürrer fir Greschonei ùn Eischeme. Wiichdig sin au d Ùfzaichnige vùm Emil Balmer. Derzue cheme wyderi Spezialùndersuechige wie die vùm Renato Perinetto fir Eischeme, die vùm Peter Zürrer fir Greschonei ùn Eischeme ùn die vù dr Silvia Dal Negro fir Pumatt. S gid au e ganzi Raie Wèèrderbiecher, ùnder anderem vùm Ugo Busso ùn vùm Alberto Linty fir Eischeme, vùm Peter Zürrer fir Greschonei, vù der Emily Gerstner-Hirzel fir Gurin, vùm Pio Scilligo fir Pumatt, vùm Dino Vasina fir Remmalju ùn ùnder anderem vùm Heinrich Welf fir Greschonei. Idalieenischi Sproochforscher wie dr Valerio Cantamessi ùn dr Paolo Crosa Lenz hän d Gschiichd vùm Walserisch vù Urnafaasch undersuechd. En geegewäärdig aktyyve Siidwalserdydsch-Foorscher isch dr Livio Gaeta vù dr Universideed Turin.

Dr Paul Zinsli hed d Fluernäme vù dr Siidwalser Gmaine ùfgnùù ùn die Samlig derno ane 1984 in syym Buech „Südwalser Namengut“ verefendligd, aber ooni Chaarde. E baar ainzelni Gmaine wie Gurin, Im Land ùn Remmalju hän iiri Fluernäme au sälber gsamled, si bschriibe ùn ùf Chaarde yyzaichned – oder hän des lo mache.

Wyderi Aagoobe zue dr Foorschigsgschiichd vù dr verschiidene Dialäkt finded mer in dr jeewyylige Spezialartikel.

Mèèrgmool vù dr Siidwalser DialäktBearbeite

Typisch fir d Siidwalser Dialäkt sin noch em Rudolf Hotzenköcherle drèi Mèèrgmool:

  1. Konservativi Merkmool, wù nùme no doo voorcheme
  2. Nèierige, wù sùnschd niene voorcheme
  3. Schdaarchi Yyflis us em Romanisch

Dooderbyy chaa mer ùnderschaide zwische hegschdalemannische, walserische ùn siidwalserische Mèèrgmool.

Hegschtalemannischi MèèrgmoolBearbeite

Konservativi Mèèrgmool im HegschtalemannischBearbeite

1. Mhd. â

Mhd. â isch in dr maischde hegschdalemannische Dialäkt nid verdùmbfd – in dr Siidwalser Dialäkt aber nùmme im Pumatt ùn z Aager nid ùn z Salei nùme lyychd.

Aager Braachùt (dt. Brachmonat, Juni)
Pumatt Jaar (dt. Jahr)
Salei Jaar (dt. Jahr)

Z Arrimmu, z Gurin, z Makanaa, z Remmalju ùn Im Land isch mhd. â dergeege verdùmbfd.

Arrimmu Jòòr (dt. Jahr)
Gurin Jòòr (dt. Jahr)
Im Land Joor (dt. Jahr)
Makanaa Jààr (dt. Jahr)
Remmalju Jòòr (dt. Jahr)

Z Greschonei ùn z Eischeme isch mhd. â diphthongiert. Die Diphthongierig isch au z Goabi gängig gsii (vgl. Name!).

Eischeme Oabe (dt. Abend), goan (dt. gehen)
Greschonei Oabe (dt. Abend), bloase (dt. blasen), Joar (dt. Jahr)
2. Mhd. î, iu, û im Uuslud ùn im Hiatus

In dr hegschdalemanische Dialäkt sin mhd. î, iu, û im Hiatus ùn im Uuslud in Wèèrder wie mhd. drî, frî, snîen, gehîen, srîen, sû, bûwen, niuw, niuwe (dt. drei, frei, schneien, fallen, Sau, bauen, neu, neue) as Monophthong erhalde, derwyylschd si in andere alemanische Dialäkt diphthongierd sin. User z Eischeme, wù ali mhd. Langvokal diphtongierd sin, ùn z Rimmu sin si in dr Südwalser Gmaine zem greeschde Dail as Monophthong erhalde.

Aager driia (dt. drei), schniia (dt. schneien)
Greschonei drii (dt. drei), schnuuä (dt. schneien), ghiiä (dt. fallen), schriiä (dt. schreien), buuä (dt. bauen), nuu (dt. neu), nuue (dt. neue).
Gurin schniia (dt. schneien), büwä (dt. bauen), niwe (dt. neue).
Im Land schnüwe (dt. schneien), khie (dt. fallen), schraju (dt. schreien), buwwa (dt. bauen), nüwe (dt. neue), drii (dt. drei)
Makanaa schniia (dt. schneien), khiie (dt. fallen, werfen), schriie (dt. schreien), büwe (dt. bauen), niiw (dt. neu), nuuwe (dt. neue), drii (dt. drei), frii (dt. frei)
Pumatt schniia (dt. schneien), khiia (dt. fallen), schriia (dt. schreien), büwa (dt. bauen), niwe (dt. neue), drii (dt. drei), (dt. Sau)
Remmalju schnuwu (dt. schneien), schreju (dt. schreien), nuwe/noue (dt. neue)
Salei schniiä (dt. schneien), khiiä (dt. fallen), buuä (dt. bauen), niiw (dt. neu), niwe (dt. neue)

aber: Arrimmu: schneuwa (dt. schneien), khaja (dt. fallen), schreja (dt. schreien), bouwa (dt. bauen), nouwe (dt. neue). Eischeme: schnouwe (dt. schneien), gheije (dt. fallen), schreijä (dt. schreien), bouwe (dt. bauen), naue (dt. neue).

3. Enklitischs -ru

Ahd. iro (Gen. Pl., dt. „ihrer“) erschyynd enklitisch as -ru.

Arrimmu Ich wilju rùn auch iich. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Eischeme Ich wil ru auch. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Greschonei Ich hän mu ru gseit. (dt. Ich habe ihm ihrer gesagt, hier: Schimpfwörter.).
Im Land Ich wil rù auch. (dt. Ich will auch von ihnen.).
Makanaa Wir hen t rù ou zwìe. (dt. Wir haben auch zwei von ihnen.).
Pumatt Wir sin rù wenig in der Familiu gsi. (dt. Wir waren wenige in der Familie.).
Remmalju Ès hèd ru nit. (dt. Es hat keine von ihnen.).
Salei Ich hän d rù nit. (dt. Ich habe keine von ihnen.)
4. Adjektiv in prädikativer Schdelig

Adjektiv wääre au in ere prädikative Schdelig dekliniert.

Aager Am Morgè chùnt ds Tòòtè gnùùt ùn ùùfpùnnès ùf zwèi Lattelti Lattelti ùn esòò chùnt s träges bis Bätsch.
Arrimmu Der Heer escht tauba. (dt. Der Pfarrer ist nicht gescheit.), Äs escht noch ds jongs. (Es ist noch jung.)
Eischeme Dan Baum ischt hübschi. (dt. Der Baum ist schön.), Ds Bet ischt woarms. (dt. Das Bett ist warm.)
Greschonei Der Ettru isch liebe. (dt. Der Onkel ist lieb), D Muema isch liebi. (dt. Die Tante ist lieb), Ds Techterli isch liebs. (dt. Die Tochter ist lieb), D Ettrunga sin liebi. (dt. Die Onkel sind lieb), De Techterlene sin liebi. (dt. Die Töchter sind lieb), D Mueme sin liebi. (dt. Die Tanten sind lieb.)
Gurin Der Wolf hät gmeint, der Fuks siigi rotä va Blüät. (dt. Der Wolf meinte, der Fuchs sei rot vom Blut.), Wiä düä der Urännu afa aaltä chu ischt. (dt. Wie der Urgrossvater langsam alt wurde.), Dass d Chriädschi afaan rooti chu. (dt. Dass die Kirschen allmählich rot werden.)
Im Land D Aju isch jungi und hìbschi. (dt. Die Mutter ist jung und hübsch.)
Makanaa Är isch laame. (dt. Er ist lahm.), Dü bìsch nò ganz jungge, das magsch no gsìe. (dt. Du bist noch ganz jung, das kannst Du noch sehen.), Schi isch wuol globigi gsi. (dt. Sie war durchaus gläubig.), Hìe isch alls nò gsii pleits. (dt. Hier war noch alles bewachsen.), Dischi Wiiber sin aalti. (dt. Diese Frauen sind alt.), Hipschi sindsch gsii, di Bööchjini. (dt. Schön waren sie, die Bücher.)
Pumatt Der Mischt isch nasse. (dt. Der Mist ist nass.), D Chüö sigi siechi. (dt. Die Kuh sei krank.), Wenn s Wätter schlächts ischt. (dt. Wenn das Wetter schlecht ist.), D Wälder sin grossi. (dt. Die Wälder sind groß.), D Chie sinn feissti. (dt. Die Kühe sind fett.)
Remmalju Ds Häi isch dṣcha derrs. (dt. Das Heu ist schon dürr.), D Bemma ṣchind füllu. (dt. Die Balken sind faul.), D Pum isch noch gṣchid underrifte. (dt. Der Apfel ist noch unreif gewesen.)
Salei Där Ennù ischt siächä (dt. Der Großvater ist krank.), Wär wan de ou nò chliinì. (dt. Wir waren damals auch noch klein.)
5. sumi „einige“
Im Land schummi
Makanaa sumi
Pumatt summi
6. Haupt „Kopf“
Aager Hoiwt
Arrimmu Aupd/Chaupd
Eischeme Hopt
Greschonei Hopt
Gurin Höt
Im Land Aupd
Pumatt Höit/Höd
Remmalju Chepd/Hepd/Achepd
Salei Hoit

aber: Makanaa: Chopf

7. Spiegel „Brille“ (zem Dail au dr Uusdrùg „Glareisen“)
Arrimmu Augschpieglù
Eischeme Schpiigla
Greschonei Ougschpiegla
Gurin Öigschpiegla
Im Land Augschpiegla
Makanaa Ougschpiigla
Pumatt Öigschpiegla/Öiguschpiigla
Remmalju Öigschpiegla, Gluuriischä
Salei Gluriisä

Nèierige im HegschtalemannischBearbeite

1. Ahd. iu > öü, ei, ai
Arrimmu Wljaigu (dt. Fliege), aber: tiaf (dt. tief)
Eischeme töif (dt. tief), Wljöigù (dt. Fliege)
Greschonei teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Gurin teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Im Land taif (dt. tief), Flaiga (dt. Fliege)
Makanaa teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
Pumatt teif (dt. tief), Fleiga (dt. Fliege)
Remmalju taif (dt. tief), Flaigù, Wlaigù (dt. Fliege)
Salei teif (dt. tief), Fleigù (dt. Fliege)
2. Mhd. nk

In dr hegschdalemanische Dialäkt isch mhd. -nk in Wèèrder wie Bank, Gstank, trinke, denke, danke, Anke verschoobe zue ch: Baach, Gstaach, triiche, deeche, daache, Aache. User z Greschonei ùn z Aager finded mer die Verschiebig au in dr Siidwalser Dialäkt, zmaischd zue -nch.

Arrimmu trengche (dt. trinken), Bangch/Baach (Bank)
Eischeme tringche (dt. trinken), Banch (dt. Bank)
Gurin triächä (dt. trinken), Baach (Bank), Aachä (dt. Butter)
Im Land tringchä (dt. trinken), Bangch (Bank)
Makanaa tringche/triiche (dt. trinken), Bangch/Baach/Bouch (Bank), Aache/Ouche (dt. Butter)
Pumatt triiche (dt. trinken), Baach (Bank), deeche (dt. denken), Aache (dt. Butter)
Remmalju trengchu (dt. trinken), Bangch (dt. Bank), Angchu (dt. Butter)
Salei triichä (dt. trinken), daachä (dt. danken)

aber: Aager: tankchä (dt. danken). Greschonei: tringgä (dt. trinken), danggä (dt. danken)

3. Mhd. -rn

In dr hegschdalemanische Dialäkt erschyynd mhd -rn in Wèèrder wie Garn, Horn, gern as -re: Gaare, Hoore, geere.

Arrimmu gèèra (dt. gern), Huroa/Chuora (dt. Horn), mòòre (dt. morgen)
Eischeme geere (dt. gern), Huore (dt. Horn), muore (dt. morgen)
Greschonei Goare (dt. Garn), Hoore (dt. Horn), Zoore (dt. Zorn)
Gurin gäärä (dt. gern), Hòòrä (dt. Horn), mòòrä (dt. morgen)
Im Land geere (dt. gern), Houre/Oure (dt. Horn), moure (dt. morgen)
Makanaa giääre (dt. gern), Huore (dt. Horn), muore (dt. morgen), fiääre (dt. letztes Jahr), Gaare (dt. Garn)
Pumatt gääre (dt. gern), Hòòrä (dt. Horn), mòòrä (dt. morgen)
Remmalju gèèru (dt. gern), Ööru (dt. Horn), mööru (dt. morgen)
Salei Gaare (dt. Garn)
4. Mhd. -rm.
Arrimmu Doora (dt. Darm), Òòra (dt. Arm), aber: òòram (dt. arm), wòòram (dt. warm)
Eischeme Doarm (dt. Darm), Oarm (dt. Arm), Wurm (dt. Wurm)
Greschonei Doarä (dt. Darm), Oarä (dt. Arm), Wuurä (dt. Wurm)
Gurin Dòòrum (dt. Darm)
Im Land Dooru (dt. Darm), Ooru (dt. Arm), Wuuru (dt. Wurm)
Makanaa Daare (dt. Darm), waare (dt. warm)
Pumatt Daarä (dt. Darm), waarä (dt. warm)
Remmalju Daarum (dt. Darm), Òòrum (dt. Arm), wòòrum (dt. warm), Wùùrum (dt. Wurm)
Salei Daarä (dt. Darm)
5. mhd. -hs

Im Wallisertitsch erschyynd mhd. -hs in Wèèrder wie Fuchs, sechs as -ks, nid wie in vyyl Schwyzer Dialäkt as -chs: Fuks, sekschi.

Aager säkschi (dt. sechs)
Arrimmu Wogsch (dt. Fuchs), sakschi (dt. sechs), Akslu (dt. Achsel)
Eischeme Wùks (dt. Fuchs), seksi (dt. sechs)
Greschonei Fuks (dt. Fuchs), säkschi m. (dt. sechs)
Gurin Fuks (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslä (dt. Achseln)
Im Land sakschi (dt. sechs), Akschla (dt. Achseln)
Makanaa Fuks/Fuksch (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslù/Akschlù (dt. Achsel), wakse (dt. wachsen)
Pumatt Fuksch (dt. Fuchs), säkschi (dt. sechs), Akslä (dt. Achsel)
Remmalju Wuksch (dt. Fuchs)
Salei Fùks m. (dt. Fuchs)
6. 2.,3. Sg. gân, stân

Di 2./3. Sg. vù mhd. gân (dt. gehen) ùn stân (dt. stehen) erschyyne mid Diphthong. Derwyylschd d Foorme in dr iibrige alemanische Dialäkt (z. B. du goosch / är good) ùf regulärs ahd. dû gâs / ër gât zrùggeen (oder ùf ahd. dû gês / ër gêt, wie z. B. elsässisch dü geesch / är geed), sin si im Hegschdalemanisch mid dr Ändige -is bzw. -it bilded (dû gâ-is, ër gâ-it).

Arrimmu du gäisch / èr gäid, du schtäisch / èr schtäid
Eischeme du geischt / is geit, du schteischt / is schteit
Greschonei du geischt / er geit, du steischt / er steit
Gurin düw geischt / är geit , düw schteischt / är schteit
Im Land du gaischt / er gaid, du schtaischt / er schtaid
Makanaa du geischt / är geit, du schteischt / är schteit
Pumatt dü geischt / är geit, dü schteischt / är schteit
Remmalju du gäischd / is gäid, du schtaischt / is schtait
Salei du geischt / är geit, du steischt / är steit
7. Diminutivbildig.

Im Hegschdalemannisch sin verschiideni Diminutivsuffix gängig: -elti, -ji, -li, -si, -tsi, -tschi.

Aager Lattelti
Arrimmu Hundsi, Hòòkji, Roodje, Trooge, Weegalti
Eischeme Hündji, Öpfelti, Woogelti
Greschonei Hundji, Hoakji, Reedji, Epfelti, Voogälti
Gurin Doorftschi, Bliämdschi, Mannli, Hiändli, Terli, Alpulti, Schtekchälti
Im Land Hundsi, Hookji, Reidsi, Trougji, Vegelti
Makanaa Hundji, Räädji, Epfelti, Vogelti
Pumatt Hundschi, Haakji, Raadje, Troogji, Epfelti, Vogulti
Remmalju Hundsi, Reedje, Woogelte
Salei Hundschi, Haakji, Roodje, Epfelti, Voogälti
8. Passivbildung

Im Hegschdalemannisch wääre Passivkonschtruktione nid mid „wääre“ bilded, sundere nach romanischem Voorbild mid „chùù“.

Aager Am Morgè chùnt ds Tòòtè gnùùt ùn ùùfpùnnès ùf zwèi Lattelti Lattelti ùn esòò chùnt s träges bis Bätsch.
Arrimmu Wänn äs chènnt z Mittòòg (dt. wenn es Mittag wird)
Greschonei daas Huus chint verchoufts (dt. das Haus wird verkauft)
Gurin Un tas Fèscht ischt gmachuts chu. (dt. Und das Fest wurde gemacht.), Ds Heww escht gotzs chu. (Das Heu wurde verfüttert.)
Makanaa Ìsch z chleis gchùo. (dt. Es ist zu klein geworden.), Jetzt ìscht er gchùo gschtraaffe. (dt. Jetzt ist er bestraft worden.)
Pumatt Mu mös scheen riibä, suscht chunt s nit süvers. (dt. Man muss fest reiben, sonst wird es nicht sauber.), Der Ziger chunt gsalzne. (dt. Der Zieger wird gesalzen.)

Walserischi MèèrgmoolBearbeite

Konservativi Mèèrgmool im WalserischBearbeite

1. Voli Vokal

Di vole Vokal in ùùbetoonde Silbe sin nid abgschwèchd woore.

Aager bättu (dt. beten), Tòòtuchaschte (dt. Sarg), Sonnutak (dt. Sonntag), ùssar (dt. außer), Gmeinù (dt. Gemeinden)
Arrimmu salbu (dt. salben), schniida (dt. schneiden), lose (dt. zuhören), Hennjo (Henne), ech issan (dt. ich esse)
Eischeme Feädru (dt. Federn, Pl.), Weäga (dt. Wege, Pl.), Noami (dt. Namen, Pl.)
Greschonei machu (dt. machen), Eeschil (dt. Esel), Fuksa (dt. Füchse)
Gurin littä (dt. läuten), badu (dt. baden), Bètti (dt. Betten)
Im Land Schnoobul (dt. Schnaabel), Hoomra (dt. Hämmer), Achär (dt. Acker)
Makanaa Mattù (dt. Wiese), Naagla (dt. Nägel), Schlùssil (dt. Schlüssel)
Pumatt büwwu (dt. bauen), Taga (dt. Tage), Hasu (dt. Hase)
Remmalju Beero (dt. Bär), getragut (dt. getragen), unna (dt. unten), Zungu (dt. Zunge), chrüttu (dt. mähen)
Salei machù (dt. machen), Vogil m. (dt. Vogel), Pl. Vogla, ich bliibù (dt. ich bleibe)
2. Part. Perf. mit erhaltenem Präfix vor Dental.
Arrimmu gtròògad / gatraage
Im Land gatraage
Makanaa gtraagùd, gìtrùnche, gìzelld, gìzwenggt, getreid

Aber:

Eischeme traagä
Greschonei treit
Gurin träägä
Pumatt traagä
Remmalju traagud
Salei traagä
3. Ùnderschaidig vù dr ahd. Verbchlasse

I schdaarch: schniide; II -jan: hefte; III -ôn: salbu; IV -ên: lose

Arrimmu schniida hefta salbu lose
Eischeme schneide hefte salbu lose
Greschonei schniidä heftä salbu losä
Gurin schniidä heftä salbu losä
Im Land schniide hefte salbu losi
Makanaa schniide hefte salbu lose
Pumatt schniidä heftä salbu losä
Remmalju schniidu heftu salbu lose
Salei schniidä heftä salbu losä
4. Ùnderschaidig Pluralforme Verbe

Im Wallisertiitsch wääre no drèi Pluralfoorme ùnderschiide: wir schniide, iir schniidet, schi schniident.

Arrimmu wiar andre tròògen, iar andre tròògad, schi andre tròògend
Gurin wiär schriibä, iär schriibät, schi schriibän
Im Land wiär suachi, iär suached, schi suachind
Pumatt wier zellä, ir zellät, schi zellän
Remmalju endṣchandre ṣchegewer, jerandru ṣchegeder, ṣchiandru ṣchegent

In e Dail Siidwalser Dialäkt wääre nùme zwoo Foorme ùnderschiide:

Eischeme wir cheemen, ir cheet, dṣchi cheemen
Greschonei wir singen, iir singet, dschi singen
Makanaa wir traagen, ir traaget, schi traagen
Salei wier ässùn, ier ässùt, schi ässùn
5. Pluralbildig ooni Ùmlud

In dr Siidwalser Dialäkt wääre bi vyyl Wèèrder d Pluralforme no wie im Ahd. ooni Ùmlud bilded, z. B. im Woord Oofe (dt. Ofen).

Arrimmu Oowa / Oofno
Greschonei Oofä / Oofna
Gurin Ofä / Ofnä
Im Land Oufu / Oufna
Makanaa Ofe / Ofna
Salei Ofä / Ofna

aber: Pumatt: Ofä / Efäm.

6. Genitiv

In dr Siidwalser Dialäkt sin s no lääbigi Genitivfoorme erhalde. Voll lääbig (wie in dr dytsche Schriftschbrooch) isch er aber nimme in allne Dialäkd; z Greschonei ùn z Gurin (ùn au im Pumatt?) chùnd er – wien im Wallis – nùme noo bi lääbige Wääse, in adverbiale Fiegige ùn in fèschde Wändige voor.

Arrimmu dar Bruud Angscht (dt. die Angst der Braut), dar Bruud Kovalje (dt. das Körbchen der Braut), dar Bruud Schapf (dt. der Schopf der Braut), auer oltù Ljitù Einikeit (dt. euer alten Leute Einigkeit), tsch Brittjensch Ajù (dt. des Bräutigams Mutter), dar Halscha dar Mualtùn (dt. der Deckel der Teigmulde), d Hanja dar jiabùn Wraun (dt. die Hennen der lieben Frau, d .h. Marienkäfer), dar Dschabta dar Hanjo (dt. der Fuss der Henne), dar Firtog endsch Landsch (dt. der Feiertag unseres Landes), d Kovalje dar Bruud (dt. das Körbchen der Braut), im Huusch misch Attan (dt. im Haus meines Vaters), der Tail misch Guadsch (dt. der Teil meines Gutes), d Chend descha Zit (dt. die Kinder dieser Zeit)
Eischeme Tu nöi scheämen deir Houslöitu. (dt. Schäme dich nicht deiner Verwandten.), Was tuscht al der Chüünu? (dt. Was machst Du mit all den Kühen?), diisch Mansch Bruuder (dt. dieses Mannes Bruder), ds Suunsch Hous (dt. das Haus des Sohnes), ds Moanendsch Schein (dt. der Mondschein), dar Wröinun Ketschi (dt. die Häuser der Freunde), dar Rossun Goade (dt. der Pferdestall), d Güüter dar Nizjungu (dt. die Güter der Neffen), an Buada ds Uawansch (dt. ein Ofenboden), höit z tagsch (dt. heutzutage)
Greschonei Endi ds Maanudsch (dt. Ende des Monats), Aafangsch Meije (dt. anfangs Mai), bi Gotsch Hilf (dt. mit Gottes Hilfe), riichär Littu Vee (dt. reicher Leute Vieh), guetär Dingu sii (dt. guter Dinge sein), Bisch hiina gutär Dingu? (dt. Bist du heute Abend gut gelaunt?), Ich tuen der miineru gää (dt. Ich gebe die von meinen.), Desche Hersch Mattu (dt. die Wiese dieses Herrn), Weschi isch diischi Chue? (dt. Wessen ist diese Kuh?), Weeleru sin dii? (dt. Wessen sind diese?), kcheische Wiibsch Huus (dt. das Hause keiner Frau), Sin di ganzu Chin alli eische? (dt. Sind die ganzen Kinder alle eines Vaters?)
Gurin ds Chenns Chappi (dt. das Käppchen des Kindes), an allä Sitä där Chilchu (dt. an allen Seiten der Kirche), dsch Attä Tschoopä (dt. Vaters Rock), ds Hansch Chiä (dt. die Kühe des Hans), ds Chatzisch Tällärli (dt. das Tellerchen des Kätzchens), dsch Morgändsch (dt. am Morgen), dsch Aabändsch (dt. am Abend), tagsch (dt. am Tag), nachtsch (dt. nachts)
Im Land der Soo miisch Vettersch (dt. der Sohn meines Vetters), miisch Vatersch Huus (dt. meines Vaters Haus), ds Huus miisch Vatersch (dt. das Haus meines Vaters), sich versicherre der Woorhait (dt. sich der Wahrheit versichern), sich bdianu dsch Messersch (dt. sich des Messers bedienen)
Makanaa Dèr Bäärù hen s taa gchaa. (dt. Dort hatten sie Bären.), dèr Brüüch alter Jaarù (dt. der Brauch früherer Zeiten), tè Jänd dèr Wìält (dt. das Ende der Welt), alli Chritzù Liide (dt. alle Leiden des Kreuzes), Ùn tè hed er appù sèli mössù böössù wäge däschi. (dt. Und dann musste er deswegen sehr büssen.), es Tagsch (dt. eines Tages), es Morgentsch (dt. eines Morgens), es Sùnnùtagsch (dt. eines Sonntags), ùnderdäschi (dt. unterdessen)
Pumatt ä Meter desch Töch (dt. ein Meter dieses Tuchs), Samschtag ds Abendsch (dt. am Samstagabend), Welsch Jarsch häid er gheirate? (dt. In welchem Jahr habt ihr geheiratet?), Misch Atte (dt. Meines Vaters), tsch Attisch (dt. Vaters), Jitz sin deru mer. (dt. Heutzutage gibt es mehr von diesen.)
Remmalju d Oischpiegle tsch Attu (dt. die Brille des Vaters), d Hüt der Gäis (dt. die Haut der Ziege), dsch Wattersch Urlodsch (dt. des Vaters Uhr), ts Hüsch misch Barba (dt. das Haus meines Onkels), der Awangscht tsch Weeg (dt. der Anfang des Weges), Ṣchind töt tsch Hungersch èswmängs Chend (dt. Es sind einige Kinder Hungers gestorben.), dsch Mörgundsch (dt. am Morgen), Tagsch un Nachtsch (dt. bei Tag und Nacht), Ä fard ṣchin gṣchi hie dèr Littu. (dt. Einmal sind hier Leute gewesen.), z vil tsch Schneesch (dt. zuviel des Schnees), ladu dèr Èèschel tsch Salz (dt. den Esel mit Salz beladen), Ich hè dèr Manglu tsch Wèt. (dt. Ich benötige Brennholz), D Ṣchwambe ṣchin noch dèrun èfeeru. (dt. Die Pilze sind noch von denen von letztem Jahr.)
Salei Äs steit an tsch Attùsch Wìllä. (dt. Es hängt von Vaters Willen ab.), Är geit ùf tsch Eschilsch Rìk. (dt. Er reitet auf des Esels Rücken.), Ìch weis nìmme där Storjù Livrätù. (dt. Ich weiß das Ender der Geschichte nicht mehr.), ts Schnepfjì tsch Ouksch (dt. Ohrläppchen), Ìch psìnnùm mì dessì nìmmì. (dt. Ich kann mich dessen nicht mehr erinnern.)
7. Pluralbildig vù Modalverbe

Bi dr Modalverbe (z. B. können, mögen, dürfen, sollen) wääre d Pluralfoorme in dr maischde Siidwalser Dialäkt no ooni Ùmlud bilded.

Arrimmu wiar andre chònnen, iar andre chònnad, schi andre chònnend, wiar andre tòrfen, iar andre tòrfad, schi andre tòrfend
Eischeme wir chonnu, ir chònnit, dschi chonnu, wir toffun, ir toffit, dschi toffun, wir sollun, ir sollit, dschi sollun
Greschonei wir channän, ir channät, dschi channän, wir torfän, ir torfät, dschi torfän
Gurin wiär chunu, iär chunut, schi chunun, wiär mugu, iär mugut, schi mugun, wiär turfu, iär turfut, schi turfun, wiär sulu, iär sulut, schi sulun
Im Land wiär chonni, iär chonnd, schi chonnind, wiär mùùn, iär mùùd, schi mùnd, wiär scholli, iär scholld, schi schollind, wiär turfi / turri, iär turfd / turred, schi turfind / turrind
Pumatt wier chuunu, ir chunt, schi chunnun, wier mugu, ir mugt, schi mugun, wier turfu, ir turfud, schi turfun
Salei wier chùnnän, ier chùnnät, schi chùnnän, wier mùgùn, ier mùgùt, schi mùgùn, wier sùllùn, ier sùllùt, schi sùllùn, wier tùrffùn, ier tùrffùt, schi tùrffùn

aber: Makanaa: ir meind, ir meid, schi mein. Remmalju: endṣchandre chennwer, jerandru chenneder, ṣchiandru chennund.

8. Rùgùmlud

D Walliser ùn ali siidwalserische Dialäkt hän bi vyyle jan-Värbe (èèrschdi schwachi Konjugazioonsklass) der Rùgùmlud bhalte, wù sùnschd im Ooberdydsch uufgee wooren isch. Dr Rùgùmlud isch sogaa rùf Väärbe iiberdrait woore, wù er friejer nie voorchùù isch. Ùfdräde dued er bi dr Siidwalser wie im Aldhoochdydsch (aber andersch wie im Neihoochdydsch) nùme, wän s Bartizip flekdierd isch. Z Salei chùnd er au (wie im Aldhoochdydsch) im Präteritum voor.

Arrimmu
Eischeme
Greschonei ''bhaft- (zue bhefte), entbrant- (zue entbrenne), versatzt- (zue versetze), gstackt- (zue stecke), gwatzt- (zue wetze), droat- (zue dreeche), ufghangt- (zue ufhenge), grooscht- (zue reeschte), troolt- (zue treele), gfullt- (zue fille), gchnupft- (zue chnipfe), gschutt- (zue schitte), truckt- (zue tricke), buezt- (zue bieze), gfuert- (zue fiere), ghuet- (zue hiete) – „falschi Riggumlut“: grucht- (zue richte), verguft- (zue vergifte), grasuert- (zue rasiere)
Gurin glöit- (zue lèggä), gsöit- (zue sägä), gstollt- (zue stellä), gwotzt- (zue wetzä), zollt- (zue zellä) – „falschi Riggumlut“: ghölt (zue heilä), aagsölt- (zue aaseilä)
Im Land bdacht- (zue bdecke), gstracht- (zue strecke), gfulld- (zue fille)
Pumatt
Remmalju bdacht- [Zinsli], bdackt- [Vasina] (zue bdäcku, dt. bedecken), erstrackt- [Bauen], erstrucht- [Vasina] (zue erstrecku, dt. erschrecken), gchnupft- (zue chnepfu, dt. knüpfen) – „falschi Riggumlut“: gchult- (zue hellju, dt. „heilen“, kastrieren), gsult- (zue sellju, dt. seilen), gstrucht (zue striichu, dt. fliehen), gwuscht- (zue weschu, dt. wischen), tult- (zue tellju, dt. teilen)
Salei ich satzt (zue setzä), ich glatt (zue glettä), ich tackt (zue teckä), ich fallt (zue fällä), ich straalt (zue sträälä), ich fullt (zue fillä), ich zunt (zue zindä), ich chnupft (zue chnipfä), ich luit (zue littä), ich ghoort (zue gheerä), ich toot (zue teetä), ich buäzt (zue biäzä), ich saat (zue sääijä), ich foort (zu firchtä) – „falschi Riggumlut“: ich lait (zue leitä), ich haizt (zue heizä), ich schuckt (zue schickä), ich studuert (zue studiärä)
9. Aldi Verwandschafdsuusdrùg.

In dr Siidwalser Dialäkt sin no verschiideni aldi Verwandschafduusdrùg lääbig bliibe. Im Pumattertiitsch wird sogar no ùnderschiide zwisch em Vatterbrueder (Ettru) ùn em Mueterbrueder (Eechi).

Arrimmu Attù (dt. Vater), alt Attù (dt. Grossvater), Aajù (dt. Mutter), alt Aajù (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel)
Eischeme Attu (dt. Vater), oalt Attu (dt. Grossvater), Ejo (dt. Mutter), oalt Ejo (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel), Muuma (dt. Tante)
Greschonei Attu (dt. Vater), oalt Attu (dt. Grossvater), Eiju (dt. Mutter), oalt Eiju (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel), Muama (dt. Tante)
Gurin Àttu (dt. Vater), Anä (dt. Grossmutter), Eechi (dt. Onkel), Ènnu (dt. Grossvater)
Im Land Attu (dt. Vater), olt Attu (dt. Grossvater), Aajù (dt. Mutter), olt Aajù (dt. Grossmutter), Ettru (dt. Onkel)
Pumatt Ana (dt. Großmutter), Attu (dt. Vater), Ennu (dt. Großvater), Ettru (dt. Onkel: Vaterbruder), Eechi (dt. Onkel: Mutterbruder), Mömä (dt. Tante)
Remmalju Àttu (dt. Vater), alt Àttu (dt. Grossvater), Aju (dt. Mutter), Eelte (dt. Grossmutter)
Salei Aani (dt. Großmutter), Attù (dt. Vater), Ennù (dt. Großvater), Ettrù (dt. Onkel), Muämä (dt. Tante)

Nèierige im WalserischBearbeite

1. Entrùndig

Uuser z Eischeme sin mhd. ü, ö, iu, oe, üe, öu endrùnded.

Aager Rik (dt. Rücken), niin (dt. neun)
Arrimmu frìa (dt. früh), Wèksch (dt. Füchse), beesch (dt. böse), Heuw (dt. Heu)
Greschonei Hittu (dt. Hütte), Hiischär (dt. Häuser), beesch (dt. böse), Mersil (dt. Mörser)
Gurin Chebil (dt. Kübel), Biilu (dt. Beule), dèrrä (dt. dörren), Eechi (dt. Onkel), Leiffär (dt. Läufer), friä (dt. früh)
Im Land Tiir (dt. Tür), Leflji (dt. Löffel), Hiischär (dt. Häuser), Chiä (dt. Kühe), Hai (dt. Heu)
Makanaa Lècher (dt. Löcher), bìesch (dt. böse), Sìnd (dt. Sünde), Miisch (dt. Mäuse), Heuw (dt. Heu), riime/rieme (dt. rühmen)
Pumatt Hiischer (dt. Häuser), Beedem (dt. Böden), Heww (dt. Heu), siess (dt. süß), Brekke (dt. Brücke)
Remmalju Tiiwal (dt. Teufel), Bekṣchu (dt. Büchse), hit (dt. heute), mied (dt. müde), beesch (dt. böse), Häi (dt. Heu)
Salei Fiks (dt. Füchse), hiit (dt. heute), kheerä (dt. hören, fühlen, schmecken), friäj (dt. früh)

aber: Eischeme: Möisch (dt. Mäuse), Wüksch (dt. Füchse), grüün (dt. grün), tö̀if (dt. tief)

2. germ. s

E karakteristisch Mèèrgmool vù alene Walserdialäkt isch d Paladalisierig vù germ. s in dr Noochberschafd vù (uurschbringli) paladaale Vokaal, ebe in Wèèrder wie Eis, Häuser, sie, sich, uns zue sch: Iisch, Hiischer, schi, schi/schich, ünsch/insch. – Lueg au ùnder dr Romanisme!

Aager in ischem Hùis (dt. in unserem Haus), säkschi (dt. sechs), wasch (dt. was)
Arrimmu endsch (dt. uns), schi (dt. sie, Sg.), schi (dt. sie, Pl.), schech (dt. sich), desche (dt. diese), schi (dt. sein, Poss.pron.), sakschi (dt. sechs), Cheesch (dt. Käse), Huusch (dt. Haus)
Eischeme dṣchi (dt. sie), dṣchi (dt. sich), ünsch (dt. uns), Eisch (dt. Eis), Höischer (dt. Häuser), Chiesch (dt. Käse), Scheido (dt. Seide)
Greschonei dschi (dt. sie), dschi (dt. sich), insch (dt. uns), diischi (dt. diese), säkschi m. (dt. sechs), Biksche (dt. Büchse), Miis (dt. Mäuse), Hiischär (dt. Häuser), Eeschil m. (dt. Esel)
Gurin iäsch (dt. uns), schech (dt. sich), schii (dt. sie), schin (dt. sein), diischä (dt. dieser), beeschi (dt. böse), säkschi (dt. sechs), Chääsch (dt. Käse), Eeschil (dt. Esel), Feksch (dt. Füchse), Gèmschi (dt. Gemse), Hiischär (dt. Häuser), Liisch (dt. Läuse), Määsch (dt. Messe), Miisch (dt. Mäuse)
Im Land indsch (dt. uns), sakschi (dt. sechs), Cheisch (dt. Käse), Hiischär (dt. Häuser), Iisch (dt. Eis), Iische (dt. Eisen), Liisch (dt. Läuse), liischmu (dt. stricken), Masch (dt. Messe), Miisch (dt. Mäuse),
Makanaa schi (dt. sie), iisch (dt. uns), schiis (dt. sein), schi (dt. sich), dischi (dt. diese), säkschi (dt. sechs), Chìesch (dt. Käse), Èèschil (dt. Esel), Fiksch (dt. Füchse), Glèèscher (dt. Gläser), Iisch (dt. Eis), Miisch (dt. Mäuse), Akschlù/Akslù (dt. Achsel), Bikschù (dt. Büchse), Gèmschù (dt. Gemse), linksch (dt. links)
Pumatt schi (dt. sie), schi (dt. sich), insch (dt. uns), diischi (dt. diese), säkschi (dt. sechs), Fuksch (dt. Fuchs), Hiischär (dt. Häuser), Iisch (dt. Eis), Liisch (dt. Läuse), Miisch (dt. Mäuse)
Remmalju ṣche (dt. sie), ènsch (dt. uns), ṣchech (dt. sich), diṣche (dt. dieser), Bekṣchu (dt. Büchse), Cheesch (dt. Käse), beesch (dt. böse), Hiiṣcher (dt. Häuser)
Salei schia (dt. sie), schì (dt. sich), ìnschì (dt. uns)
3. a-Voorschlaag voor r.
Arrimmu Arrimmu (Rima), aredù (dt. reden), Arosch (dt. Ross, Pferd), areschtan (dt. rüsten), arjemu (dt. rühmen), zär Arrächtùn (dt. zur Rechten)
Im Land Arrifu (dt. Reif)

Siidwalser MèèrgmoolBearbeite

In allne Siidwalser Dialäkt – ùn faschd nùme dèrd (noch em Schwyzerische Idiotikon sol s des driibernus au z Guggisberg im Bäärnbied gee) – gid s s Verb gee ùn äänli, wù „nehmen“ bedyded:

Arrimmu gee, Partizip II geecht
Eischeme gien, Partizip II ggiet, giecht
Greschonei gee, Partizip II g(g)eecht, g(g)eet, flektiert g(g)oochts usw.
Gurin gee, Partizip II ggeet, flektiert ggoota, ggooti, ggoots
Im Land gei, Partizip II ggeicht, flektiert ggouchts usw.
Pumatt gee, Partizip II geet
Remmalju géé, Partizip II ggéét

D Häärchùmfd vù däm Verb isch ganz ùùchlaar. Noch em Schwyzerische Idiotikon chend s vù mhd. gâchen, gæhen „eilen“ stame; d Siidwalser Bedydig wäär derno iiber e Zwischebedydig „eilig zusammenraffen“ endschdande.[1] Noch em Karl Bohnenberger cha des us ludlige Grind nid syy, äär dänggd an ahd. gijëhan „bekennen, zugeben“, was aber us semantische Grind au nid ùùbroblematisch sei.[2]

Konservativi Mèèrgmool im SiidwalserischBearbeite

1. Präteritum

S Saleytitsch ùn vermuedli s Aagernertitsch sin di ainzige alemanische Dialäkt ùn au di ainzige im ganze ooberdydsche Schbroochruum, wù no bis in di zwood Hälfdi vùm 20. Joorhùndert e volschdändig erhalde un lääbig Präteritum ghaa hed.

Aager Wa da t Milch drin was. (dt. Wo die Milch darin war), Ùn dèr groos gwalt Schnee hèèt das Tal alls ùnnartekcht, das mù njòòng Wassèr me hèt gfùùna fir z bruhe ùn muòstù dr Schnee zerlaa. (dt. Und die große Schneemasse deckte das ganze Tal dermaßen zu, dass man nicht einmal mehr Wasser fand für den täglichen Gebrauch, sondern Schnee schmelzen musste.)
Salei ich hat (dt. ich hatte), du torftùscht (dt. du durftest), wier wassùn (dt. wir waren), schi wärchùtùn (dt. sie arbeiteten), ich hat gässä (dt. sie hatte gegessen), schi wass plìbä (dt. sie war geblieben)
2. Partizip Präsens

In e Dail Siidwalser Dialäkt gid s no ne lääbig Partizip Präsens.

Aager di Lèèbontù ùnd di Tòòtù (dt. die Lebenden und die Toten), Naachomanda (dt. Nachkommen)
Greschonei stipfens Graas (dt. stechendes Gras), Dits Graas isch stipfens. (dt. Dieses Gras ist stechend.), E gaksleni Hennu (dt. ein gackerndes Huhn). Die Chue isch troageni. (Diese Kuh ist tragend, d. h. trächtig)
Makanaa en trùolende Schtei (dt. ein rollender Stein)
Pumatt hangend (dt. hängend)
Salei di chomend Wùchù (dt. kommende Woche)
3. „Gerundium“

Bi vyyl Siidwalserdialäkt chùnd, andersch wie bi dr andere Walserdialäkt, nooch dr Infinitivpartikel z no ne bsùnderigi Form fir dr Infinitiv voor, wù ùf s midelhoochdydsch Gerundium zruggood. Z Gurin ùn z Salei schdood des in jeedem Fall, z Greschonei, z Eischeme, im Land ùn z Pumatt nùme bi dr Chùùrzverebe, z Remmalju gid s es gaar nimi. (Im Wallis gid s zwoor in e baar Dèèrfer wèschdli vù Vischp au no Räschd vùm sog. Gerundium, aber faschd nùme in faktitive Konschdruktione: z’ linden tüe, Wèsch yyleege. Im Oschdalemanisch isch des sog. Gerundium dergeege no vyyl lääbiger, lueg Alemannische Grammatik#Gerundium.)

Gurin D Müatar escht darhendar ggsin z biazan (dt. Die Mutter war am Nähen) – Inf. biaza
Salei Äs gfiälì mär wol, s z machùn (dt. Es gefiele mir wohl, es zu machen) – Inf. machù. Schi wärchut algu, aani nie naazlään (dt. Sie arbeitet immer, ohne je nachzulassen) – Inf. laa

Z Greschonei, z Eischeme, im Land ùn z Pumatt gid s des Gerundium nùme no bi dr Chùùrzverbe.

Greschonei z gään (dt. zu gehen) – Inf. goan, z schlään (zu schlagen) – Inf. schloan, z stään (zu stehen) – Inf. stoan
Eischeme z gään (dt. zu gehen) – Inf. goan, z stään (dt. zu stehen) – Inf. stoan
Im Land z feen (dt. zu fangen) – Inf. foo, z hänn (z heen?) (dt. zu haben) – Inf. hoo, z gschein (dt. zu sehen) – Inf. gschei, z leen (dt. zu lassen) – Inf. loo, z schleen (dt. zu schlagen) – Inf. schloo, z schyn (dt. zu sein) – Inf. schy, z tüan [Giordani] oder z tiän [Bohnenberger] (dt. zu tun) – Inf. tua
Pumatt Häni scho a Schuppe Sache z tin. (dt. Ich habe immer noch viel zu tun.) – Inf. , In hei z chon häni ds Mötti ksee. (dt. Als ich nach Hause kam, habe ich Mutter gesehen.) – Inf. chu. Wyteri Byyspil: z gään (dt. zu gehen) – Inf. gaa, z schlään (zu schlagen) – Inf. schlaa, z stään (zu stehen) – Inf. staa
4. Ùmlud im schdaarg flektierde Adjektiv vor (urspr.) -i

Z Gurin, z Remmalju ùn z Salei wird s Adjektiv ùmgluded, wän im Aldhoochdydsch d Ändig -iu gfolgd isch. Bi dr andere siidwalserische Dialägd ùn im Wallis gid s doodrvù nùme chlaine Räschd. Userhalb vù dr Siidwalser chäne aber au Vals ùn Trisebärg die Erschyynig.

Gurin aarm Seelä – än äärmi Seel (dt. arme Seelen, eine arme Seele)
Remmalju allu d Manna – ällje d Wiiber (dt. alle die Männer, alle die Weiber), es esch fats – dische Chuche esch fätte (dt. es ist fad, diese Suppe ist fad), e chalbe Pumm – e chälbe Biiru (dt. ein halber Apfel, eine halbe Birne), aalt Chie – en eelte Chiöö (dt. alte Kühe, eine alte Kuh), ds aalt Hüüsch – eelte Hiischer (dt. das alte Haus, alte Häuser), groos Manna – greese Wiiber (dt. grosse Männer, grosse Weiber), trull – trelle Dengjene (dt. rund, runde Dinge), en giööte Wiöösch – gieete Melch (dt. ein guter Fuss, gute Milch)
Salei [er ist] affe – [sie ist] äffi (dt. böse), d Mattu ischt ääbäri (dt. die Matte [= Wiese] ist aper [= schneefrei]), [die Schüssel ist] felli (dt. voll), [die Kuh ist] gmelchni (dt. gemolken), ä reeti (dt. eine rote), äs gruissäs Wäärch – än griissi Äärbät (dt. ein grosses Werk, eine grosse Arbeit), än guätä Häärd – än giäti Mattu (dt. eine guter Herd [= Erde], eine gute Matte [= Wiese])
5. Grùndedi Vokal

Im Eischemtöitschu gid s im Geegesatz zue dr andere Siidwalser und dr Walliser Dialäkt no grùndedi Vokal.

Eischeme Möisch (dt. Mäuse), Wüksch (dt. Füchse), grüün (dt. grün), tö̀if (dt. tief)
6. Relativsatz

Relativsatzbildig mid „der, die das“ (lueg aber au ùnder dr Nèierige):

Salei Där Hergùt het äreert t Lùft ùnd där Häärt, ùnd där Hìmmìl ùbär där Lùft, ts Lann ùnd ts Mer, all Waalda, ùn als Vee ìn allär Wäält, d Fìschä ùn t Vogla, dì daa an där Lùft fleigän. Dennä Wiibrù, dììù da di schwäär Bùrdì trägän

Nèierige im SiidwalserischBearbeite

Lueg au ùnde ùnder Romanisme – vyyli Neierige sin au ùnder romanischem Yyflùss endschdande.

1. Mhd. â.

Mhd. â isch in e Dail Siidwalser Dialäkt verdùmbfd, z. B. in Joor (dt. Jahr)

Makanaa: Jààr. Gurin: Jòòr, Remmalju: Jòòr. Arrimmu: Jòòr. Im Land: Joor

Z Greschonei ùn z Eischeme isch mhd. â diphthongiert: Greschonei: Oabe (dt. Abend), bloase (dt. blasen), Joar (dt. Jahr). Eischeme: Oabe (dt. Abend), goan (dt. gehen). Die Diphthongierig isch au z Goabi gängig gsii (vgl. Name!).

aber: Pumatt: Jaar. Salei: Jaar

2. Mhd. ê, ô

Mhd. ê ùn ô sin in e Dail Siidwalser Dialäkt diphthongiert.

Im Land Schneei (dt. Schnee), Broout (dt. Brot)
Eischeme Schnie (dt. Schnee), Broat (dt. Brot)
Makanaa Schnie (dt. Schnee), Brùot (dt. Brot)

aber: Arrimmu: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Greschonei: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Gurin: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Pumatt: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot). Remmalju: Schnee (dt. Schnee), Bròòt (dt. Brot). Salei: Schnee (dt. Schnee), Broot (dt. Brot)

3. mhd. ie, üe, uo

Z Eischeme, z Makanaa ùn im Pumatt sin die Lud monophthongiert (wie im Haslidaal im Bäärner Ooberland).

Eischeme Diib (dt. Dieb), Güüti (dt. Güte), Bruuder (dt. Bruder) – dr Monophthong wird ofe uusgschbroche.
Makanaa Diib (dt. Dieb), fiire (dt. führen), gööt (dt. gut) – dr Monophthong wird gschlosse uusgschbroche.
Pumatt vììr, veer (dt. vier), Bǜǜch/Bööch (dt. Buch) – dr Monophthong isch e Lut, wo äntwääder ganz schdarch offe (ìì, ǜǜ) oder ganz schdarch gschlosse (ee, öö) uusgschbroche wird.

RomanismeBearbeite

Quälle[3]

1. Woordschaz

In alne Siidwalserdialägd isch dr Woordschaz schdaarg mid Wèèrder us dr romaanische Noochberdialägd dùùrsezd. Au woordwèèrdligi Iibersezige cheme voor. Mir bringe doo Remmalju nùme as Byyschbel.

Remmalju Bàrbà (dt. Onkel), Frànkubul (dt. Briefmarke), Kunaj (dt. Kaninchen), Kunsei (dt. Rat), bénediru (dt. segnen), kuntentàru (dt. zufriedenstellen), lìvru (dt. beenden), vezziàru (dt. verwöhnen), bjund (dt. blond), nujus (dt. langweilig), doppu (dt. danach), (dt. aber), njànka (dt. nicht einmal, überhaupt nicht), parka (dt. weil), sübbit (dt. sofort) –
Leeniibersezige: endṣchàndre, jéràndru (dt. wir, ihr; lueg Bunkt 7), ninu und hàlbu (dt. halb zehn), stà (dt. wohnen), stà fi (gut gehen), wallju ṣchége (dt. bedeuten), wallju wol (dt. gernhaben)
2. Woordschdelig
Makanaa der Schtiir isch gsii siiche (dt. der Stier war krank), Sakchji eifachs (dt. einfacher Rucksack)
Remmalju Ich mess berru Wet (dt. Ich muss Holz tragen), I ga wennu min Briöder ṣchiechs. (dt. Ich gehe meinen kranken Bruder besuchen.) Hit mörgund der Heeru welt üsserchomo ṣchége d Mäsch. (dt. Heute morgen will der Pfarrer herauskommen, um die Messe zu lesen.)
3. D Meezaal vù dr wyyblige (ùn zem Dail mänlige) Substantiv

D Meezaal vù dr maischde wyyblige Wèèrder im Walliserdydsch (ooni Goms) ùn ime Dail vù dr Siidwalserdialägd good ùf -e oder -i uus, was nid ùf s Aldhoochdydsch cha zruggoo (däm syy -ûn im Nominativ Plural häd e -u miese gee). Des gilded au in vyyle Dialägd fir di schwach biegde mänlige Wèèrder. S -e basd aber gued zue dr frankoprovänzaalische Dialägd, ùn doodrùm hed mer s as en Iibernaam vù deerd erchläärd; s -i chènd e Heebig vùm -e syy.[4] Eb s e Variante vùm -e isch oder di aldhoochdydsch schdaarg wyybli Biegig fùùrdsezd (aldhoochdydsch Nominativ Plural ), isch nid glaar.[5]

Aager d Zeewi (dt. Zehen)
Arrimmu di Soolo – di Soola (dt. die Sohle – die Sohlen)
Eischeme d Ṣuelu – d Ṣueli (dt. die Sohle – die Sohlen), d Mattu – d Matti (dt. die Matte [Wiese] - die Matten [Wiesen]), d Zunhu – d Zunhi (dt. die Zunge – die Zungen), d Blüümu – d Blüümi (dt. die Blume – die Blumen), där Beäru – d Beäri (dt. der Bär – die Bären), dan Brunne – d Brunni (dt. der Brunnen – die Brunnen)
Greschonei d Ṣoolu – d Ṣoolä (dt. die Sohle – die Sohlen), de Beäru – d Beäri (dt. der Bär – die Bären)
Gurin d Blåttu – d Blåttä (dt. die Platte – die Platten), d Hosu – d Hosä (dt. der Strumpf – die Strümpfe), d Tånnu – d Tånnä (dt. die Tanne – die Tannen), där Bäru – d Bärä (dt. der Bär – die Bären)
Im Land d Schoula – d Schoule (dt. die Sohle – die Sohlen), d Watta – d Watte (dt. die Schwester – die Schwestern), di Techter – di Techtre (dt. die Tochter – die Töchter), der Gortu – d Gorte (dt. der Garten – die Gärten), der Herru – d Herre (dt. der Pfarrer – die Pfarrer)
Makanaa d Ṣoolu – d Ṣoole (dt. die Sohle – die Sohlen)
Pumatt d Sola – d Solä (dt. die Sohle – die Sohlen)
Remmalju d Ṣchoolu – d Ṣchoole (dt. die Sohle – die Sohlen), d Bljoomu – d Bljoome (dt. die Blume – die Blumen), d Tånnu – d Tånne (dt. die Tanne – die Tannen), d Wättå – d Wätte (dt. die Schwester – die Schwestern), d Ṣchunna – d Ṣchunne (dt. die Sonne – die Sonnen), der Beru – di Bere (dt. der Bär – die Bären), der Brunnu – d Brunne (dt. der Brunnen – die Brunnen), der Heeru – d Heere (der Pfarrer – die Pfarrer)
Salei d Solu – d Solä (dt. die Sohle – die Sohlen)
4. S enklitisch Personalpronome im Iibergang zuen ere Verb-Ändig

S enklitisch Personalpronome chùnd noch em italiänische Voorbild as Verb-Äändig ùmdide voor, also ech gan-ech, er gäid-er, wer (oder endsch-andre) gaa-wer, iir (oder ier-andre) ganged-er, schi gangend-sch analog zue dr italiänische Verb-Ändige.

Eischeme Dar Aavogat chinter van z Türiin (dt. Der Advokat kommt von Turin)
Greschonei Wir leggeber nendsch an (dt. Wir legen uns an = ziehen uns an)
Makanaa Heider iir Angscht? (dt. Habt ihr Angst?), T räächt Chilchù heiwer wiir gchaa zèr altù Chilchù (dt. Die richtige Kirche hatten wir zèr altù Chilchù), Das chùmmer mir wùol no z Sint (dt. Das fällt mir wohl noch ein), Di „Zeiche“, wi tiwer wir sääge (dt. Die „Zeichen“, wie wir sagen), Wir andrù heiwer dè nid kchaa ds Glettiise èlèktrik (dt. Wir hatten damals kein elektrisches Bügeleisen)
Remmalju Ich tjönech ṣchetzu (dt. Ich sitze), Er häder noch Zit (dt. Ihr habt noch Zeit), endṣchandre ṣchegewer (dt. wir sagen), jerandru ṣchegeder (dt. ihr sagt), endṣchandre ässwer (dt. wir essen), jerandru ässeder (dt. ihr esst)
5. èrschdi Persoon Singular uf -g

Z Remmalju luded di èrschd Persoon Singular vù dr Kùrzvärbe hyffig uf -g uus. Das passd drzue, ass i vyyle grad ooberidaliäänische Dialägd dare ùn stare in dr èrschde Persoon Singular es -c oder -g aahänke, ùn zwoor nooch em Voorbild vù dire (< dicere), durre (< ducere), fare (< facere) usw.

Remmalju ich héé / héég (dt. ich habe), ich chaa / chaag (dt. ich kann), ich laa / laag (dt. ich lasse), ich gṣchéé / gṣchéég (dt. ich sehe), ich bi / bi (dt. ich bin), ich staa / staag (dt. ich stehe), ich tiöö, tioo / tiöög, tioog (dt. ich tue)
6. Ùnderschaidig schwachi/schdaarchi Part. Perf. good dùùrenander

Dr Ùnderschiid in dr Ändig vùm Partizip Perfekt bi schdaarche ùn schwache Verbe schwinded in e Dail Siidwalser Dialägd. S Voorbild sin di romaanische Partizipie uf -t(o).

Greschonei bonne / bonnet (dt. gebunden, zue bénne), ggäät (dt. gegeben, zue gää), gsiid (dt. gewesen, zue sii), trébet (dt. getrieben, zue triibe)
Makanaa gìbrùngge / gìbrùngged / gìbracht (dt. gebracht, zue brìngge), kange / kanget (dt. gegangen, zue gaa), gheisse / gheisst (dt. geheissen, zue heisse), ghouwe / ghouwet (dt. gehauen, zue houwe), klööge / klöögt (dt. geschaut, zue lööge), gmachù / gmachùd / gmacht (dt. gemacht, zue machù), gschtùorbe / gschtùorbet (dt. gestorben, zue schtäärbe), gìtrùnche / gìtrùnchet (dt. getrunken, zue trììche)
Remmalju bunnut (dt. gebunden, zue bennu), ggangut (dt. gegangen, zue gaa), laagut (dt. gelassen, zue laa), gṣchéét (dt. gesehen, zue gṣchéé), troft (dt. getroffen, zue träffu)
7. noi altri, voi altri.

Bim Personalpronome im Plural gid s in e Dail Siidwalser Dialägd verlengeredi Foorme. Die sin bilded us em Personalpronome ùn andere, analog zem ital. „noi altri“, „voi altri“.

Arrimmu wiar andre (dt. wir), iar andre (dt. ihr), schi andre (dt. sie)
Eischeme wirendri (dt. wir), ündscherandru (dt. uns), irandri (dt. ihr), auwerandru (dt. euch), dṣchiendri (dt. sie), ürjerandru (dt. ihnen)
Makanaa Wir andrù (dt. wir), ir andrù (dt. ihr), schi andrù (dt. sie)
Remmalju endṣchandre (dt. wir, uns), jerandru (dt. ihr), uwandre (dt. ihr, euch), ṣchiandru (dt. sie), dunandre (dt. ihnen)
8. Relativsazbildig mid „das“, en Ibersezig vù italiänisch „che“
Arrimmu D Kovaljiene, doos du trogend d Moon (dt. Die Körbchen, die die Männer tragen).
Eischeme Da Chiesch, das di hescht gchauvt geschter isch nöid guuti. (dt. Der Käse, den du gestern gekauft hast, ist nicht gut.), D Waidu, das dṣch essen da ouv, isch besser. (dt. Die Weide, die sie da oben abfressen, ist besser.).
Remmalju Hèt s kilhut, das isch mun altschi nachgstannud. (dt. Sie hat den geheiratet, der die ganze Zeit hinter ihr her war.), Händsch ènkuntrart tèr Heeru, das isch kangu nètṣchech. (dt. Sie sind dem Pfarrer begegnet, der herab kam.)

Aber z Makanaa wie neerdlig vù dr Alpe mid wa/wo: Schi säägen, t altù Litt hen tè gseid, dass di jerschtù Wùoner, wa sind gchùo va Saas anna, sìnd ga machù d Hiischer embru im Wald da deer. (dt. Sie sagen, die alten Leute erzählten, dass die ersten Bewohner, die von Saas drüben gekommen sind, ihre Häuser dort oben im Wald gebaut haben.)

9. Infinitivkonschtruktion

S git noch em italiänische Voorbild en Infinitivkonschtruktion, wù Glyychzydigkait uusdrùgd.

Arrimmu Im Usstogg, z tenggä, schyyg äs myyns […] Äsweljä Togg, z taisu Wett […]. (dt. Im Frühling, beim Düngen, sei es [näml. das Wieslein] mir […] Eines Tages, beim Aufschichten von Holz […].)
Remmalju Z guggen uber, het är gṣche d Fänschtre der Chamru illüminarte. (dt. Beim Hinüberschauen sah er die Fenster der Kammer erleuchtet.)
10. Germ h im Aalud.

Germ. h im Aalud schwinded in e Dail Siidwalser Dialägd.

Arrimmu Ai (dt. Heu), Aupd (dt. Haupt)
Im Land Aupd (dt. Haupt)
Remmalju Ai (dt. Heu), Epd (dt. Haupt)

Au d Ùnderschaidig zwische h ùn ch schwinded in e Dail Siidwalser Dialägd.

Arrimmu Chaschta / Haschta (dt. Kosten), chaupfen / haupfen (dt. kaufen), Chend / Hend (dt. Kind), chemän / hemän (dt. kommen), chennän / hennän (dt. können), cholt / holt (dt. kalt)
Makanaa Chälder / Hälder (dt. Keller), Holz / Cholz (dt. Holz)
Remmalju Chunt / Hunt (dt. Hund)
11. mhd. î, û, iu /yː/ ùnd mhd. ie, üe, uo

Im Geegesaz zue dr maischde andere alemanische Dialägd sin im Eischemtöitschu di mhd. Monophthong î, û, œ diphthongierd – wie im Hoochdydsch. D Häärchùmbfd isch nid chloor, aber dr frankoprovänzaalisch Noochberdialägd vù Goaby zaigd di glyych Erschyynig.

Eischeme wéiss (dt. weiß), Mous (dt. Maus), Wöir (dt. Feuer)

Z Remmalju sin us dr falende Vokal schdyygendi Vokal woore oder soonigi, wù mid dr Silbe im uurschbringliche Haubddoon glyychwärdig sin (ié, iéé, jéé; iö, iöö, jöö).

Remmalju wié(é)re (dt. vier), Chrié(é)ṣchi (dt. Kirsche), njé(é) (dt. nie), Wiö(ö)sch/Wio(o)sch (dt. Fuss), Biö(ö)ch/Bio(o)ch (dt. Buch), Miö(ö)ma/Miooma (dt. „Muhme“, Tante), Schniö(ö)r/Schnio(o)r (dt. „Schnur“, Schwiegertochter), arié(é)mu (dt. rühmen)
12. Sonorisierig vù f, s, sch.

Mhd. f ùn s, ùn au dr Lud sch, wù us em mhd. s endwigled isch, isch in e Dail Siidwalser Dialägd schdimhafd («w» schdood i däm Fall fir dr [v]-Lud; s mhd. w isch en [w]-Lud). Di Erschyynig chenne au di romaanische Noochberdialägd.

Arrimmu gwäälä (dt. gefallen), Wälch (dt. Volk), wäròòtne (dt. verratene), Wogsch (dt. Fuchs), wòn (dt. von), Wrau (dt. Frau), ṣiittär (dt. seither), diiṣ (dt. deines), ṣchi (dt. sind), Ṣcheel (dt. Seele), gṣiin/gṣchiin (dt. gewesen), gṣchäid (dt. gesagt).
Eischeme woan a (dt. anfangen), Wlöisch (dt. Fleisch), Wöir (dt. Feuer), Wuuss (dt. Fuss), dṣchi (dt. sich; di andere sch sin z Eischeme aber schdimmloos)
Remmalju Woogal (dt. Vogel), wuchtu (dt. „fuchten“, streiten), Wuggsch (dt. Fuchs), Wurggu (dt. „Furke“, Pass), Ṣchach (dt. Sache), ṣchege (dt. sagen), Ṣchunnu (dt. Sonne), loṣche (dt. „losen“, zuhören, horchen)
13. Paladalisierig vù l, m, n, ng.

Nasal, Lateral ùn Vibrante sin i e Dail Siidwalser Dialägd paladalisierd. Di Erschyynig chenne au di romaanische Noochberdialägd.

Aager è haljbi Stonn (dt. eine halbe Stunde)
Arrimmu wailljan (dt. wollen), ljik (dt. klein)
Eischeme ljicht (dt. leicht), Wljöigu (dt. Fliege), welljen (dt. wollen), njimmer (dt. nie mehr), njüf (dt. Karotte)
Remmalju Remmalju (it. Rimella), ljekk (dt. klein), ljekku (dt. liegen), walj (dt. welch), wallju (dt. wollen), wilj (dt. viel)
14. Paladalisierig vù (faschd) alle l zue sch, nid nùmme in dr Noochberschafd vù (uurschbringli) paladaale Vokaal wie gmainwalserisch (lueg oobe).

Die Erschyynig, wù nùmme fir Arimmu, Im Land ùn Remmalju gilded, chenne au di romaanische Dialägd vùm Sesiadaal.

Arrimmu ṣchoscht (dt. sonst), Foschnacht (dt. Fasnacht), Gloosch (dt. Glas), Gschang (dt. Gesang), Huusch (dt. Haus), Ṣchend (dt. Sünde), Ṣchido (dt. Seide), Ṣchirinado (dt. Serenade), Ṣchoon (dt. Sohn), Wogsch (dt. Fuchs), bṣchennän (dt. besinnen), ṣchengan (dt. singen), ṣchjass (dt. süss)
Im Land ṣchiiban (dt. sieben), Akschla (dt. Achsel), Nooṣcha (dt. Nase), Ṣchagaṣcha (dt. Sense), ṣchelle (dt. sollen), Ṣchiida (dt. Seide), Huusch (dt. Haus)
Remmalju Ṣchache (dt. Sachen), ṣchèège (dt. sagen), ṣchengu (dt. singen), ṣchind gṣchit (dt. sind gewesen), Wuggsch (Fuchs), Huusch (dt. Haus)
15. D Obosizioon Langvokal – Chùùrzvokal isch ùfghoobe

Zmindeschd in e Dail vù dr Dialägd chene d Vokal lang oder chùùrz gsait wääre – wie im Idaliäänisch. Z Remmalju isch aaber di chùùrz Uusschbrooch (au vù hischdoorisch lange Vokal) vyyl hyfiger.

Remmalju entchédu – entchéédu (dt. antworten), Gadu – Gaadu (dt. „Gaden“, Stall), Hüsch – Hüüsch (dt. Haus), Liéchtje – Liééchtje (dt. Lichtlein), Loch – Looch (dt. Loch), Tag – Taag (dt. Tag), gawer – gaawer (dt. gehen wir), tiöwer – tiööwer (dt. tun wir), gṣid – gṣchiid (dt. gewesen), wéls – wééls (dt. „welches“, wer)
16. Wie si d Schbrooch aahèèrd

Dr Albert Schott hed 1842 riichdig gsaid: «Ganz dem romanischen einfluß unterworfen, wie es auch bei dem innigen verkehr nicht anders erwarten läßt, scheint das Silvische in dem gebiete des tons, das der rede im allgemeinen ihre färbung giebt, im rhythmus und in der melodie.» Die Beobaachdig hän schbeeder au ebe dr Marco Bauen un dr Fritz Gysling gmachd.

Ùnderschiid zwische dr Siidwalser DialäktBearbeite

In dr Siidwalser Dialäkt chaa mer in vyyl Mèèrgmool e weschdligi Grùbe (Arrimmu, Eischeme, Greschonei, Im Land, Makanaa, Remmalju) vùn ere eschdlige Grùbe (Gurin, Pumatt, Saley) ùnderschaide. In dääre Ùnderdailig zaigd si di ùnderschiidlig Bsiidligsgschiichd: Di weschdlige Walsergmaine sin us em ùndere Wallis uus bsiidled woore, di eschdlige Walsergmaine vùm Goms im oobere Wallis uus.

1. mhd. æ

Mhd. æ in schwer, Käse, Montag

eschdligi Dialäkt:

Aager (Alp)chääs, Määntagg
Gurin schwäär, Chääsch, Määntagg
Pumatt schwäär, Chääsch, Määntagg
Salei schwäär, Chääsch, Määntagg

weschdligi Dialäkt:

Arrimmu schweer, Cheesch, Meentagg
Eischeme schwier, Chiesch, Mientagg
Greschonei schweer, Cheesch, Meentagg
Im Land schweer, Cheeisch, Meeintagg
Makanaa schwìer, Chìesch, Mientagg
Remmalju schweer, Cheesch, Meentagg
2. Deenig in ere ùfige Silb, z. B. in Grabe, Ofe vs. Graabe, Oofe

Deendi Vokal hän Eischeme, Greschonei, a Rimmu, Remmalju, Makanaa ùn Im Land.

Chùùrzi Vokal wie im Wallis hän Saley, Pumatt ùn Gurin.

3. Aisilberdeenig, z. B. in Grab / Greber vs. Graab / Greeber

Deendi Vokal hän Eischeme, Greschonei, Im Land, Makanaa, a Rimmu ùn Remmalju.

Chùùrzi Vokal wie im Wallis hän Saley, Pumatt ùn Gurin.

4. mhd. -nd

In vyyl Dialäkt im weschdlige Dail vùm Hooch- ùn vùm Hegschdalemanisch isch mhd. –nd in Wèèrder wie Hund, finde, Chinder, Rinde zue nn oder ng endwigled: Hunn/Hung, finne / finge, Chinner / Chinger, Rinne / Ringe. Au in vyyl Siidwalser Dialäkt chaa mer des finde.

Eischeme Hun / Hung, finnen
Greschonei Hunn, finnä
Gurin Hunn, finda
Pumatt Hunn, finne
Remmalju Hund, finnu
Salei Hunn, finne

aber: Arrimmu: Hund, finda. Im Land: Hund, finde. Makanaa: Hund, finde.

5. mhd. ng

Mhd. -ng, z. B. in Hunger, erschyynd in dr Siidwalser Dialäkt zem Dail no in dr alde Form.

[ŋg] (Hungger) hän Greschonei, Im Land ùn Makanaa

[ŋx] (Huncher) hed a Rimmu

[ŋ] (Hunger) hän Eischeme, Remmalju, Saley, Pumatt ùn Gurin

6. germ. -kk

Germanisch kk, z. B. in drücke/drucke, isch:

  • verschoobe zue kch z Im Land, Makanaa, Remmalju, Saley, Pumatt ùn Gurin
  • nid verschoobe z Eischeme, Greschonei, a Rimmu

Siidwalserischi BelletristikBearbeite

Ab em 19. Joorhùnderd sin e Raie Siidwalser Schrifdschdeler aktiv woore.

Wydùme bekand isch d Walser Diichderi Anna Maria Bacher (* 1947) us Pumat.

Vù Greschunei sin d Mùndardschrifdschdeler Alys Barell (1920–1999), Ferdinand Castell (1830–1907), Caterina Castell Lettry (1859–1939), Bruno Favre (1914–1991), Maria Liscoz (1874–1929), Erwin Monterin (1913–2006), Magherita (Grittle) Scaler (1895–1983), Nelly Schmit (* 1923), Attilio Squinobal (1921–1995) ùn Louis Zumstein (1805–1871).[6]

Vù Eischeme sin d Irene Alby Tregsch (* 1948), dr Jean-Jacques Christillin (1863–1915), dr Joseph Hilaire Christillin (1872–1943) ùn dr Albert Linty (1906–1983).

Dr Pietro Axerio (1827–1905) isch e Dialäktdiichder vù Arimmu.

Ane 1995 sin im Samelband «Orizzonti di poesia» d Wäärch vùn e baar Siidwalser Autoore nei uusechùù.[7] In syynere Bliedelääsi vù dr alemanische Literatur, em «Holderbluescht», het dr Georg Thürer dr Siidwalser Literatur en aige Kapitel gee. Doo sin nääbe alde Gschiichde, Spriich ùn Saage au Tegscht vùm Pietro Axerio ùn vùm Ludwig Zumstein abdrùgd.

Schbroochwiseschafdligi LiteraturBearbeite

  • Irene André, Alis Barell, Laura Bassi, Franco Camisasca, Bruno Favre, Ervin Monterin, Eugenio Squindo, Caio Vincent und Heinrich Welf: Greschoneytitsch. Vocabolario Italiano – Titsch. Titsch – Italiano. Centro Studi e Cultura Walser della Valle d’Aosta / Walser Kulturzentrum, Gressoney St-Jean (Aosta) 1988 und 1998.
  • Angela Bacher: Contributo agli studi sul dialetto walser della Val Formazza. Diss. Katholische Universität Mailand 1975.
  • Angela Bacher: Bärulussä. Il prato più bello dell’orso. Suoni, nomi e luoghi nella parlata walser di Formazza. Tararà Edizione, Verbania 1995.
  • Emil Balmer: Die Walser im Piemont. Vom Leben und von der Sprache der deutschen Aussiedler hinterm Monte Rosa. Francke Verlag, Bern 1949.
  • Marco Bauen: Sprachgemischter Mundartausdruck in Rimella Valsesia (Piemont). Verlag Paul Haupt, Bern und Stuttgart 1978 (Sprache und Dichtung 28).
  • Gerald Bernhard: Einblicke in Sprecherbiographien von Walsern im Tessin und im Ossola-Tal. In: Michael Bernsen, Elmar Eggert, Angela Schroitt: Historische Sprachwissenschaft als philologische Kulturwissenschaft. Göttingen 2015, S. 379–392.
  • Karl Bohnenberger: Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten. Verlag Huber, Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6).
  • Valerio Cantamessi: Als vir saghen. Dizionario della lingua walser e della toponomastica di Ornavasso. Ornavasso 2004.
  • Paolo Crosa Lenz: Urnafasch. Lingua e cultura walser a Ornavasso. Meteriali per la didattica. Ornavasso 2002–2003.
  • Silvia Dal Negro: The Decay of a Language. The Case of a German Dialect in the Italian Alps. Peter Lang, Bern 2004.
  • Maria Concetta Di Paolo: Le isole linguistiche alemanne in Italia: Situazione attuale. Magisterarbeit Universität Pescara 1993–1994.
  • Maria Concetta Di Paolo: Il tittschu di Rimella. L’evoluzione di un dialetto alemannico in Italia. Edizioni dell’Orso, Alessandria 2018 (Alemannica. Studi linguistici, filologici e dialettologici 8; zugleich Dissertation Universität Zürich 2017).
  • Elisabetta Fazzini Giovannucci: Die alemannischen Dialekte im westlichen Norditalien. Ein Forschungsbericht. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1978 (ZDL Beihefte 28).
  • Elisabetta Fazzini, Costanza Cigni: Vocabolario comparativo dei dialetti Walser in Italia. Band 1 ff. Edizioni dell’Orso, Alessandria 2004 ff. (Alemannica 1, 5, 6, 7, 9).
  • Gertrud Frei: Walserdeutsch in Saley. Wortinhaltliche Untersuchung zu Mundart und Weltsicht der altertümlichen Siedlung Salecchio/Saley (Antigoriotal). Verlag Paul Haupt, Bern und Stuttgart 1970 (Sprache und Dichtung. Sonderreihe Berner Arbeiten zur Dialektologie und Volkskunde 18).
  • Livio Gaeta (Hrsg.): Le isole linguistiche tedescofone in Italia: situazione attuale e prospettive future (Workshop, Torino, 24 febbraio 2017). In: Bollettino dell’Atlante Linguistico Italiano, III serie, 41, 2017, S. 79–176.
  • Emily Gerstner-Hirzel: Aus der Volksüberlieferung von Bosco Gurin. Sagen, Berichte und Meinungen, Märchen und Schwänke. Basel 1979 (Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde 63) [mit eme grammatische Aahang].
  • Giovanni Giordani: La colonia tedesca di Alagna – Valsersia e il suo dialetto. Nachdruck der 2. Auflage 1927.
  • Fritz Gysling und Rudolf Hotzenköcherle: Walser Dialekte in Oberitalien in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprachplatten des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich. Huber Verlag, Frauenfeld 1952.
  • Fritz Gysling: Fossilien der Walsermundart von Ornavasso. In: Studia Neophilologica 40, 1968, S. 386–413.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Umlautphänomene am Südrand der Germania. In: Fragen und Forschungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philologie, Festgabe für Theodor Frings zum 70. Geburtstag. Berlin 1956 (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur), S. 221–250.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Die südwalserisch-ernetbirgischen Mundarten im Spiegel ihrer Verbalformen. In: Maria Bindschedel, Rudolf Hotzenköcherle und Werner Kohlschmidt (Hrsg.): Festschrift für Paul Zinsli. Francke Verlag, Bern 1971, S. 79–98.
  • Konrad Huber: Ornavasso. Zerfall und Untergang einer deutschen Sprachinsel. In: Paul Zinsli, Oskar Bandle, Peter Dalcher, Kurt Meyer, Rudolf Trüb, Hans Wanner: Sprachleben der Schweiz. Bern 1963, S. 197–208.
  • Hans Kreis: Die Walser. Ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen. Francke Verlag, Bern 1958.
  • Alberto Linty, Ugo Busso, Imelda Ronco, Edmondo Ronco u. a.: D’Eischemtöitschu. Vocabolario Italiano – Töitschu. Töitschu – Italiano. Centro Studi e Cultura Walser della Valle d'Aosta / Walser Kulturzentrum, Gressoney St-Jean (Aosta) 1988 und 1998.
  • Charles V. J. Russ: Die Mundart von Bosco Gurin. Eine synchronische und diachronische Untersuchung. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002 (ZDL Beihefte 120).
  • Albert Schott: Die deutschen Colonien in Piemont. Ihr Land, ihre Mundart und Herkunft. Ein Beitrag zur Geschichte der Alpen. Cotta’scher Verlag, Stuttgart/Tübingen 1842 (Digitalisat); zuer Schbrooch Side 131–194.
  • Pio Scilligo: Pumattertietsch Werterbeuch. Vocabolario Formazzino-Tedesco-Italiano e Italiano-Formazzino-Tedesco / Pumattertietsch-Waeltsch-Tietsch und Waeltsch-Pumattertietsch-Tietsch. IFREP, Roma 1993.
  • Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS). Begr. von Heinrich Baumgartner und Rudolf Hotzenköcherle. In Zusammenarbeit mit Konrad Lobeck, Robert Schläpfer, Rudolf Trüb und unter Mitwirkung von Paul Zinsli herausgegeben von Rudolf Hotzenköcherle. 8 Bde, Einführungsband, Abschlussband. Francke Verlag, Bern bzw. Basel 1962–2003. – D Orginaalùfnaame vùm Schbroochatlas cha mer syd 2018 online aaluege: sprachatlas.ch.
  • Dino Vasina, Caro Bucchelloni, Antonella Giacosa u. a.: Ts Remmaljertittschu. Vocabolario Italiano – Tittschu. Tittschu – Italiano. Centro Studi Walser – Rimella – Sede in Torino. Tipografia di Borgosesia s.a.s, Borgosesia 1995 und 2005.
  • Max Waibel: Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara) . SGV, Basel 1985 (SSGV 70).
  • Paul Zinsli: Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien. Verlag Huber, Frauenfeld 1968.
  • Paul Zinsli: Südwalser Namengut. Die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont.. Verlag Stämpfli & Cie AG, Bern 1984.
  • Peter Zürrer: Wortfelder in der Mundart von Gressoney. Ein Beitrag zur Kenntnis der norditalienischen Walser-Mundarten. Frauenfeld 1975 (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung 21).
  • Peter Zürrer: Wörterbuch der Mundart von Gressoney. Mit einer Einführung in die Sprachsituation und einem grammatischen Abriss. Frauenfeld 1982. (Beiträge zur schweizerdeutschen Mundartforschung 24).
  • Peter Zürrer: Sprachwandelphänomene in Sprachinseln. In: Volker Schupp (Hrsg.): Alemannisch in der Regio. Beiträge zur 10. Arbeitstagung alemannischer Dialektologen in Freiburg/Breisgau 1990. Kümmerle Verlag, Göppingen 1993, S. 25–35 [doodrin vrglyycht dr Zürrer rezänti Ùfnaame mit sèttigen us dr èrschte Hèlfdi vùm 19. Joorhùndert].
  • Peter Zürrer: Sprachinseldialekte. Walserdeutsch im Aostatal. Aarau 1999. (Reihe Sprachlandschaften 23).
  • Peter Zürrer: Sprachkontakt in Walser Dialekten. Gressoney und Issime im Aostatal (Italien). Franz Steiner Verlag, Wiesbaden/Stuttgart 2009 (ZDL Beihefte 137), ISBN 978-3-515-09358-3.

WeblinkBearbeite

  Commons: Walserdydsch – Sammlig vo Multimediadateie

FuesnodeBearbeite

  1. Schweizerisches Idiotikon, Band II, Spalte 102, Artikel gâchen Bed. 2.
  2. Karl Bohnenberger: Die Mundart der deutschen Walliser im Heimattal und in den Außenorten. Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6), Syde 260/61.
  3. Zue däm Thema lueg ebbe Marco Bauen: Sprachgemischter Mundartausdruck in Rimella Valsesia (Piemont). Verlag Paul Haupt, Bern und Stuttgart 1978 (Sprache und Dichtung 28); Karl Bohnenberger: Die Mundart der deutschen Walliser im Heimattal und in den Außenorten. Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6); Silvia Dal Negro: Profilo di storia linguistica rimellese. I: Storia di Rimella in Valsesia. “Alpes ville comune parochia.” Unter der Leitung von Augusto Vasina hrsg. vom Centro Studi Walser – Rimella. Tipolitografia di Borgosesia s.a.s, Borgosesia 2004, S. 459–458; Silvia Dal Negro: Profilo di storia linguistica rimellese. I: Storia di Rimella in Valsesia. “Alpes ville comune parochia.” Unter der Leitung von Augusto Vasina hrsg. vom Centro Studi Walser – Rimella. Tipolitografia di Borgosesia s.a.s, Borgosesia 2004, S. 459–458; Fritz Gysling: Zu einigen Fremdwörtern in der Mundart von Alagna. In: Wir Walser 7, 1969, 1, S. 16–24; Rudolf Hotzenköcherle: Umlautphänomene am Südrand der Germania. I: Fragen und Forchungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philologie. Festgabe für Theodor Frings zum 70. Geburtstag am 23. Juli 1956. Berlin 1956, S. 221–250; Rudolf Hotzenköcherle: Die südwalserisch-ennetbirgischen Mundarten im Spiegel ihrer Verbalformen. I: Festschrift für Paul Zinsli. Ug. vù dr Maria Bindschedler, em Rudolf Hotzenköcherle un em Werner Kohlschmidt. Francke, Bern 1971, S. 79–98; Peter Zürrer: Sprachinseldialekte. Walserdeutsch im Aostatal. Aarau 1999 (Reihe Sprachlandschaften 23); Albert Schott: Die deutschen Colonien in Piemont. Ihr Land, ihre Mundart und Herkunft. Ein Beitrag zur Geschichte der Alpen. Cotta’scher Verlag, Stuttgart/Tübingen 1842, S. 162–169.
  4. William G. Moulton: Swiss German dialect and Roman patois. Baltimore 1941 (Supplement to Language 17.4, Language dissertation 34), S. 51 f., 60 f. Au dr Karl Bohnenberger hed scho voorsiichdig an die Leesig dänggd: Die Mundart der deutschen Walliser im Heimattal und in den Außenorten. Frauenfeld 1913 (Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik 6), S. 201. D Meezaaländig in dr andere Walserdialägd cha mer nid inderprediere, wel s oder -a vù dr Bindner ùn Vooradlbäärger Walser uf verschiideni aldhoochdydschi Vokal cha zruggoo.
  5. Dr Moulton said nyd derzue, ùn dr Charles V. J. Russ maind in syym Buech Die Mundart von Bosco Gurin. Eine synchronische und diachronische Untersuchung, Stuttgart 2002 (ZDL Beihefte 120), S. 92 f., s diei di schdaarg aldhoochdydsch Biegig fùùrdseze.
  6. Guy Tercinod: Louis Zumstein (De la Pierre) et la poésie dialectale de la Vallée du Lys. Aosta 1957.
  7. Orizzonti di poesia. Mundarttexte aus Gressoney und Issime. Centro Studi e cultura Walser della Valle d’Aosta. Gressoney-Saint-Jean 1995.


Dr Artikel „Südwalserdeutsch“ isch einer vo de läsige Artikel.

Churz zämmegfasst, isch de Artikel sproochlig un stilistisch guet gschriibe, bhandlet die wichtigscht Aspekt vum Thema, isch sachlig korrekt un neutral un wenn mögli bebilderet.

Alli sin härzlich yglade wyter aa däm Artikel z schaffe, z erwiitre un z verbessre!